Abo

Gegen SparkursDarum unterstützte Elke Heidenreich den Protest des Krankenhauses Wesseling

2 min
Zu sehen sind die Mitarbeitenden des Krankenhauses und ihre Unterstützer.

Der Eingang des Krankenhauses war geschlossen. Unterstützung erhielt die Belegschaft bei ihrem Protest von Elke Heidenreich (5.v.l.).

Das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz der Bundesregierung stößt auf Widerstand bei den Verantwortlichen hiesiger Krankenhäuser.

Eigentlich sollte es um ihre Schulter gehen. An der lässt sich die bekannte Schriftstellerin Elke Heidenreich gerade im Alexianer Dreifaltigkeits-Krankenhaus in Wesseling behandeln. Doch gestern schloss sich die 83-jährige Wahl-Kölnerin mit der Klinik-Belegschaft dem landesweiten Protest „Kein Geld. Keine Versorgung“ der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) an.

„Das Personal leistet hier eine tolle Arbeit, ist freundlich und engagiert. Wir geben in diesem Land zu viel Geld für so viel Quatsch aus, beispielsweise für die Rüstung, und solche Krankenhäuser sollen kaputtgespart werden. Das darf nicht sein“, sagte Heidenreich. Das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz der Bundesregierung sorgt für wachsenden Widerstand im Gesundheitswesen. Besonders freigemeinnützige Krankenhäuser in kirchlicher oder karitativer Hand warnen vor gravierenden Folgen für die Patientenversorgung.

Auch am Brühler Marienhospital wurde protestiert

Auch die GFO-Klinik in Brühl beteiligte sich an der Protestaktion. In Wesseling wurde der zentrale Eingang symbolisch geschlossen. Behandelt wurde weiter, der Nebeneingang war geöffnet. Krankenhausmitarbeiter sprachen mit Besuchern und Patienten, verteilten Flyer, wiesen auf die Online-Petition „Krankenhaus-Lichter-aus“ hin, um auf die zunehmend schwierigeren wirtschaftlichen Bedingungen aufmerksam zu machen, unter denen Kliniken ihre Versorgungsaufgaben erfüllen.

„Wir wollen die Menschen bewusst darüber informieren“, betonte Daniela Landsch, Kaufmännische Direktorin des Hospitals. Denn die Gesundheitsversorgung dürfe nicht kaputtgespart werden. Geschäftsführerin Dr. Daniela Kreuzberg ergänzte. „Wir können nicht immer wieder auf die Herausforderungen aufmerksam machen und anschließend zur Tagesordnung übergehen. Es geht darum, die Voraussetzungen für eine verlässliche und wohnortnahe Versorgung der Menschen auch in Zukunft zu sichern.“

Hintergrund der Reform ist die angespannte Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Die Bundesregierung will die Ausgaben begrenzen und einen weiteren Anstieg der Krankenkassenbeiträge verhindern. Geplant sind unter anderem eine Begrenzung der Vergütungssteigerungen für Krankenhäuser, Einschnitte beim Pflegebudget sowie die Reduzierung weiterer Gesundheitsausgaben. Die Träger warnen vor einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage vieler Kliniken, möglichen Leistungseinschränkungen und Risiken für die wohnortnahe Versorgung.

Auch Bürgermeister Ralph Manzke war vor Ort. Das Krankenhaus habe den Reformgedanken, effizienter zu werden, seit Jahren mitgetragen. Und damit ein stabiles Geschäftsmodell erreicht. „Aber jetzt an die Bezahlung der Beschäftigten zu gehen, das ist nicht mehr hinnehmbar.“