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Neue Milliarden-LückeSparpaket für Gesundheit reicht nicht – Defizit wächst

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Bundestag

Gesundheitsministerin Warken bringt ihr Sparpaket ins parlamentarische Verfahren. (Archivbild)

Die Regierung will Milliarden im Gesundheitswesen sparen. Doch das Defizit wächst und der Widerstand gegen die Pläne ist groß.

Der Gesetzgebungsprozess für das kontroverse Sparvorhaben der Regierungskoalition im Gesundheitssektor beginnt. Den entsprechenden Entwurf wird Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) am Freitag dem Bundestag vorlegen. Das Ziel ist eine finanzielle Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherungen um wenigstens 16,3 Milliarden Euro bis zum Jahr 2027, wodurch höhere Zusatzbeiträge für Mitglieder abgewendet werden sollen. Zeitgleich beschäftigt sich auch der Bundesrat mit den Vorhaben und es wird erwartet, dass er diverse Kritikpunkte vorbringen wird.

Vorgesehen sind Kostendeckelungen für medizinische Praxen, Krankenhäuser und den Pharmasektor. Mitglieder der Kassen müssen sich unter anderem auf erhöhte Eigenbeteiligungen bei Arzneimitteln und auf Begrenzungen bei der beitragsfreien Mitversicherung von Ehegatten einstellen. Die Regierungskoalition beabsichtigt, das Gesetz vor der parlamentarischen Sommerpause Mitte Juli zu beschließen.

Defizit im Gesundheitswesen nimmt zu

Aus dem kompletten Gesundheitssektor formiert sich umfassender Protest gegen die vorgesehenen Kürzungen. Von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kam bereits die Anweisung, dass die Rücklage für Einsparungen während der Verhandlungen nicht verringert werden darf. In der Tat steht nun sogar eine Verschärfung des Sparziels zur Debatte. Als Ursache hierfür gilt ein deutlicherer Ausgabenzuwachs im ersten Quartal 2026, als für das komplette Jahr prognostiziert wurde.

Auf Basis vorläufiger Daten kalkuliert Ministerin Warken für das kommende Jahr mittlerweile mit einem Fehlbetrag der Kassen, der 3,5 Milliarden Euro über der bisherigen Voraussage von 15,3 Milliarden Euro liegt. Der vom Regierungskabinett gebilligte Entwurf sieht allerdings zunächst nur eine Reserve von einer Milliarde Euro vor. Am Donnerstag äußerte Warken: „Der Rest muss jetzt dann noch zusätzlich gehoben werden, um Beitragsstabilität zu bekommen“.

Einwände von Verbänden und Patientenvertretern

Daraus resultiert arithmetisch ein zusätzlicher Sparbedarf von wenigstens 2,5 Milliarden Euro. Dieser Betrag könnte sich noch erhöhen, falls eine neue Sicherheitsreserve für eine eventuelle Verschlechterung der Finanzsituation integriert wird. Im parlamentarischen Prozess soll dieser Punkt ebenso wie andere strittige Themen behandelt werden. Darüber hinaus wird die beabsichtigte Reduzierung des regulären Zuschusses vom Bund kritisiert.

Für eine zukunftsfähige und gemeinschaftlich getragene Finanzierung verlangt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Anpassungen. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte Vorstandsmitglied Anja Piel: „Niemand braucht Beitragssatzkosmetik zulasten der Versicherten“. Der Gesetzgebungsprozess biete die Gelegenheit, eine falsche Richtung zu ändern. Die beabsichtigten Sparmaßnahmen würden nicht die Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung fördern, sondern primär dem Bundeshaushalt dienen.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, betonte, dass ein zukunftsfestes System eine konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse von kranken und überwiegend älteren Personen erfordere. Aktuell werde der Kontakt zwischen Arzt und Patient vergütet, wobei es für die Bezahlung unerheblich sei, ob sich ein Leiden bessert oder verschlimmert. Das Wohl des Patienten müsse zum Kriterium für die Honorierung werden, um eine Reform zu erreichen.

Widerstand formiert sich auch in den Ländern

Ebenfalls aus den Reihen der Bundesländer kommt es zu Opposition. Die Gremien des Bundesrats verlangen die Abschaffung etlicher geplanter Ausgabenbegrenzungen, die vor allem Krankenhäuser, aber auch Arztpraxen, Apotheken und den Pharmasektor betreffen. Am Freitag wird die Länderkammer darüber entscheiden, welche dieser Vorschläge sie als offizielle Forderung aufgreift. Zu der Angelegenheit werden sich unter anderem der neue Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Gordon Schnieder (CDU), und elf zusätzliche Ressortleiter der Länder zu Wort melden. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.