Besucherinnen und Besucher müssen bald Eintritt für den Kölner Dom bezahlen. Wie viel, wurde am Dienstagvormittag bekannt gegeben.
Kirche bald kostenpflichtigEintrittspreis für den Kölner Dom bekannt gegeben

Die Spitzen des Doms vor bewölktem Himmel.
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Der Kölner Dom wird eine Besichtigungsgebühr einführen. Diese Ankündigung machte das Domkapitel bereits Anfang März. Damit sollen Pflege, Schutz und der laufende Betrieb finanziert werden. Am Dienstag (2. Juni) um 11 Uhr hat die Domleitung öffentlich gemacht, wie hoch der Eintrittspreis sein wird.
Demnach kostet der Eintritt in den Kölner Dom ab dem 1. Juli 12 Euro für Touristen. Das gaben die Verantwortlichen wie angekündigt am Vormittag bekannt.
Dompropst äußert sich zum Eintrittspreis für den Kölner Dom
Dompropst Guido Assmann hielt am späten Vormittag eine Pressekonferenz ab. Dabei ging es auch darum, wie der Eintritt erhoben wird und welche Bereiche zahlende Gäste betreten können.
„Wir haben die öffentliche Diskussion der vergangenen Wochen aufmerksam verfolgt“, erklärte Dompropst Assmann vor Medienvertretern in Köln. „Neben kritischen Stimmen haben uns auch zahlreiche verständnisvolle Rückmeldungen erreicht, die deutlich machen: Vielen Menschen ist bewusst, dass der Erhalt und Unterhalt des Domes eine verlässliche und nachhaltige Finanzierung benötigen.“
Kölner Dom: Besuch von Gottesdiensten weiter kostenfrei möglich
Der Besuch von Gottesdiensten bleibt den Angaben zufolge weiterhin uneingeschränkt kostenfrei möglich. „Außerhalb der Gottesdienstzeiten ist das Nordquerhaus des Domes für alle geöffnet, die den Dom zum persönlichen Gebet aufsuchen oder an der Schmuckmadonna eine Kerze entzünden möchten“, teilte Dombaumeister Peter Füssenich am Dienstag mit. Der Zugang erfolgt über das Nordportal auf der Seite des Hauptbahnhofs.
Touristische Besucherinnen und Besucher können den Dom-Innenraum ab dem 1. Juli 2026 während der regulären Besichtigungszeiten mit einem gültigen Ticket über das Westportal betreten. Die regulären Besichtigungszeiten sind montags bis samstags von 10 bis 17.45 Uhr (letzter Einlass: 17.30 Uhr) sowie sonntags und an kirchlichen Feiertagen in der Regel von 13.30 bis 16.30 Uhr (letzter Einlass: 16.15h). Nach dem Rundgang verlassen Besucherinnen und Besucher den Dom in der Regel über das Nordportal.
Kinder sollen keinen Eintritt für den Kölner Dom zahlen müssen
Bei der Ausgestaltung des neuen Preisgefüges seien zahlreiche Anregungen aus der Öffentlichkeit eingeflossen – insbesondere die vielfach geäußerte Forderung, Kinder von Eintrittskosten auszunehmen. „Diesen Gedanken haben wir konsequent aufgegriffen und auf alle Bereiche des Doms übertragen“, so der Dompropst.
„Kinder bis einschließlich 13 Jahre erhalten künftig freien Eintritt – nicht nur für den Dom-Innenraum, sondern auch für die Schatzkammer und die Turmbesteigung.“ Bislang zahlen Kinder dort jeweils einen ermäßigten Eintrittspreis von vier Euro.
Ebenfalls von der Besichtigungsgebühr befreit bleiben Menschen mit Schwerbehinderung einschließlich einer Begleitperson sowie Mitglieder des Zentral-Dombau-Verein zu Köln.
Kölner Dom: Ermäßigt Tickets für bestimmte Personengruppen
Die ermäßigte Besichtigungsgebühr in Höhe von sechs Euro gilt künftig für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren, Auszubildende, Studierende, Begleitpersonen von Schülergruppen sowie Inhaberinnen und Inhaber eines in Nordrhein-Westfalen ausgestellten Sozialpasses, teilten die Verantwortlichen weiter mit.
„Im Sinne der sozialen Ausgewogenheit beschränken wir uns nicht allein auf den Köln-Pass“, erklärt Domrendant Clemens van de Ven. „Wir erweitern den Kreis der Ermäßigungsberechtigten bewusst auf Sozialleistungsempfängerinnen und -empfänger aus ganz Nordrhein-Westfalen.“
Kölner Dom bleibt zu besonderen Anlässen kostenfrei
Darüber hinaus bleibt der Köln Dom den Angaben zufolge an besonderen kirchlichen Anlässen als Wallfahrtsort zu den Heiligen Drei Königen kostenfrei zugänglich: während der jährlichen Dreikönigswallfahrt Ende September sowie vom Dreikönigstag am 6. Januar bis zum darauffolgenden Sonntag.
Ebenso im Rahmen der „Nacht der offenen Kirchen“, zu der katholische und evangelische Kirchen in der Kölner Innenstadt in der Regel im März einladen. Zusätzlich werde der Dom künftig jedes Jahr am 1. Mai und am 3. Oktober kostenfrei geöffnet sein. „An diesen staatlichen Feiertagen finden im Dom weniger Gottesdienste statt“, erläutert der Dompropst Guido Assmann. „Zugleich haben viele Menschen frei und können innerhalb des maximalen Besichtigungszeitraums in den Genuss eines kostenfrei zugänglichen Dom-Innenraumes kommen.“
Debatte über Eintrittskosten für Kölner Dom
Die Einführung der Eintrittsgebühr für den Kölner Dom hatte in Köln eine breite Diskussion ausgelöst. Befürworter verwiesen auf vergleichbare Regelungen bei anderen berühmten Kathedralen wie dem Mailänder Dom und der St. Paul's Cathedral in London. Auch dort ist ein Eintritt üblich. In Deutschland sind die meisten Kirchen jedoch frei zugänglich.
Kritiker hingegen äußerten die Sorge, dass der Dom seine Rolle als frei zugänglicher zentraler Ort in der Stadt verlieren könnte, wenn der Besuch kostenpflichtig wird.
Kölner Dom: Eintritt unter zehn Euro angestrebt
Barbara Schock-Werner, ehemalige Dombaumeisterin und heute Vorsitzende des Zentral-Dombau-Vereins, erklärte, der Eintrittspreis sollte unter zehn Euro liegen. Der Zentral-Dombau-Verein, der seit 1842 Mittel für den Dom sammelt, unterstützte zunächst die Fertigstellung des Bauwerks und finanziert seit 1880 dessen Instandhaltung.
Die Domverantwortlichen hatten den Schritt im März mit finanziellen Engpässen begründet: Der Kölner Dom gibt mehr Geld aus, als er einnimmt. Allein der Erhalt des Riesenbauwerks kostet laut Dombaumeister Peter Füssenich jeden Tag 23.200 Euro. (jv/afp/dpa/kna)


