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Friedhof MelatenStadt Köln soll Pflege der Ehrengräber sicherstellen

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Grabplatte eines Mitglieds der Familie von Wittgenstein auf dem Kölner Friedhof Melaten

Grabplatte eines Mitglieds der Familie von Wittgenstein auf dem Kölner Friedhof Melaten

Nach der Kritik von Dombaumeisterin a.D. Barbara Schock-Werner an der Verwahrlosung von Ehrengräbern auf dem Friedhof Melaten fordert die CDU im Rat Abhilfe. Auch der Förderverein Melaten meldet sich zu Wort.

Nach der Kritik von Dombaumeisterin a.D. Barbara Schock-Werner an der Verwahrlosung städtischer Ehrengräber auf dem Friedhof Melaten fordert die CDU im Rat Konsequenzen. „Die geschilderten Zustände sind nicht hinnehmbar“, sagte Fraktionschef Bernd Petelkau dieser Redaktion. Ehrengräber seien „Teil unserer Stadtgeschichte und Ausdruck des Respekts gegenüber Persönlichkeiten, die Köln geprägt haben. Wenn Grabstätten verwittern, überwuchern oder kaum noch erkennbar sind, wird die Stadt ihrer Verantwortung nicht gerecht.“ Der für die städtischen Liegenschaften zuständige Dezernent William Wolfgramm müsse „umgehend nachsteuern“ und dafür sorgen, „dass die Ehrengräber zügig in einen würdigen Zustand versetzt und anschließend dauerhaft gepflegt werden“, so Petelkau weiter.

Als besonders unverständlich bezeichnete er es, dass die Verwaltung offenbar  sogar bürgerschaftliches Engagement abgelehnt habe. Wie Schock-Werner in ihrer Kolumne „Auf den Punkt“ schilderte, untersagte das Grünflächenamt ihr als Präsidentin des Zentral-Dombau-Vereins (ZDV), vermooste und verwitterte Grabplatten auf dem Ehrengrab der Familie von Wittgenstein in Eigeninitiative sanieren zu lassen, etwa mit Hilfe kundiger Steinmetzen.

Familiengrabstätte in erbärmlichem Zustand

Regierungspräsident Johann Heinrich Franz von Wittgenstein (1797 bis 1869) war Mitbegründer des Festkomitees Kölner Karneval und wurde 1842 erster Präsident des ZDV. Während seine Grabplatte vergleichsweise gepflegt wirkt, ist die Familiengrabstätte an der früheren Hauptachse des Friedhofs insgesamt in erbärmlichem Zustand. Schock-Werner kritisierte scharf, dass die Verwaltung mit ihrem Beharren auf Kompetenzen den weiteren Verfall der Grabsteine riskiere und ein verwahrlostes Erscheinungsbild in Kauf nehme. Petelkau sagte, wer bereit sei, „Verantwortung für unser kulturelles Erbe zu übernehmen, sollte von der Stadt unterstützt und nicht ausgebremst werden. Köln darf mit seinem historischen Erbe so nicht umgehen.“

Die Stadt kündigte eine Stellungnahme an, erbat sich aber für die Beantwortung etlicher Fragen noch etwas Zeit.

Auch Förderverein Melaten scheitert mit Restaurierungsangebot

Der Förderverein Melaten, der den Friedhof nach eigenen Angaben „als historisches Juwel in der Kölner Öffentlichkeit präsent halten“ möchte, reagierte ebenfalls auf Schock-Werners Beitrag. Auch der Verein sei in einem konkreten Fall an den Hürden der „Friedhofsbürokratie“ gescheitert. Wie der Vereinsvorsitzende Bernd Woidtke berichtet, wäre die Kölner Steinmetzwerkstätte Schwieren bereit gewesen, das verwilderte Grabmal des Kölner Goldschmieds Gabriel Hermeling (1833 bis 1904) zu restaurieren.

Bei der Grabstätte des seinerzeit viel gefragten Kunsthandwerkers handelt es sich nicht um ein städtisches Ehrengrab. Im Übrigen, so Woidtke weiter, wäre der Verein mit seinen rund 40 Mitgliedern überfordert, sich flächendeckend um die 55.000 Gräber auf Melaten zu kümmern. Seine Aufgabe liege vielmehr im Bereich von Veranstaltungen, Medienpublikationen und Gesprächen mit der Friedhofsverwaltung zu „Themen von öffentlichem Interesse“, so Woidtke.