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150 aus 150Walter Braunfels war Präsident der Kölner Musikhochschule

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Walter Braunfels im Jahr 1902.

Walter Braunfels im Jahr 1902.

Der Pianist komponierte vor dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche Opern. Außerdem war er Direktor der Kölner Musikhochschule.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 120. Teil der Serie geht es um den Komponisten Walter Braunfels.

Bedeutung

Walter Braunfels war ein bedeutender Komponist und Pianist. Seine Mutter gab ihm den ersten Klavierunterricht. Bereits mit sieben Jahren komponierte er sein erstes Lied: „Der Alpenkönig“. 1902 begann er das Studium der Musik in München und Wien. Zwei Jahre später fand sein erster öffentlicher Klavierabend statt. Die erste Uraufführung eines eigenen Werks war 1909. Im Ersten Weltkrieg wurde Braunfels als Soldat verwundet.

Zurück in München komponierte er neben Kirchenmusik sein wichtiges Werk, die Oper „Die Vögel“. 1920 war die Uraufführung. Zahlreiche Aufführungen, auch in Köln, schlossen sich an. Weitere bekannte Werke sind die Oper „Prinzessin Brambilla“ und sein „Te Deum“. In der NS-Zeit hatte Braunfels Berufs- und Aufführungsverbot.


Walter Braunfels

Geboren: 19. Dezember 1882 in Frankfurt am Main

Gestorben: 19. März 1954 in Köln


Er zog mit der Familie erst nach Bad Godesberg und später nach Überlingen. Dort schuf er, vom Katholizismus stark geprägt, geistliche Kantaten, die Opern „Verkündigung“ nach Paul Claudel und „Szenen aus dem Leben der heiligen Johanna“. Nach dem Krieg galt sein Musikstil als altmodisch. Erst in den 1990er Jahren erfuhr sein Werk eine Wiederentdeckung.

Wirken in Köln

1925 wurde er mit Hermann Abendroth zum Gründungsdirektor der Staatlichen Hochschule für Musik berufen, an der sich die Stadt maßgeblich finanziell beteiligte. Anlässlich seines 50. Geburtstags rief Braunfels eine Stiftung für Studierende ins Leben. Wenige Monate später entließ ihn die Reichsregierung wegen seiner jüdischen Herkunft.

Sein Vater war vom Judentum zum Protestantismus konvertiert, Braunfels selbst war anfangs evangelisch, wurde aber infolge der Kriegserfahrung katholisch. Im Oktober 1945 erfolgte die Wiedereinsetzung als Direktor der Hochschule. Er wirkte hier ab 1948 als Präsident bis 1950. Braunfels musste mit Dozenten arbeiten, die in der NS-Zeit Karriere gemacht hatten.

Bemerkenswert

Seine Ehefrau Bertel von Hildebrand lernte er 1905 kennen, als sie bereits mit dem Dirigenten Wilhelm Furtwängler verlobt war. Später führte Furtwängler dennoch Werke von Braunfels auf.

Spuren in der Stadt

In Seeberg benannte die Stadt einen Weg nach ihm. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Südfriedhof.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.