Unkonventionelles Aussehen, Köln-Verbundenheit und ein unerschöpflicher Humor: Hans Süper war einer der beliebtesten Karnevalisten.
150 aus 150Hans Süper war ein kölsches Karnevals-Original

Hans Süper bei der Premiere von „Kölle singt“ im Jahr 2016
Copyright: Daniela Decker
Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 143. Teil der Serie geht es um den Karnevalisten Hans Süper.
Bedeutung
Hans Süper war ein beliebter Karnevalist und ein „kölsches Original“. Sein Vater gleichen Namens war einer der „Vier Botze“, eines bekannten Gesangsquartetts. Süper jun. verließ die Schule bereits nach der sechsten Klasse. Anfang der 1950er Jahre trat er für kurze Zeit mit seinem Bruder Paul als „Zwei Schnürreme“ im Karneval auf. Anschließend arbeitete er als Berufskraftfahrer und Stromzähler-Ableser. 1974 suchte Hans Zimmermann einen neuen Partner für das „Colonia-Duett“. Unter diesem Namen war Zimmermann seit 1961 mit Jakob Kuhl im Karneval unterwegs. Er bekam Süper empfohlen, und die beiden starteten eine bemerkenswerte Karriere. Bis 1990 absolvierten sie zeitweise 300 Auftritte pro Jahr. Süper spielte „de Flitsch“, eine Mandoline, und Zimmermann Gitarre. Beide bestachen durch ihre Mimik und Gestik. Während Zimmermann den ruhigen und abgeklärten Stichwortgeber spielte, bewegte sich Süper mit dem ganzen Körper wie ein Clown und sprühte vor Wortwitz. Zum Standard-Gag wurde Süpers Bezeichnung seines Partners als „du Ei“ – in Anspielung auf Zimmermanns Glatze.
Hans Süper
Geboren: 15. März 1936 in Köln
Gestorben: 3. Dezember 2022 in Köln
1987 äußerte Süper in einem Interview Kritik am fehlenden Zusammenhalt im Karneval, worauf sich Zimmermann für kurze Zeit aus dem Duett verabschiedete. Von 1991 bis 2002 setzte Süper seine Karriere mit Werner Keppel als „Süper-Duett“ fort. Obwohl er 2004 seinen Abschied von der Bühne verkündet hatte, trat er noch vereinzelt auf, so 2011 und 2012 mit dem Soloprogramm „Mein Leben mit der Flitsch“ sowie 2013 bei der Prinzen-Proklamation.
Wirken in Köln
Süper war einer der prägendsten Persönlichkeiten im Karneval. Dazu trug sein unkonventionelles Aussehen mit langen Haaren und Schnauzbart bei, aber auch seine Köln-Verbundenheit. Er lebte in Sülz und war wegen seiner kommunikativen Art sowie seines unerschöpflichen Humors sehr beliebt.
Bemerkenswert
2011 veröffentlichte Helmut Frangenberg eine Biographie Süpers, der auch passionierter Angler war.
Spuren in der Stadt
Das Hänneschen-Theater besitzt eine Stockpuppe von Hans Süper. Im August 2024 weihte die nach ihm benannte Gesellschaft auf der Berrenrather Straße ein Bronze-Denkmal für den Künstler ein.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
