Sein Werk „Gesang der Jünglinge“ verschaffte Karlheinz Stockhausen 1957 internationale Berühmtheit.
150 aus 150Karlheinz Stockhausen gilt weltweit als Pionier der elektronischen und Neuen Musik

Karlheinz Stockhausen Anfang der 80er-Jahre
Copyright: IMAGO/piemags
Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 141. Teil der Serie geht es um den Pionier der elektronischen und Neuen Musik: Karlheinz Stockhausen.
Bedeutung
Karlheinz Stockhausen gilt weltweit als Pionier der elektronischen und Neuen Musik. Ab 1947 studierte er in Köln an der Hochschule für Musik und der Universität sowie in Paris am Konservatorium. Erste Kompositionen entstanden 1950. Seit 1953 arbeitete er beim Elektronischen Studio des WDR mit, von 1963 bis 1977 war er dessen künstlerischer Leiter. 1957 kam in Köln der „Gesang der Jünglinge“ zur Uraufführung. Das Werk verschaffte ihm internationale Berühmtheit. Stockhausen hinterließ 376 Kompositionen, neben elektronischer Musik auch Solowerke für verschiedene Instrumente, Kammermusik und Orchesterstücke, einige mit Chor. Manche dauern mehrere Stunden. Am umfangreichsten ist sein Zyklus „Licht“ (1977 bis 2003) aus sieben Opern mit 29 Stunden Musik.
Karlheinz Stockhausen
Geboren: 22. August 1928 in Mödrath
Gestorben: 5. Dezember 2007 in Kürten
Fast alle seiner Werke hat er in den Uraufführungen, die weltweit stattfanden, selbst dirigiert. Mehr als 100 Werke sind auf Schallplatte erschienen, seit 1991 publiziert ein eigener Verlag das Gesamtwerk auf CD. Zur Weltausstellung 1970 im japanischen Osaka führten 20 Instrumentalisten und Sänger 183 Tage lang im Deutschen Pavillon täglich fünfeinhalb Stunden Kompositionen von Stockhausen auf. In seinem Haus in Kürten veranstaltete der international als Gastprofessor gefragte Komponist von 1998 bis 2007 Kurse für jeweils 130 in- und ausländische Musizierende. Stockhausen wurde zum Vorbild zahlreicher Künstler.
Wirken in Köln
1963 gründete Stockhausen die Kölner Kurse für Neue Musik, die er bis 1968 leitete. Von 1971 bis 1977 war er Professor für Komposition an der Musikhochschule. 1988 verfasste er eine Auftragskomposition zur 600-Jahr-Feier der Universität, wo zehn Jahre danach ein mehrtägiges Symposium mit öffentlichen Vorträgen zu seinem Werk stattfand.
Bemerkenswert
1967 heiratete er in zweiter Ehe die Künstlerin Mary Bauermeister (Nr. 1 dieser Serie). Die Ehe wurde 1972 geschieden. Einige seiner Kinder sind auch Musiker. Über Stockhausen sind mehrere Biographien erschienen. Thomas von Steinacker legte 2022 mit „Der Mann, der vom Sirius kam“ eine Biographie als Graphic Novel vor.
Spuren in der Stadt
1996 erhielt Stockhausen den „Kulturpreis Köln“.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.