Das richtige AnbaugebietHerkunft entscheidet

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Eigentlich gibt es nur drei Sorten Tee: Schwarzen, Grünen und Weißen. Alle stammen von der gleichen Pflanze und unterscheiden sich lediglich durch die Art ihrer Herstellung. Trotzdem bietet Tee viele verschiedene Geschmacksrichtungen, die zum größten Teil durch die verschiedenen Anbaugebiete und den Monat der Ernte beeinflusst werden. Ein Überblick.
Assam: Die Hochebene in Nordindien zu beiden Seiten des Brahmaputra ist das größte zusammenhängende Tee-Anbaugebiet der Welt. Die erste Ernteperiode am Anfang des Jahres beginnt nach einer längeren Erntepause im Februar mit der First-Flush-Ernte. Berühmt ist das Anbaugebiet aber für die kräftigen Ergebnisse der Second-Flush-Ernte.
Darjeeling: Der Tee wächst hier sehr hoch an den Südhängen des Himalaya in Nordostindien. Tee aus dieser Gegend gilt als Champagner unter den Tees: Viele der rund 100 Teegärten sind so berühmt wie die guten Weinlagen Frankreichs. Der Tee wird in Höhenlagen von 800 bis 2000 Metern angebaut, Topqualität stammt aus den ganz hohen Gärten. Nach einer Erntepause beginnt hier die erste Pflückperiode im März. Diese ganz frühen Pflückungen sind besonders begehrt.
Bei Darjeeling-Tees gibt es fünf Jahreszeiten, die geschmacklich unterschiedlichen Tee hervorbringen: First Flush (März), In Between (Anfang April), Second Flush (Ende Mai bis Juni), Monsoon (Juli bis Oktober), Autumnals (nach dem Regen im Oktober).
Ceylon: Der Tee des heutigen Sri Lanka wird traditionell nach dem alten Landesnamen Ceylon benannt. Hier wird das ganze Jahr über geerntet. Entscheidend ist hier die Ebene, auf der der Tee gepflückt wird. Tee aus Ceylon wird in drei Kategorien eingeteilt. Lowgrowns wachsen unter 650 Metern. Mediums zwischen 650 und 1300 Metern. Highgrowns von 1300 bis 2500 Metern. Charakteristisch für alle Ceylon-Tees ist eine leuchtend orangefarbene bis rötliche Tasse.
China: China gilt als die Heimat des Tees. Die Chinesen selbst konsumieren hauptsächlich grünen Tee, ganz besonders in der chinesischen Teezeremonie Oolong-Tee, der in Farbe, Geschmack und Herstellung zwischen Schwarz- und Grüntee liegt. China stellt als einziges Land zudem Spezialitäten wie Jasmin-, Rosen- oder Litschi-Tee her. Die Teesorten werden zusammen mit den entsprechenden Blüten gedämpft und nehmen so deren Duft und Geschmack an.
Himalaya: Die Königreiche Bhutan und Nepal sowie der indische Bundesstaat Sikkim sind erst seit kurzer Zeit als Teeproduzenten für den Welthandel von Bedeutung, da zuvor der Großteil der Ernte im eigenen Land konsumiert wurde. Vor allem in Nepal hat sich nach der Privatisierung der Gärten viel getan.
Japan: Japan produziert nur grünen Tee in unterschiedlichen Qualitäten. Je dunkelgrüner die Teeblätter, desto höher die Qualität. Sencha ist der gängigste Japantee. Der Geschmack ist je nach Qualität leicht herb bis lieblich. Kukicha besteht aus Blattrippen und schmeckt leichter als Sencha. Gyokuro und Kabuse-Cha sind Schattentees. Wenige Wochen vor der Ernte werden die Teebüsche mit Strohmatten oder Planen abgedeckt. Je stärker die Sonneneinstrahlung ist, desto stärker wird Theanin abgebaut. Das hat Auswirkungen auf den Geschmack. Weil durch die Abdeckung mehr Theanin in den Pflanzen bleibt, wird der Tee lieblicher.






