Im Rahmen eines Festakts im Kölner „Köln-Sky“ ist am Montagabend der Deutsche Lokaljournalistenpreis 2025 der Konrad-Adenauer-Stiftung verliehen worden. Der erste Preis ging an den „Kölner Stadt-Anzeiger“ für seine Serie „100 Ideen für Köln“, die zur nordrhein-westfälischen Kommunalwahl 2025 erschien. Die Jury hob besonders den Perspektivwechsel der ausgezeichneten Serie hervor. Die Redaktion habe „den Spieß umgedreht“ und anstelle der Kandidatinnen und Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt sowie für die lokalen Parlamente die Kölnerinnen und Kölner mit den besten Ideen für ihre Stadt in den Mittelpunkt gerückt.
Mit einem „attraktiven Gesamtpaket“ sei es gelungen, der Wahlberichterstattung „etwas Leichtes, etwas Spielerisches zu verpassen“ und zugleich das Stadtgespräch zu prägen. Die Serie sei „ein herausragendes Beispiel“ dafür, wie Regionalzeitungen demokratische Teilhabe stärken und zu einer „lebendigen Demokratie vor Ort beitragen können“. „Wir sind sehr stolz - auf diese Auszeichnung und auf unsere Leserinnen und Leser. Ihr Engagement und ihre Kreativität haben nicht nur unsere Serie gelingen lassen, sondern sie sind auch die Essenz einer lebendigen Zivilgesellschaft“, sagte Chefredakteur Gerald Selch.

Im Rahmen eines Festakts im Kölner „Köln-Sky“ ist der Deutsche Lokaljournalistenpreis 2025 der Konrad-Adenauer-Stiftung verliehen worden.
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„Die Geschehnisse vor Ort in Politik, Wirtschaft und Kultur aufmerksam, kritisch und zugleich konstruktiv zu begleiten, ist heute mehr denn je der Auftrag des Lokaljournalismus. Wir sehen den Lokaljournalistenpreis als Anerkennung unserer Arbeit und als großen Ansporn.“ Die Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer, würdigte die Bedeutung lokaler Medien für die Demokratie. Lokaljournalismus sei nah bei den Menschen, kontrolliere Macht vor Ort und halte Geschichte lebendig, sagte sie in ihrer Ansprache.
Auch der nordrhein-westfälische Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien und Chef der Staatskanzlei, Nathanael Liminski (CDU), unterstrich den Stellenwert des Lokaljournalismus für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Regionen. Unter den rund 150 geladenen Gäste aus der Politik und der Kölner Stadtgesellschaft waren auch Leserinnen und Leser des „Kölner Stadt-Anzeiger“, die mit ihren Vorschlägen zu der prämierten Serie beigetragen hatten.
Weitere Preise vergeben
Neben dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ wurden weitere Redaktionen mit dem Lokaljournalistenpreis 2025 ausgezeichnet. Den zweiten Preis erhielt die „Saarbrücker Zeitung“ für ihre investigative Recherche zur sogenannten NVG-Affäre: Die Reporter Michael Kipp und Lukas Taskiran hatten strukturelle Missstände und jahrelangen Missbrauch öffentlicher Mittel bei der Neunkircher Verkehrsgesellschaft aufgedeckt.
Der dritte Preis ging an den „Berchtesgadener Anzeiger“ für das Projekt „80 Jahre Kriegsende in Berchtesgaden“, mit dem die – wie die Jury hervorhob „Mini-Redaktion“ das historische Geschehen im Frühjahr 1945 in einer Art Liveticker-Format lebendig aufbereitet hatte. Den Sonderpreis für Volontärsprojekte sicherte sich die Freie Presse Chemnitz mit „Gehen oder Bleiben“, einer Arbeit über die Lebensentscheidungen junger Menschen in strukturschwachen Regionen.
Insgesamt waren 281 Arbeiten für den Wettbewerb eingereicht worden. Der seit 1980 von der Konrad-Adenauer-Stiftung vergebene Deutsche Lokaljournalistenpreis gilt als eine der renommiertesten Auszeichnungen im deutschen Lokaljournalismus.
Die Top-Ten-Ideen der Serie im Überblick
1. Es soll Zehntausende neue Bäume für Köln geben, um das Stadt-Klima zu verbessern, Schadstoffe aus der Luft zu filtern und Tieren ein Zuhause zu schenken.
2. Es soll ein/e „Sonderbeauftragte/r für Sauberkeit“ berufen werden, der/die ständig direkt an den/die OB berichtet und für häufigere Reinigung zentraler Areale in der Stadt sorgt.
3. Es soll eine zentral gelegene Markthalle für Köln geben, in der hochwertige regionale Produkte sowohl für private Kundschaft als auch für Restaurants angeboten werden.
4. Die Deutzer Werft soll als Grünanlage gestaltet werden. Dafür sollen der Boden entsiegelt, eine Fahrradstraße eingerichtet und zudem Sitzgelegenheiten geschaffen werden.
5. Köln soll „Schwammstadt“ werden, ein Kältenetz angesichts des Klimawandels für mehr Hitzeschutz sorgen.
6. Bessere Beleuchtung an vielen Stellen der Innenstadt soll dafür sorgen, dass sich insbesondere Frauen dort nicht unwohl fühlen.
7. Auf den Hauptverkehrsstraßen Richtung Innenstadt sollen Fahrradtraßen entstehen, die physisch von der Fahrbahn für Autos getrennt sind.
8. Im öffentlichen Nahverkehr soll es auf dem Rhein eine Linie für Wasserbusse und Wassertaxis auf dem Rhein mit verschiedenen Anlege-Orten im Stadtgebiet und weiter bis Bonn und Düsseldorf geben.
9. Zur Verschönerung des Stadtbilds sollen Zäune, Betonwände, Masten, Stromkästen, Bänke usw. im öffentlichen Raum farblich aufeinander abgestimmt werden. Für größtmögliche Einheitlichkeit soll die Stadt einen Farbton vorgeben.
10. Auf einem „Boulevard der Stars“ sollen sich Berühmtheiten aus Köln und der Region mit ihren Fußabdrucken verewigen können.
Der Kölner OB Torsten Burmester legte sich im Serien-Finale vier Tage vor seiner Wahl im September 2025 auf seine Favoriten aus der Top Ten fest: Auf Platz 1 setzte er die „Schwammstadt“ Köln, auf Platz 2 den „Sonderbeauftragen für Sauberkeit“, auf Platz 3 die Markthalle, auf Platz 4 Zehntausende neue Bäume für Köln und auf Platz 5 die bessere Beleuchtung.


