Der ADAC übte am Mittwoch scharfe Kritik an der „unangemessenen“ Preisentwicklung und warf der Industrie Gewinnmaximierung vor.
Abzocke an der Tankstelle?Spritpreise in Köln steigen weiter – ADAC übt scharfe Kritik

Ein Mann hält an einer Tankstelle eine Zapfpistole. (Symbolfoto)
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Die Spritpreise sind durch den den Krieg im Iran auf ein Rekordniveau gestiegen. Seit Tagen gehen die Preise an den Tankstellen weiter in die Höhe. Auch in Köln und der Region sind Benzin und Diesel so teuer wie seit Jahren nicht mehr. Der ADAC übt scharfe Kritik an der Preisentwicklung.
Bereits kurz nach der ersten Eskalation im Nahen Osten waren die Auswirkungen auf Verbraucherinnen und Verbraucher direkt zu spüren. In der Region Köln stiegen die Preise an den Tankstellen in die Höhe. Am Sonntag (1. März) kletterte der Preis für den Liter Benzin auf über 1,80 Euro, am Mittwoch (4. März) wurde dann sogar die Zwei-Euro-Marke durchbrochen.
Spritpreise in Köln und Region steigen weiter
Wer am Mittwochmorgen (11. März) eine Tankstelle in Köln und Region anfuhr, musste wieder tief in die Tasche greifen. Durchschnittlich lag der Preis für den Liter Super in der morgendlichen Rushhour bei rund 2,11 Euro. Damit sind die Spritpreise in der Region Köln sogar noch einmal deutlich angestiegen.
Auch Superbenzin der Sorte E10 lag im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Dienstag (10. März) bei mehr als 2 Euro pro Liter. Ein Rekordniveau, das letztmals Ende Mai 2022 erreicht wurde, unmittelbar vor Beginn des dreimonatigen Tankrabatts.
Für den ADAC zeigt diese Entwicklung, dass die Kraftstoffwirtschaft den Irankrieg auch dafür nutzt, Gewinne zu maximieren.
Der ADAC übte am Mittwoch (11. März) scharfe Kritik an der Preisentwicklung. Dass die Ölpreise aufgrund des Kriegs im Nahen Osten in den letzten Wochen gestiegen sind, sei zwar klar nachvollziehbar. Doch der Aufwärtstrend im Ölpreis sei inzwischen zumindest vorerst gestoppt. Das zeige sich bisher aber nicht bei den Benzin- und Dieselpreisen an Deutschlands Tankstellen, so die Kritik des ADAC.
„Für den ADAC zeigt diese Entwicklung, dass die Kraftstoffwirtschaft den Irankrieg auch dafür nutzt, Gewinne zu maximieren“, so Katharina Dümmer, Verkehrsexpertin beim ADAC.
Phänomen spricht für Abzocke an Tankstellen
Die unangemessene Preisgestaltung sei an einem Phänomen klar belegbar, so der ADAC weiter. Denn der Kraftstoff HVO100 habe den Preisanstieg nach oben mitgemacht, obwohl es dafür keine direkte Rechtfertigung über den Ölpreis gebe.
„HVO enthält kein fossiles Öl und ist damit unabhängig vom Rohölpreis“, betont der ADAC in seiner aktuellen Stellungnahme. Es sei deshalb höchste Zeit, von der Mineralölindustrie Transparenz über Kostenstrukturen und Preisgestaltung einzufordern, so der ADAC. Er wirft der Mineralölwirtschaft eine unangemessene Preissetzung an den Tankstellen vor.
Aufgrund der steigenden Preise für Benzin und Diesel weichen inzwischen viele Menschen aus der Region Köln auf Tankstellen im Grenzgebiet zu Belgien aus. Hier sind die Spritpreise mit rund 50 Cent deutlich günstiger als in Deutschland. Der Zoll kündigte unterdessen an, Tank-Touristen zu kontrollieren und die Entwicklungen an den Grenzen im Auge zu behalten.

