Zunächst besaß Frank Dellanna einen Porsche 930 nur in Miniaturformat. Jetzt fährt er das ehemalige Auto eines Rallyeweltmeisters.
Alte Liebe rostet nichtFrank Dellannas Porsche 930 trägt die Spuren einer Rallye-Legende

Mit einem Carrera-Auto fing es an: Heute besitzt Frank Dellanna einen echten Porsche 930.
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„Beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagrecht zu den Ohren abfließen“, lautet eines der bekanntesten Zitate von Walter Röhrl. Am 28. April 1979 hatte der Rallyeweltmeister aus St. Englmar nahe Regensburg gleich zwei Mal Grund, Tränen der Ergriffenheit zu vergießen. An diesem Tag heiratete er nicht nur seine Freundin Monika, sondern ließ auch einen Porsche 911 Turbo mit nicht weniger als 330 PS auf seinen Namen zu. Den roten Sportwagen mit dem markanten Spoiler fährt heute Frank Dellanna aus Köln. So viel steht fest: Die Beschleunigung stimmt noch immer.
- Typ: Porsche 911 Turbo 3.3 Typ 930
- Baujahr: 1979
- PS: 330
- Höchstgeschwindigkeit: 260
- Zylinder: 6
- Hubraum: 3299 ccm
- Verbrauch: 12 Liter
- Neupreis: Ca. 70 000 D-Mark
- Gebaute Exemplare: 17381
Deshalb habe ich ihn:
Die ganze Sache hat angefangen, als wir mal essen waren in der „Oldiethek“ von TV-Moderator Horst Lichter in Rommerskirchen. Über dem Restaurant hatte er eine ausgebaute Scheune, wo sich die Männer aus dem Dorf zum Carrerabahn-Fahren trafen. Da konnte man auch diese kleinen Carrera-Autos kaufen. Als ich mir einen Porsche 911 Turbo aussuchte, meinte Horst Lichter, dass es den auch in groß gäbe. Und zwar stehe der bei einem Händler in Düsseldorf. Ich kann mich erinnern, dass ich Ende der 1970er-Jahre zum ersten Mal den Porsche Turbo gesehen habe, da war ich ungefähr 15. Das war das erste Serienauto, bei dem die 300 auf dem Tacho stand, das war das schnellste Serienauto seiner Zeit. Und seitdem ist es eine Ikone für mich gewesen.
Ich fuhr also nach Düsseldorf, um mir den Wagen anzusehen. Dass der Porsche mal Walter Röhrl gehörte, war natürlich doppelt reizvoll für mich. Mit dem Namen bin ich schließlich groß geworden. Beim ersten Besuch war mir der Preis aber zu hoch, beim zweiten ebenfalls. Dann kam mir der Händler nochmal entgegen und ich schlug zu. Damals, vor mehr als 20 Jahren, wollte keiner diese Autos haben. Mittlerweile sind die Preise durch die Decke gegangen.

Besuch bei einer Rallye-Legende: Frank Dellanna zeigt Walter Röhrl nochmal dessen roten Hochzeitsflitzer.
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Das kann er:
Auch nach fast 50 Jahren ist die Leistung noch top, der Wagen beschleunigt auf 100 in 5,4 Sekunden. Gleichzeitig ist er absolut alltagstauglich und eine klassische Schönheit. Als Jugendlicher hätte ich nie gedacht, dass ich wirklich mal einen Porsche 911 Turbo besitze.
Beim Porsche 930 bekam der Turbo einen Ladeluftkühler, was die Leistung auf 300 PS steigerte. Meiner hat nochmal 30 PS obendrauf bekommen. Als Sonderausstattung hat sich Walter Röhrl eine Ladedruck-Anzeige einbauen lassen. Das allein dürfte damals 10.000 D-Mark gekostet haben.

Auch im Inneren hat Rallyeweltmeister Walter Röhrl seine Spuren hinterlassen.
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Das kann er nicht:
Bei Regen zu fahren ist keine Option. Weil der Motor im Heck sitzt, bricht der Wagen in Kurven besonders bei nasser Fahrbahn schnell aus. Da fährst du auf der Autobahn mit 80 auf der rechten Spur. Jeder Golf ist dann schneller. Dieses Modell ist auch als Witwenmacher bekannt, weil der Turbo seine Leistung beim Gasgeben sehr plötzlich entfaltet. Das hat schon zu tödlichen Unfällen geführt. Dieses Auto verzeiht keine Fahrfehler, zumal es elektronische Helfer wie das elektronische Stabilitätsprogramm damals noch nicht gab. Eine Klimaanlage hat er übrigens auch nicht.

Der Porsche 930 war das schnellste Serienauto seiner Zeit, auch dank Ladeluftkühler. Vielleicht bringt auch die Signatur von Walter Röhrl ein paar PS mehr.
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Das habe ich für ihn getan:
Der Motor ist schon der zweite. Über die Jahre musste daran einiges erneuert werden, die Benzinpumpe zum Beispiel und die Nockenwelle. Ich habe auch den Original-Auspuff einbauen lassen. Gerade erst habe ich zufällig das Original-Radio für diesen Porsche gefunden und ebenfalls eingebaut. Dieses Auto ist ja nicht zwingend mit Radio ausgeliefert worden, das war eine Sonderausstattung. Wenn man ganz genau hinschaut, gibt es winzige Rostblasen, die sich aber nicht weiter ausbreiten. Bevor ich den Originallack entferne, lasse ich das lieber so.
Das haben wir erlebt:
Es war nicht so einfach, aber irgendwann hat meine Frau es geschafft, Kontakt zu Walter Röhrl aufzunehmen und ihn zu fragen, ob wir mal mit „seinem“ Porsche vorbeikommen können. Er und seine Monika waren tatsächlich nicht abgeneigt, ihr Hochzeitsauto nochmal wieder zu sehen. Wir sind also zu ihrem Haus auf einem Hügel bei Regensburg gefahren und haben uns zusammen den Porsche angeguckt. Beeindruckend war die Großgarage, in der Walter Röhrl seine Pokale aufbewahrt und Porsches in allen Farben und Formen. Unseren Porsche hat er damals aber nicht lange behalten. Ich bin mittlerweile der vierte Besitzer und natürlich stolz, dass Walter Röhrl den Wagen bei unserem Besuch gleich zwei Mal signiert hat: einmal im Motorraum und einmal auf dem Armaturenbrett.
Das haben wir vor:
Ich passe weiterhin gut darauf auf, damit die nächste Generation auch noch etwas davon hat. Jetzt, da er signiert ist, bewege ich ihn aber eher selten. Das ist das Schicksal von vielen Sammlungsautos: Man fährt kaum noch damit. Es könnte ja sein, dass ein Unfall passiert und etwas von der Original-Substanz verloren geht.
