Jan Böhmermanns Team sprengt in einer neuen TV-Show den Kölner Colonius – zumindest fiktiv. Was dahintersteckt.
Sprengung des ColoniusBöhmermanns Team inszeniert Zerstörung in neuer ZDF-Satire

Autor Chris Sommer in seiner Rolle als Reporter Peter-Stefan Thomas - Das «ZDF Magazin vor Ort: Die Colonius-Sprengung» kommt am Freitag. (Handoutbild)
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Ein monumentales Kölner Bauwerk wird zum Gegenstand einer fiktiven Sprengung im Live-Fernsehen. Im Zentrum einer neuen Folge des Formats „ZDF Magazin vor Ort“ (29. Mai, 23.00 Uhr), das zum Universum der Shows von Jan Böhmermann gehört, steht der Fernmeldeturm „Colonius“. Eine Vorab-Ansicht der Episode ist schon ab 20.00 Uhr in der Mediathek verfügbar.
Die Episode, die den Namen „ZDF Magazin vor Ort: Die Colonius-Sprengung“ trägt, befasst sich mit dem 266 Meter hohen Bauwerk, dessen Eröffnung 1981 stattfand. Der Colonius, der seit langer Zeit nicht mehr für Besucher zugänglich ist, stellt für zahlreiche Einwohner Kölns ein Mysterium dar – und das in einer Metropole, die ihre Architektur häufig mit starkem Lokalpatriotismus verbindet. Die Moderation der Sendung übernimmt Chris Sommer, den man aus dem Podcast „Drinnies“ kennt.
Ein Kölner Rätsel als ideale Projektionsfläche
Der Fernsehturm bietet laut Sommer eine perfekte Grundlage für satirische Zwecke. Er vergleicht das Bauwerk mit einem Elefanten im Raum: monumental, doch es wird nicht thematisiert. „Man fährt ständig daran vorbei, aber eigentlich weiß keiner so genau, was mit diesem Turm überhaupt los ist. Man weiß nur: Das Ding steht da und hat irgendwas mit Fernsehen und Signalen zu tun“, äußerte Sommer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Seine Erscheinung habe beinahe etwas Mythisches.

Und dann macht es «Bumm»: In einer Satire-Sendung des ZDF soll es um die angebliche Sprengung des Kölner Fernsehturms gehen. (Archivfoto)
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Der in der Schweiz geborene Moderator ist seit vielen Jahren im Fernseh- und Kreativsektor von Köln aktiv. Einem breiten Publikum ist er durch Böhmermanns Hauptformat „ZDF Magazin Royale“ ein Begriff, worin er die Kunstfigur des Reporters Peter-Stefan Thomas verkörpert. Jene Figur wird auch durch die fiktive Detonation des Colonius leiten.
Reporter-Parodie mit Schweizer Akzent
Die Inspiration für sein Alter Ego schöpfte Sommer aus der Rezeption seines Dialekts. „Ich habe irgendwann gemerkt, dass mein Schweizer Hochdeutsch in Deutschland oft sehr förmlich wirkt“, führte er aus. „Daraus entstand dann diese leicht verklemmte, überkorrekte Reporterfigur, die perfekt in solche Fernsehwelten passt.“
Das häufig im Regionalfernsehen präsente Genre der Spreng-Berichterstattung übt aufgrund seiner Dramaturgie eine besondere Faszination auf ihn aus. „Eigentlich warten alle nur darauf, dass es einmal kurz "Bumm" macht – und trotzdem wird vorher mit Anwohnern gesprochen, der Sprengradius erklärt und große Spannung aufgebaut“, erläuterte Sommer. Genau in dieser Ernsthaftigkeit sei bereits die Komik zu finden.
Kölner sind an explosive Lagen gewöhnt
Befürchtungen, dass die Kölner Bevölkerung die satirische Detonation für bare Münze nehmen könnte, hegt Sommer nicht. „Ich glaube, die Kölnerinnen und Kölner sind durch den Karneval jedes Jahr so viel gewohnt, dass sie eine angebliche Sprengung des "Colonius" nicht mehr aus der Ruhe bringt“, äußerte er. Überdies seien Bombenentschärfungen Teil des städtischen Alltags. „Wenn in Köln mal etwas in die Luft fliegt, gehört das fast schon zum guten Ton.“
Sommer schätzt seine Wahlheimat für die aufgeschlossenen und freundlichen Menschen, hat jedoch Vorbehalte gegenüber der städtischen Architektur. „Schön ist Köln wirklich nicht – das kann man schon sagen. Die Stadt ist eher unschön, oft eng und manchmal sogar ein bisschen beklemmend“, urteilt der Satiriker.
In der Sendung wird zudem der Musiker Wolfgang Niedecken mitwirken. Er ist dafür vorgesehen, ein Abschiedsstück für den Fernsehturm zu singen. Im Unterschied zu Sommer, der den Turm noch nie betreten hat, war Niedecken laut dessen Aussage bereits dort oben. (dpa/red)
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