Seit einem halben Jahrhundert ist das City-Center am Pariser Platz zu finden und hat sich im Lauf der Jahrzehnte immer wieder gewandelt – nur wenige der heute dort vertretenen Geschäfte sind bereits seit den Anfangsjahren dabei. Horst-Wolfgang Huth aber hat bereits die Eröffnung mitgemacht: Seine Pegasus-Apotheke hat in diesem Oktober selbst 50. Jubiläum feiern können. Direkt am westlichen Ausgang zum S-Bahnhof gelegen, wo sie über einen eigenen Zugang verfügt, um auch nach Ladenschluss zugänglich zu sein, ist sie für viele aus dem Stadtteil bei gesundheitlichen Problemen die erste Anlaufstelle.
Huth, heute 78 Jahre alt, hatte seine Apotheke mit 28 Jahren eröffnet. Eigentlich war ihm eine Laufbahn als Arzt vorbestimmt gewesen, wie er sich erinnert. „Ich komme aus einer Mediziner-Familie, da wird einem dieser Berufswunsch schon in die Wiege gelegt“, meint er mit einem Schmunzeln. So begann er denn auch zunächst ein Medizinstudium an der Universität Marburg, an der allerdings auch die größte pharmazeutische Fakultät Deutschlands zu finden war. „Deswegen lernte ich dort während des Studiums recht viele Pharmazeuten kennen. Die haben mich dann mehr oder weniger von der Medizin abgeworben“, sagt er. Letztlich wechselte er nicht nur den Studiengang, sondern auch die Universität und beendete sein Studium in Münster.

Der Eingang der Pegasus-Apotheke im City-Center
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Noch während des Studiums hatte er sich bereits darum beworben, in dem im Bau befindlichen Einkaufszentrum in dem damals als „Neue Stadt“ bekannten Städtebau-Projekt im Kölner Norden eine Apotheke eröffnen zu können. Ihn reizte das Neue. „Einkaufszentren gab es damals in Köln ja praktisch noch nicht, bis auf das Rhein-Center in Weiden“, erinnert er sich. „Und auch die Neue Stadt fand ich damals sehr interessant, das war ja alles noch im Entstehen begriffen. Das Einkaufszentrum stand am Anfang fast allein auf der grünen Wiese – die Hochhäuser waren noch nicht da, die ganze Infrastruktur funktionierte noch nicht.“ Ursprünglich war die Pegasus-Apotheke am Eingang zum Pariser Platz angesiedelt – mit dem großen Umbau 1994 zog sie auf die andere Seite des Gebäudes.
Fühlinger See, Aqualand, Tennisleistungszentrum, Bahn-Anbindung machen Chorweiler attraktiv
Über die Jahrzehnte hat Huth den Wandel in Chorweiler beobachten können und findet den Stadtteil immer noch „sehr interessant“. Die negative Sicht auf Chorweiler, die einem oft bei Beobachtern von außen begegnet, teilt er nicht. „Natürlich, es gab und gibt Probleme. Aber eigentlich ist es doch eine attraktive Umgebung: Wir haben den Fühlinger See mit der Regattastrecke, ein Tennisleistungszentrum und das Aqualand. Und prinzipiell sind wir durch die S-Bahn gut angebunden, sind ruckzuck in der Innenstadt, oder auch in Düsseldorf. Das hat schon seinen Wert.“
Mit den Jahren wurde die Pegasus-Apotheke zur Institution im Viertel – so hatte Huth auch einen direkten Draht zum Kinderarzt Detlev Geiss, der mehrere Generationen Chorweiler Kinder behandelt hatte. „Er war wirklich die gute Seele der Stockholmer Allee“, sagt er über den vor einigen Jahren verstorbenen Weggefährten. Dass sich Chorweilers Bevölkerung zunehmend zum „Multikulti“-Schmelztiegel entwickelte, empfand er nie als Problem, das spiegelt sich auch in seiner Belegschaft wider. „Wir haben Mitarbeitende mit türkischem, syrischem, ukrainischem und russischem Hintergrund“, zählt er auf, „das liegt einfach in der Natur der Sache. Denn wir sind eine Apotheke – damit meine ich, dass ich großen Wert darauflege, eine gute Beratung bieten zu können.“
Mitarbeiterin ist seit dem 14. Lebensjahr in der Apotheke
Seine Mitarbeiter scheinen die Wertschätzung zu erwidern: Viele sind bereits seit Jahrzehnten dabei. Huth denkt etwa an eine Kollegin, die sich 1978 mit gerade 14 Jahren bei ihm vorstellte, um sich für eine Ausbildung zur Apothekenhelferin zu bewerben. Nahezu ihr gesamtes Berufsleben hat sie in der Pegasus-Apotheke verbracht. „Wir sind hier schon so etwas wie eine Familie“, meint Huth.
Mittlerweile denkt Huth angesichts seines Alters ans Aufhören, doch ein Nachfolger ist vorerst nicht in Sicht. „Auch den Apotheken geht es nicht gut, deswegen werden es auch immer weniger“, sagt er. „Die Konkurrenz durch die Versand-Apotheken im Internet merken wir auch. Aber die können nicht bieten, was eine richtige Apotheke kann, nämlich eine wirklich fundierte Beratung.“

