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ChorweilerLängere Wege für Jobcenter-Kunden im Kölner Norden

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Die Zweigstelle des Jobcenters Chorweiler, ein graues mehrgeschossiges Gebäude mit rotem Eingangsbereich.

Die Chorweiler Zweigstelle des Jobcenters ist am Athener Ring zu finden. Noch. 

Das Jobcenter am Athener Ring soll schließen. Künftig wird es stadtweit nur noch zwei Anlaufstellen geben. Das sorgt für deutlich längere Anfahrten. 

Bereits 2024 wurde bekannt, dass die Jobcenter in Köln bis Ende 2027 strukturell grundlegend neu aufgestellt werden sollen: Anstelle der bislang neun über das Stadtgebiet verteilten Zweigstellen soll es zwei zentrale Standorte geben – einen in der Siegburger Straße in Deutz für die rechte Rheinseite,  einen weiteren in der Vitalisstraße in Braunsfeld für das linksrheinische Köln. Mit den Zusammenlegungen sollen laut Jobcenter „Ressourcen und Kompetenzen“ gebündelt werden, um ein „verbessertes Dienstleistungsangebot für Kundinnen und Kunden, schnellere Kommunikation und Bearbeitung“ zu ermöglichen, doch natürlich gibt es auch finanzielle Gründe, wie aus einem Monatsbericht im Sozialausschuss im Juni 2024 hervorgeht: Angesichts der Entwicklung von Miet- und Energiekosten sieht die Behörde ein hohes Einsparpotenzial. Betont wird außerdem die „gute Erreichbarkeit“ der beiden geplanten Standorte durch die Nähe zu Stadtbahn- und S-Bahn-Haltestellen.

S-Bahnfahrt dauert 20 Minuten

Für  Jobcenter-Kunden aus dem Bezirk Chorweiler heißt dies dennoch, dass sie künftig deutlich mehr Zeit für den Anfahrtsweg einplanen müssen: Die Zweigstelle am im Bezirk zentral gelegenen Athener Ring ist aus den umliegenden Stadtteilen auch zu Fuß gut zu erreichen, für den Weg zum an der S-Bahnstation „Technologiepark Müngersdorf“ gelegenen geplanten Zentralstandort ist hingegen eine gut zwanzigminütige S-Bahnfahrt mit Umsteigehalt erforderlich. Fahrtkosten können sich die Kunden zwar erstatten lassen, dies muss allerdings eigens beantragt werden.

Die Politik im Kölner Norden sieht in der angekündigten Schließung des  Standorts im Stadtteil daher eine weitere strukturelle Verschlechterung für den Bezirk. „Gerade in Chorweiler und Seeberg haben wir einen sehr hohen Anteil an Sozialleistungsbeziehern, darum war die Ansiedlung einer Jobcenter-Zweigstelle bislang auch so plausibel“, sagt etwa Marc Kersten, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bezirksvertretung (BV) Chorweiler.  Stattdessen würden sich die Anfahrtswege nach „grober Schätzung“ künftig um 50 bis 200 Prozent verlängern, so Kersten. Die Grünen hatten daher in der jüngsten Sitzung der BV in einem Antrag an die Verwaltung appelliert, die Schließung der Zweigstelle erneut „ergebnisoffen“ zu überprüfen oder eine ortsnähere Lösung in Betracht zu ziehen. Außerdem solle über den Umzug rechtzeitig und mehrsprachig informiert sowie telefonische und digitale Antrags- und Beratungsmöglichkeiten ausgebaut werden.  Die BV solle derweil – anders als bisher – zeitnah über alle Schritte unterrichtet werden.

Der Antrag fand die Zustimmung der übrigen Fraktionen und wurde letztlich auch mehrheitlich beschlossen. Can Kurda (CDU) stellte auch die Entscheidung für Braunsfeld als Standort infrage. „Warum Braunsfeld und nicht Nippes?“, fragte er, „wo es doch dort an der Neusser Straße bereits einen Standort gibt, der deutlich besser zu erreichen ist“.