Seit 2023 steht fest, dass Esch an seinem nordöstlichen Ortsrand einen Anbau bekommen soll: Hier sollen auf einer Fläche von übersichtlichen 1,6 Hektar 57 neue Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser entstehen, aufgereiht an einer neuen Planstraße, die die Volkhovener Straße mit der Weilerstraße verbinden soll. Zwar ist noch nicht klar, wann dort tatsächlich einmal die ersten Spatenstiche gemacht werden, einen Namen trägt die zukünftige Straße dennoch bereits: „Am Offermannshof“ soll sie heißen.
Beschlossen hatte dies die Bezirksvertretung Chorweiler in ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause auf eine Beschlussvorlage der Verwaltung hin – deren Alternativ-Vorschlag „An St. Martinus“ hatte das Nachsehen. Die Bezeichnung „Am Offermannshof“ solle die Aufmerksamkeit auf die Gehöfte lenken, von denen Esch und Auweiler geprägt seien, so die Verwaltung in ihrer Begründung. Viele dieser Höfe hatten sich bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts im Besitz von Klöstern befunden und stünden nun unter Denkmalschutz, so auch der Offermannshof.
Bürger sprach sich für Josef-Bardenheuer-Straße aus
Aus dem Ort heraus war allerdings noch ein Vorschlag mit einer weiteren Alternative gekommen: In einer Bürgereingabe hatte ein Petent angeregt, die neue Straße „Bardenheuerstraße“ zu benennen, oder auch in der Variante „Josef-Bardenheuer-Straße“, um die Verwechslungsgefahr mit der in Lindenthal bereits vorhandenen Straße dieses Namens zu vermeiden. Der Namenspatron Josef Bardenheuer ist als Gründer der „Kalker Brauerei-Actien-Gesellschaft“ von zentraler Bedeutung für Kölns Wirtschaftsgeschichte: Nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft in den 1870er Jahren entwickelte sich das Unternehmen zu einer der modernsten Brauereien Europas – nach diversen Krisen und Eigentümerwechseln endete der Brauereibetrieb schließlich. Mit Esch ist Bardenheuer durch das Gut Frohnhof verbunden, das seit Generationen im Besitz seiner Familie ist. Durch den direkten Bezug zum Ort werde sich das neue Quartier besser in den Stadtteil einfügen, so der Petent.
Die Verwaltung bedankte sich für den Vorschlag wie üblich, doch vor einer Benennung nach einer historisch verbürgten Person müsse erst deren Geschichtsbild geklärt werden. Dies könne mehrere Monate dauern – die Benennungsvorschläge der Verwaltung seien jedoch bereits in Vorbereitung gewesen und der Bürgereingabe nun zuvorgekommen. Der Vorschlag des Petenten werde jedoch in eine Liste für Benennungen weiterer möglicher Straßen aufgenommen.
Auch die Fraktion der Grünen hatte für „Am Offermannshof“ gestimmt, schickte jedoch noch einen Zusatzantrag hinterher, in dem sie an einen Grundsatzbeschluss des Kölner Stadtrates erinnerten, nachdem künftig deutlich mehr Namenspatroninnen zum Zuge kommen sollten. „Es wäre schön, wenn man sich daran erinnerte und dann auch aktiv nach geeigneten Kandidatinnen suchen würde“, sagte Eike Danke (Grüne).

