Pläne für ein Neubaugebiet in Fühlingen mit bis zu 250 Haushalten sorgten für Unmut – am Ende setzt sich die dichte Bebauung dennoch durch.
ChorweilerNeubaugebiet am Heinrichhofsweg in Fühlingen ist beschlossene Sache

Bislang wird das zu bebauende Areal von einer weitläufigen Wiese eingenommen. (Archivbild)
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Im Frühjahr des vergangenen Jahres waren die Planungen für den Heinrichhofsweg erstmals öffentlich bekannt geworden: Auf einer bislang unbebauten Wiese am nordöstlichen Ortsrand soll ein Neubaugebiet mit Mehrfamilienhäusern, einer Kindertagesstätte, einer Pflegeeinrichtung sowie einem Nahversorger entstehen. Zwischen 200 und 250 Wohneinheiten sollen die Mietshäuser umfassen, wodurch Fühlingens Einwohnerschaft um bis zu 1000 Personen wachsen könnte – ein beachtlicher Zuwachs für den dörflichen Stadtteil, der zurzeit mit etwas über 2000 Einwohnern zu den zahlenmäßig kleinsten Kölner Veedeln gehört.
In Fühlingen selbst war das Vorhaben nicht zuletzt deshalb auf teilweise offene Ablehnung gestoßen. Eine Siedlung von Mietshäusern am Rand des bislang primär von Einfamilienhäusern geprägten Ortes, die nach den ursprünglichen Plänen bis zu vier Geschosse hoch sein sollten, sowie gut ein Drittel mehr Einwohner würden den Charakter des Viertels massiv verändern, fürchteten die Kritiker. „Wir wissen, dass Wohnraum geschaffen werden muss, aber Fühlingen zeichnet sich eben durch seine Mischung aus Hauseigentümern und Mietern aus – ein reiner Mietwohnungsbau passt einfach nicht dazu“, sagte etwa Michael Frenger, Fühlinger Landwirt und Anwohner der Wiese, die bebaut werden soll.
CDU unterstützte alternatives Bebauungskonzept
Eine Gruppe von gleichgesinnten Fühlingern hatte für eine weniger dichte Bebauung plädiert, und ein alternatives Planungskonzept erstellt, in dem auch Einfamilienhäuser vorgesehen waren, die auch auf der südwestlichen Seite des Heinrichhofswegs entstehen sollten, die zurzeit nicht zum Plangebiet gehört. Unterstützung fanden sie bei der CDU, die sich ihre Planungsskizze zu eigen machte und sie in den Beratungen der Planungen im Stadtentwicklungsausschuss (StEA) als Gegenvorschlag einbrachte. Im vergangenen Jahr war die Vorlage der Verwaltung jedoch mehrere Male vertagt worden, sodass sie nun in der neuen Legislaturperiode in der Sitzung Ende Januar erneut auf die Tagesordnung des StEA kam.
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Jetzt ist der Beschluss gefasst und der ursprüngliche Planungsentwurf hat sich im Wesentlichen durchgesetzt: Eine Mehrheit aus SPD, Grünen und Volt hatte für die Pläne gestimmt, gegen die Stimmen von CDU, AfD und FDP/KSG. Ein Änderungsantrag der CDU, der ein überarbeitetes Planungskonzept mit „geringerer Dichte“ vorschlug, das sich an den Geschosshöhen der angrenzenden Bebauung hätte orientieren sollen, fand keine Mehrheit.

Ende Juni 2025 treffen sich Bürger in Fühlingen, um über den Heinrichhofsweg zu diskutieren. (Archivbild)
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Stattdessen wurde ein zusätzlicher Änderungsantrag der Grünen beschlossen, nach dem die Planungen so überarbeitet werden sollten, dass die Gebäude eine „Maximalhöhe von drei Vollgeschossen plus einem Staffelgeschoss“ nicht überschreiten sollten – eine Variante, die die Grünen nach Gesprächen mit Fühlinger Bürgern als Kompromissvorschlag erarbeitet hatten. Ebenfalls beschlossen wurde ein Änderungsantrag der Fraktion Volt, nach dem der Bau einer Quartiersgarage statt einer Tiefgarage geprüft werden solle, da sich das Planungsgebiet in einem hochwassergefährdeten Areal befinde.
Michael Frenger stimmen diese Zugeständnisse allerdings nicht milder. „Statt vier Vollgeschossen sollen es nun drei Geschosse plus ein etwas zurückversetztes halbes Geschoss sein“, sagt der Fühlinger. „Also letztlich wird es genauso hoch sein wie vorher.“ Auch CDU-Ratsherr Thomas Welter, der sich für die Planungsvariante der Fühlinger Gruppe eingesetzt hatte, sieht das ähnlich. „Die Bebauung wird dann vielleicht nicht mehr so voluminös wirken, aber von der Firsthöhe her ist es das Gleiche. Das ist eher Kosmetik.“ Welter ist auch ob der vergangenen Zeit frustriert, denn „diesen Beschluss hätte man so auch schon vor einem Jahr fassen können“, sagt er.
„Wir sind nicht gegen eine Bebauung“, betont Frenger, „aber sie muss sich in Fühlingen einfügen. Jetzt setzt man uns da eine Siedlung hin, die wie ein Geschwulst sein wird, das wird sich nie in Fühlingen einfügen“. Er fühlt sich von der Politik „abgebügelt“.

