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Sprachförderung„France Mobil“ macht Halt in Köln-Merkenich

3 min
Lektorin Enora Garreua vor der Klasse 3b der GGS Am Spoerkelhof.

Enora Garreau reist mit dem France Mobil durch mehrere Städte Nordrhein-Westfalens, um Schülern Lust auf Französisch zu machen.

Ein deutsch-französisches Programm soll Hemmschwellen zur Sprache des Nachbarlandes abbauen und das Interesse an seiner Kultur stärken.

Andächtig lauschen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3b Enora Garreau, die heute an der Gemeinschaftsgrundschule am Spoerkelhof zu Gast ist – auch wenn Garreau Französisch spricht und keines der Kinder zuvor schon einmal Berührung mit der Sprache des direkten Nachbarlandes hatte. Doch Garreau spricht vor allem über Worte, die eine direkte Entsprechung im Deutschen haben und die die Schüler wiedererkennen können, wie „les bonbons“ oder „le brocoli“. Auch „la baguette“ und „le croissant“ sind ihnen bereits ein Begriff.

Garreaus einfache Sätze, die auf einer Ebene von „das mag ich“ und „das mag ich nicht“ bleiben, unterlegt sie mit Gesten, aus denen sich die Bedeutung erschließen lässt – so können die Kinder ihr gut folgen und haben hörbar Spaß daran, beim Nachsprechen Garreaus Betonung zu imitieren. Auch sind sie erstaunt zu erfahren, dass sich die französischsprachige Welt nicht nur auf Frankreich beschränkt, sondern dass Französisch auch in ganz anderen Erdteilen gesprochen wird,  so zum Beispiel in vielen Ländern Afrikas.

France Mobil macht Lust auf Französisch und französische Kultur

Garreau tourt als sogenannte Lektorin mit dem „France Mobil“ durch das südliche Nordrhein-Westfalen. Ein Programm, das bereits 2002 aus einer Zusammenarbeit des Deutsch-Französischen Jugendwerks mit dem Institut Francais Deutschland und der Französischen Botschaft entstanden ist. „France Mobil“ soll ein authentisches und aktuelles Bild von Frankreich vermitteln und zeigen, dass Französisch nicht nur aus langen Listen von Vokabeln mit schwieriger Aussprache besteht.

„In Deutschland gibt es viele Stereotype über Französisch, viele glauben, die Sprache sei zu schwer und schrecken deswegen davor zurück, sie zu lernen“, sagt Garreau, die aus der Normandie stammt und zurzeit in Düsseldorf lebt. „Deswegen möchte ich den Kindern zeigen, dass es gar nicht so schwer sein muss und man sich schon mit wenigen Worten verständigen kann. Darum sollte man sich nicht einschüchtern lassen.“

Ursula Kiefer, Klassenlehrerin der 3a, die das „France Mobil“ an die Merkenicher Grundschule geholt hatte, hält es deswegen für richtig, bereits Kindern im Grundschulalter erste Berührungen mit Französisch zu verschaffen. „Die Kinder waren total unbefangen und neugierig auf die Lektorin und die Sprache. Viele wachsen ja bereits zweisprachig auf, etwa mit Türkisch oder Portugiesisch“, sagt sie. „Natürlich verstehen sie nicht alles, aber durch die Bildsprache, durch Mimik und Gestik verstehen sie nach und nach immer mehr. Genauso wird auch beim Englischunterricht in der Grundschule gearbeitet.“

Das France Mobil macht jedoch nicht nur an Grundschulen Halt, ein Besuch steht auch weiterführenden Schulen und Berufsschulen offen. Seit 2002 haben so inzwischen gut 1,6 Millionen Schüler Bekanntschaft mit dem Französischen schließen können.