Kölner Eltern in SorgeKinder sollen in marodes Schulgebäude ziehen

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Lebensbaum

Die Fassade bröckelt sichtbar. 

Köln-Heimersdorf – In den Sommerferien hatte der Vorstand des Fördervereins der Katholischen Grundschule (KGS) Lebensbaumweg Alarm geschlagen: Das Containergebäude, das mehrere Jahre lang der Anna-Langohr-Schule als Ausweichquartier zur Verfügung gestanden hatte bis diese im vergangenen Jahr in ihren Neubau in Volkhoven/Weiler gezogen war, soll abgebaut werden, da die Baugenehmigung abgelaufen ist.

In der Zwischenzeit hatte jedoch der OGS-Bereich der KGS Lebensbaumweg die acht Klassenräume in dem provisorischen Gebäude genutzt, weswegen Jörg Wefers und Daniel Hilberath, erster und zweiter Vorsitzender des Fördervereins, forderten, das Gebäude zu erhalten. Denn das Bestandsgebäude auf dem Schulgelände, das der OGS-Bereich stattdessen nutzen solle, weise erhebliche Mängel und Schäden auf, etwa an der Gebäudefassade, die Hilberath an der Verkehrssicherheit des Gebäudes zweifeln lässt.

Abriss sei nötig

Gerüchten, dass der Containerbau noch vor Ablauf der Sommerferien abgebaut werden würde, konnte die Stadtverwaltung damals entkräften – so steht der Übergangsbau auch jetzt noch auf dem Gelände. Die Stadt blieb jedoch bei ihrem Standpunkt, dass der Abriss durch das Auslaufen der Baugenehmigung nötig sei. Gleichzeitig kündigte sie aber auch eine Betonsanierung der bestehenden Schulgebäude an, die im letzten Quartal des laufenden Jahres beginnen soll, lose Elemente an den schadhaften Stellen der Hausfassade seien entfernt worden so, dass von dieser keine Gefahr mehr ausgehe.

Grundlegende Sanierung von Dach und Fassade

Darüber hinaus sei eine grundlegende Dach- und Fassadensanierung der Schule in Planung, aufgrund der notwendigen und sehr aufwendigen Voruntersuchungen werde diese jedoch frühestens 2025 erfolgen. Die Ankündigungen wurden von den Elternvertretern durchaus positiv aufgenommen, sie ändern jedoch nichts an deren Wunsch das Containergebäude zu erhalten. Hilberath kritisiert etwa fehlende Informationen zu den bevorstehenden Sanierungen. „Keiner weiß, wann diese Betonsanierung genau erfolgen soll, und wie diese ablaufen wird. Müssen unsere Kinder dann aus dem Gebäude raus und der Unterricht woanders stattfinden? Wo sollen sie dann hin? Das Containergebäude wäre in diesem Fall eine ideale Ausweichmöglichkeit“, so Hilberath.

Die Schüler werden auf andere Standorte verteilt

Dies sei eine deutlich günstigere Lösung als andere Ausweichquartiere zu finden, meint auch Wefers. „Die Container werden abgebaut und anschließend werden die Schüler aufgrund der Sanierung auf zwei, drei andere Standorte verteilt, zum Beispiel in Chorweiler“, malte sich Wefers aus. „Da müssen sie dann wieder mit Bussen hin gekarrt werden, oder wir Eltern müssen die Logistik übernehmen. Es wäre doch viel einfacher, die Container einfach stehen zu lassen.“

Hilberaths und Wefers Forderung ist daher klar: Die Baugenehmigung des Containergebäudes soll verlängert werden, um dieses als Ausweichquartier zu nutzen, bis die Sanierungen am Bestandsgebäude abgeschlossen sind. „Woran liegt es, dass die Genehmigung nicht verlängert werden kann, wo ist das Problem? Es wäre schön, diese Information zu bekommen, doch dazu äußert sich die Stadt nicht“, so Hilberath.

Die ersten Ausbesserungsarbeiten, die die Stadt an den Schäden des für den OGS-Bereich bestimmten Gebäudes bisher hat durchführen lassen, kritisieren die Elternvertreter als oberflächlich und „Stückwerk“. „In einem Klassenzimmer wurden zwei Wände gestrichen, eine dritte nicht“, so Wefers. Hilberath lenkt die Aufmerksamkeit auf die Fenster in einem der Klassenräume, die seiner Meinung nach keinem Standard mehr genügen. „Eines der Fenster war undicht, da tropfte es bei Regen rein“, sagt er. Das entsprechende Fenster wurde inzwischen abgedichtet, indem großzügig Silikon auf dem Rahmen verteilt wurde. „Fachmännisch sieht anders aus“, urteilt Hilberath.

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Hilberath und Wefers betonen ihre Bereitschaft zur Eigeninitiative. „Wir haben der Stadt schon angeboten, dass wir das Streichen der Räume übernehmen, inklusive Kosten“, so Wefers. „Das wurde uns aber von der Stadt untersagt – weil eine bestimmte Farbe benutzt werden muss, ein Malermeister anwesend sein muss, und so weiter und so weiter“, sagt er. Beiden gehe es nicht darum, dass die Schule „einen Schönheitswettbewerb“ gewinne. „Aber wir wollen einfach, dass die Kinder ein ordentliches Umfeld zum Lernen haben und hier eine schöne Zeit verbringen können“, sagt Hilberath. 

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