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Premiere war 1994 im SartoryKölns erfolgreichstes Musical feiert Comeback

Der Kölner Martin Doepke schrieb die Musik, bei dem Scorpions-Produzent Dieter Dierks wurde das Musical auf Tonträgern verewigt: Nun kehrt „Die Schöne und das Biest“ zurück.

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Martin Doepke (r.) traf sich mit Dieter Dierks in dessen Studios in Stommeln, wo einst die Musik zu „Die Schöne und das Biest“ aufgenommen wurde.

Martin Doepke (r.) traf sich mit Dieter Dierks in dessen Studios in Stommeln, wo einst die Musik zu „Die Schöne und das Biest“ aufgenommen wurde.

Es ist Kölns erfolgreichstes selbstproduziertes Musical: „Die Schöne und das Biest“. Weit mehr als eine Million Zuschauer haben das Stück in verschiedenen Inszenierungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Italien gesehen. In Tschechien gab es zudem eine eigene Version auf Tschechisch. Jetzt kehrt es in überarbeiteter Fassung auf die Bühne zurück: Der Kölner Komponist Martin Doepke hat die Partitur für die Neuinszenierung von Grund auf überarbeitet und erinnert sich im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ an die Anfänge: 1994, als die Musik unter denkwürdigen Umständen in Stommeln aufgenommen wurde – mit einem ungewöhnlich interessierten Zuhörer: Dieter Dierks, Hardrock-Spezialist und Erfolgs-Produzent der Scorpions.

Rückblick: Zwei Tage lang, während im Kölner Sartory-Saal Abend für Abend „Die Schöne und das Biest“ über die Bühne ging, herrschte im Studio von Dieter Dierks in Stommeln Ausnahmezustand. An die 50 Musiker und Sänger drängten sich im großen Aufnahmeraum und auf den Galerien darüber, der komplette Streichersatz kam aus dem Gürzenich-Orchester. „Wir haben an zwei Tagen alles hier aufgenommen“, erinnert sich Martin Doepke. „Und am zweiten Tag abends sind wir noch nach Köln gefahren und haben die nächste Vorstellung gespielt.“

„Die Schöne und das Biest“: Neuauflage des Erfolgs-Musicals

Was damals in Windeseile entstand, erfährt schon bald eine Neuauflage: Vom 27. November 2026 bis zum 17. Januar 2027 zeigt das Metronom Theater Oberhausen die Neuinszenierung. Produziert wird sie von Limelight Live Entertainment und La Belle. Regie führt Gil Mehmert, den Kölner Musical-Fans unter anderem durch seine Inszenierung von „Himmel und Kölle“ kennen.

Alida Will und Robin Reitsma sind „Die Schöne und das Biest“.

Alida Will und Robin Reitsma sind „Die Schöne und das Biest“.

Die Entstehungsgeschichte beginnt mit dem Kölsch-Musical „Der kleine Horrorladen“: Doepke arbeitet mit einem Team zusammen, darunter Gerard Schmidt (Hänneschen-Theater), Sängerin Elke Schlimbach und Autorin Andrea Friedrichs, die die Idee zum Stück hatte. Doepke, der schon mit Rock-Größen wie dem verstorbenen Deep-Purple-Organisten Jon Lord auf der Bühne stand oder für Gianna Nannini, Heinz Rudolf Kunze und die Band Ultravox arbeitete, wollte zunächst gar nicht für das neue Projekt komponieren – wurde dann aber von Friedrichs überzeugt.

„Ich bin Karneval 1994 in die Eifel gefahren und habe mich da eine Woche verbarrikadiert, mit einem Atari-Computer, Samplern und einem Keyboard. Tatsächlich bin ich mit den ersten sieben Stücken oder Entwürfen zurückgekommen“, erinnert sich Doepke.

Aufnahmen bei Dieter Dierks in Stommeln

Bei der Uraufführung im September 1994 war unter den Zuschauern auch Scorpions-Produzent Dieter Dierks. „Ich war von der Musik so beeindruckt, dass ich das aufnehmen lassen wollte“, sagt der heute 83-Jährige, in dessen Studios von Michael Jackson über Tina Turner zahlreiche Größen aus dem Musikgeschäft gearbeitet haben.

Für Oberhausen hat Doepke die Partitur noch einmal überarbeitet. Musikalische Dialoge und Tanzeinlagen würden stärker mit der Handlung verwoben, erklärt er – ein Stilmittel, das er aus der Filmmusik kennt: mehr sogenannte Underscores, bei denen gesprochene Szenen musikalisch unterlegt werden, ohne dass der Fluss des Stücks unterbrochen wird. „Die Schöne“ verkörpert Alida Will, Robin Reitsma ist „das Biest“.

Dass Live-Musik unverzichtbar bleibt, ist für Doepke keine Frage: „Die Energie, die man spürt, ist eine ganz andere. Wenn du es einfach abspielst, ist es immer gleich. Es passiert nichts, es gibt keine Interaktion.“ Eine besondere persönliche Note bekommt die Neuauflage durch eine Rückkehrerin: Die Oboistin, die 1994 bei Uraufführung und Albumaufnahme mitspielte, ist 2026 in Oberhausen wieder mit dabei – heute ist sie Doepkes Kollegin an der Rheinischen Musikschule Köln, wo der 69-Jährige nach wie vor als Dozent arbeitet.

Ob das Musical nach der Spielzeit in Oberhausen auch wieder in Köln zu sehen sein wird, ist bislang noch offen. Mit Blick auf die wachsende Kölner Musical-Szene – von den Plänen für ein neues Theater an der Schildergasse bis zum neuen Musicalstandort im Depot Mülheim und dem zukünftigen Theater am Rhein in Deutz – gilt „Die Schöne und das Biest“ in der Branche nach wie vor als Fixpunkt.