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Mercedes, Porsche, BMWIm Schnitt ein Autodiebstahl pro Tag in Köln

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Der Mercedes-Oldtimer wurde aus einer Tiefgarage in der Südstadt gestohlen.

Köln – Die Fahrt mit dem geklauten Porsche 911 Carrera S endete für den jungen Mann mit schwarzer Wollmütze in einem Gleisbett der KVB im Kölner Westen. Es war die Nacht auf den 5. Oktober vergangenen Jahres, als der Autodieb erst den Wagen gegen 20 Uhr bei einer Marienburgerin gestohlen haben soll, dann offenbar ein paar Stunden durch die Stadt düste und den Porsche schließlich gegen 4.20 Uhr auf der Aachener Straße in Lövenich in die Trasse der Linie 1 lenkte. Vergeblich soll er versucht haben, mit dem Rückwärtsgang wieder auf die Straße zu kommen. „Letztlich sei er laut fluchend vom Unfallort in Richtung der gegenüberliegenden Auffahrt der A1 in Richtung Dortmund gelaufen“ berichteten Zeugen Polizeiangaben zufolge.

Gut 350 Autos, also im Schnitt täglich eines, wurden im vergangenen Jahr in Köln als gestohlen gemeldet. Seit Jahresbeginn hat die Polizei 20 Autodiebstähle registriert. Selten sind es die günstigen Modelle von Fiat oder Opel. Unter den fünf Marken, die in Köln am häufigsten gestohlen werden, finden sich mit Mercedes, Porsche, BMW und Audi vier hochpreisige Hersteller – so wie im Fall des geklauten 911 Carrera S. Volkswagen komplettiert die Liste, wie die Polizei auf Anfrage mitteilte. Auf mehrere Millionen Euro beläuft sich demnach die jährliche Gesamtschadenssumme.

Keyless Go ist die Schwachstelle

Ein besonders teures Modell wurde im Dezember vergangenen oder Januar dieses Jahres aus einer Tiefgarage in Müngersdorf geklaut. Der schwarze Mercedes 190 SL ist schon 61 Jahre alt. Um die 100.000 Euro werden für solche Modelle üblicherweise gezahlt. Das gleiche gilt für den grauen Jaguar, der Mitte November 2021 in Weiden gestohlen wurde.

Der Wagen ist mit dem inzwischen üblichen Keyloss-Go-System ausgestattet, mit dem Autos per Fernbedienung geöffnet und gestartet werden – ohne dass am Schlüssel ein Knopf gedrückt werden muss. Voraussetzung ist, dass sich Schlüssel und Auto in unmittelbarer Nähe zueinander befinden.

Polizei in Köln rät zu Parkkrallen

Dieses System ist zwar praktisch für die Nutzer, macht es den Tätern aber auch einfach, weil sie etwa in Tiefgaragen Autos öffnen können, wenn der Besitzer gerade nur ein paar Meter weiter etwa im Treppenhaus ist. Regelmäßig werden Autos über diese Sicherheitsschwachstelle geknackt. „Fachleute der Kölner Kriminalprävention raten in diesem Zusammenhang dringend, Autoschlüssel von Fahrzeugen mit Keyless-Go-Systemen in einer speziellen Schutzhülle oder Blechdose zu lagern. So kann ein unberechtigtes Abfangen der Funksignale effektiv verhindert werden“, heißt es von der Polizei.

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Die Polizei rät außerdem, Autos nicht  an einsamen und schwer einsehbaren Orten abzustellen und weist auf weitere Sicherungen hin. „Hierzu gehören Lenkradkrallen, Parkkrallen, Ganghebelsperren, Alarmanlagen, Stromunterbrecher, GPS-Systeme und spezielle Schlüsselbehälter“, sagt ein Polizeisprecher.

Tatorte sind häufig Tiefgaragen

Die Täter schlagen meistens nachts zu. Beliebte Tatorte sind neben normalen Parkplätzen am Straßenrand vor allem Stellplätze am Haus und große Sammeltiefgaragen, zu denen sich die Täter recht unauffällig Zutritt verschaffen können. „Hier können die Täter relativ ungestört und unbeobachtet arbeiten“, sagt ein Polizeisprecher. So geschehen Anfang dieses Jahres in Müngersdorf. Der weiße Porsche 911 wurde in einer Tiefgarage in der Wendelinstraße geparkt. Eine Frau hatte den Wagen noch am Morgen des 30. Januar gesehen. Am 2. Februar war er weg.

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Der Porsche 911 Carrera S landete im Gleisbett.

Müngersdorf gehört neben Junkersdorf, Lindenthal, Widdersdorf, Marienburg und Sülz zu den häufigsten Tatorten. Aber auch in der Südstadt wurde ein Autobesitzer im Herbst 2021 zum Opfer. Der historische rote Mercedes 280 SL/8 aus dem Jahr 1971 wurde in einer Tiefgarage an der Händelstraße gestohlen.

Die Halterin des schwarzen 911 Carrera S hat dagegen Glück im Unglück gehabt. Durch den Unfall ist zumindest ihr Auto wieder aufgetaucht. Der 25 bis 30 Jahre alte, etwa 1,85 Meter große und schlanke Täter, der zum Unfallzeitpunkt eine runde Brille und eine dunkle Jacke getragen haben soll, konnte dagegen bis heute nicht ausfindig gemacht werden. Hätte er den Unfall nicht verursacht, wäre er wohl mit dem mehrere zehntausend Euro teuren Wagen auf und davon gewesen.