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Kölner Ditib„Die Islamfeindlichkeit gewinnt an Bedeutung“

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Die Ditib-Moschee in Köln-Ehrenfeld

Köln – Kurz vor dem „Tag der offenen Moschee“ am Samstag, 3. Oktober, hat die Türkisch-Islamische Union Ditib kritisch auf die vergangenen Monate zurückgeblickt. Trotz der Corona-Krise seien 2020 bereits 79 Übergriffe auf deutsche Moscheen verübt worden, so Zekeriya Altuğ vom größten deutschen Islamverband auf einer Pressekonferenz in der Ehrenfelder Ditib-Zentralmoschee. Die „Palette“ der Übergriffe reiche von Drohungen bis hin zu Brandanschlägen.

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In Merkenich kam es im Mai zu Sachbeschädigungen an der dortigen Ditib-Moschee, Fenster und Türen wurden mit Steinen beworfen. In die Statistik gingen jedoch nicht nur rechtsextremistische Angriffe ein, sondern Anfeindungen aus allen politischen Richtungen, so Altuğ. Auch das Attentat von Hanau, wo ein 43-jähriger Deutscher im Februar neun Menschen mit ausländischen Wurzeln sowie seine Mutter und sich selbst erschoss, mache ihm Sorgen: „Die Islamfeindlichkeit gewinnt an Bedeutung.“ Als „Warnzeichen“ sei auch der Anschlag auf die Synagoge in Halle aufgefasst worden, so Altuğ. Immerhin werde das Problem Muslimfeindlichkeit von der Politik mittlerweile beim Namen genannt. Die Ditib habe ihre Anti-Diskriminierungsstelle kürzlich personell aufgestockt.

Forderung nach Polizei-Studie

Altuğ schloss sich zudem den Forderungen nach einer Studie über rassistische Tendenzen in der Polizei an. „Immer wieder werden neue Fälle bekannt, wir brauchen Analyse.“ Die Polizei müsse alle Menschen schützen: „Warum sträubt man sich, dort genauer hinzuschauen?“

Der Islamverband, dem in Deutschland mehr als 800 Moscheegemeinden angehören, kündigte noch für dieses Jahr die Gründung eines Vereins zur Wohlfahrtspflege an. Der Verein „Ihsan“ („Wohltat“) solle das bestehende Engagement der einzelnen Gemeinden für die frühkindliche Bildung, aber auch die Pflege älterer Menschen professionalisieren. In einem ersten Schritt gehe es um Unterstützung bei Behördengängen oder bei Einkäufen, später könnten mobile Pflegeangebote und Pflegeeinrichtungen geschaffen werden. „Inzwischen merken wir, dass die erste Generation der Zuwanderer pflegebedürftig wird“, so Altuğ. Hier müssten „kultursensible“ Angebote geschaffen werden, allerdings gehe es nicht nur um Muslime: „Wir werden Angebote an alle Menschen machen.“ Denkbar seien zudem Kindertagesstätten und Jugendheime. Mit den etablierten Wohlfahrtsverbänden werde zusammengearbeitet. 

Die Ehrenfelder Zentralmoschee ist am 3. Oktober von 10 bis 18 Uhr geöffnet, wegen der Corona-Pandemie dürfen sich jedoch nicht mehr als 275 Besucher gleichzeitig auf dem Gelände aufhalten. Die Führungen sind auf 25 Teilnehmer begrenzt. Anmeldungen sind online möglich.

www.zentralmoschee-koeln.de