„Alaaf, sie dun et för Kölle“: Das Ehrenamt stand im Zentrum der fulminanten Mess op Kölsch in Bickendorf, an der auch Ludwig Sebus teilnahm.
Mess op KölschPolitische Predigt und ein vielköpfiger Chor begeistern die Bickendorfer

Mitglieder des Ehrenamtschors posieren stolz nach einer fulminanten Vorstellung am Ende der Mess op Kölsch mit Ludwig Sebus, der als Gemeindemitglied dabei war.
Copyright: Lioba Lepping
Spektakuläre Konzert-Ereignisse ist man in Bickendorf gewohnt, doch Wilfried Kaets, dem Kantor der Rochusgemeinde, fällt immer wieder etwas ein, um das vorangegangene Ereignis noch zu toppen. Für die diesjährige Mess op Kölsch, mit der die KG Rocholomäus traditionell ihre Festwoche einläutet, hatte er 240 Sängerinnen und Sänger aus drei Dutzend Kölner Chören zusammengetrommelt, die als „Ehrenamtschor“ das diesjährige Sessionsmotto versinnbildlichen: Mer dunn et för Kölle. Dieses Motto griff auch Benedikt Conin, Präsident der Rocholomäer, am Ende der Messe auf. Er forderte die Gemeinde auf, seinen an verschiedene Protagonisten gerichteten Dankesworten mit den Worten „Alaaf, sie dun et för Kölle“ zu entgegnen.
Gaga, nicht Maga ist die Bewegung von Donald Trump
Gerichtet war der Dank vor allem auch an die beiden ausführenden Zelebranten der Mess op Kölsch, die im Ton einer politischen Karnevalssitzung daherkam: Diakon Horst Eßer hielt eine gepfefferte Rede mit allerlei Seitenhieben auf das politische Tagesgeschehen, aber auch die Vorgänge in seiner Kirche. Und das alles in feinstem Kölsch. Gaga, nicht Maga sei die Bewegung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, den er als „Fuss us Amerika“ bezeichnete und im Übrigen mit einem Kotelett vom Lommi verglich: „Von beiden Seiten bekloppt“.

Diakon Horst Eßer fand deutliche Worte bei seiner Predigt op Kölsch in der Rochuskirche.
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Leitfaden seiner Predigt war die Frage, wen heute selig zu preisen sei. Den Text des Evangeliums aufgreifend, wandte er sich mit dieser Frage direkt an seine Gemeinde. Ludwig Sebus, der in seinem Rollstuhl ganz vorn die Mess verfolgte, brachte es auf den Punkt: „Jeder, der jet Jodes dät“. Damit ist dann auch schon alles gesagt, resümierte Eßer, der zuvor noch die fortschreitende Zusammenlegung der Gemeinden zu einer „pastoralen Einheit Ehrenfeld“ kritisiert hatte. Es gelte, an der Basis immer wieder Dinge auszubaden, die in der Marzellenstraße beschlossen würden. Elf Kirchen mit immer weniger Personal zu bespielen, brächte die Gemeinden vor Ort derart an ihre Belastungsgrenze, dass Zeit fehle für das Wichtigste: sich um die Menschen zu kümmern.
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Pfarrer Thranbehrend kommt zu spät zur Mess op Kölsch
Besonders anschaulich wurde die Vielfachbelastung zu Beginn der Messe: Wilfried Kaets hatte seine Chöre und das Rochusmusikschul-Orchester schon frühzeitig Aufstellung nehmen lassen und die vielköpfig versammelte Gemeinde über den Ablauf informiert. Doch als es um 11 Uhr losgehen sollte, fehlte nach dem „Stammbaum“, der als Eröffnungslied gesungen wurde, noch der Pfarrer. Als Klaus Thranbehrend nach kurzer Pause durch den Seiteneingang eilte und der Aufforderung Kaets’ „Schmeiß Dich in die Albe“ gefolgt war, konnte es dann so richtig losgehen.
Thranbehrend, der Imi, erhielt noch ein besonderes Lob von Benedikt Conin: „Dein Kölsch hat sich schon sehr verbessert“, sagte Conin und lud die gesamte Gemeinde noch zum Frei-Kölsch im Gemeindezentrum BIOS Inn ein. Den musikalischen Abschluss bildeten die Fööss-Klassiker vom Veedel und, als augenzwinkernde Fußnote zum Austragungsort, das „Bickendorfer Büdche“, das von 240 Sängerinnen und den Gemeindemitgliedern mit Hätz und Siel intoniert wurde.
Als Überraschungsgast tauchte dann auch noch Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn in der Rochuskirche auf. Er ehrte die musikalischen Protagonisten Norbert Krämer als Leiter des Orchesters und Wilfried Kaets für ihr Engagement mit dem Orden des Festkomitees Kölner Karneval.
