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Bocklemünder ProjektRodung der 261 Bäume für Schulneubau bis nächstes Jahr aufgeschoben

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Die Baustelle an der Max-Ernst-Gesamtschule

Die Baustelle an der Max-Ernst-Gesamtschule in Bocklemünd

Wieso die Erweiterung der Max-Ernst-Gesamtschule und der Neubau einer Grundschule nicht einfach höher gebaut wird, um Bäume zu erhalten.

Dass für den Neubau einer Grundschule im Görlinger-Zentrum und die Erweiterung der Max-Ernst-Gesamtschule 261 Bäume gefällt werden sollen, empörte vorige Woche auch die Ratsmitglieder im Schulausschuss. Zuvor hatten bereits Schüler, Lehrer und Eltern der Gesamtschule in Bocklemünd demonstriert. Der Ausschuss will im November entscheiden, ob er eingreift.

Zu sehen ist die Max-Ernst-Gesamtschule in Bocklemünd im Jahr 2022 vor Beginn der Bauarbeiten.

Zu sehen ist die Max-Ernst-Gesamtschule in Bocklemünd im Jahr 2022 vor Beginn der Bauarbeiten.

Der schulpolitische Sprecher der SPD, Oliver Seeck, sagte: „Gerade hier, wo es kaum Grünflächen gibt, braucht das Veedel den Wald dringend zur Abkühlung.“ Doch eine Umplanung der neuen Schulgebäude dürfte teuer werden und das Projekt um zwei Jahre zurückwerfen. Der Entwurf steht schon seit drei Jahren fest, nur war zu dem Zeitpunkt weder der Politik noch der Schule bewusst, dass dafür so viele Bäume weichen müssen.

Von 375 Bäumen auf Schulgelände in Bocklemünd sollen 261 gefällt werden

Von den 375 Bäumen auf dem Gelände sollen 261 gefällt werden, davon sind 147 geschützte Bäume. 90 Bäume sind bereits gefällt, die übrigen 171 sollten bislang in den Herbstferien nächste Woche gerodet werden. Das aber ist vorerst aufgeschoben – frühstens Januar 2027 darf weitergemacht werden. Neu gepflanzt werden nach derzeitigem Plan 97 Bäume, von denen 84 als Ausgleich vorgeschrieben sind. Torsten Leesmeister-Zawacki, technischer Betriebsleiter der städtischen Gebäudewirtschaft, erklärte die Hintergründe: Damit die Schule dort hinpasst, sei das Gelände vom Bebauungsplan ausgenommen und die Grenze des benachbarten Landschaftsschutzgebiets verschoben worden.

Kurios erscheint, dass die Schulgebäude im Vergleich zu den unmittelbar angrenzenden Hochhäusern flach geplant sind und deshalb mehr Teile des Waldes weichen müssen. Das liege am Baurecht, das vorsehe, dass die Schulen in ihrer Höhe an die Umgebung angepasst sein müssen – aber nicht an die Wohnhäuser, sondern die anderen Schulen in dem Stadtteil. Der Betriebsleiter will nun prüfen, ob sich noch Bäume retten lassen und sich Platz für noch mehr Neupflanzungen finden lässt. Das Argument, das Teile der Schulgemeinschaft geäußert hatten, es bedürfe gar keiner neuen Gesamtschulplätze mehr, wies die Verwaltung entschieden zurück.