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Stopp am MilitärringVerbesserungen für Anlage im Kölner Westen gefordert

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Radler und Fußgänger an einer Ampel

Die Ampelanlage an der Militärringstraße steht scheinbar mitten im Nichts.

Eine Ampelanlage im Kölner Westen verlangt Fußgängern viel Geduld ab. Ehrenfelder Politiker dringen auf eine Verbesserung der Schaltung. 

Wer in Vogelsang am Ende der Vogelsanger Straße auf dem Weg für Radfahrer und Fußgänger geradeaus weiter gen Westen strebt, überquert zunächst die Bahntrasse und steht dann plötzlich vor einer Fußgängerampel mitten im Nirgendwo. Die Situation ist ein wenig unwirklich: Häuser, eine Kreuzung oder die Einmündung einer anderen Straße sind nicht in Sicht, der Überweg quert vier von viel Straßenbegleitgrün gesäumte Fahrspuren. Die Militärringstraße, verwaltungsintern Landesstraße 34 genannt, hat an dieser Stelle den Charakter einer Autobahn.

Ampel kommt für Autofahrer plötzlich

Auf einer Autobahn wähnen sich dort offensichtlich auch viele Pkw-Fahrer, jedenfalls sind die meisten sehr schnell unterwegs. Viele rechnen nicht mit einem Fußgängerüberweg, wie die SPD-Fraktion in der Ehrenfelder Bezirksvertretung (BV) mutmaßt. Und weiter: „Auch ist es den Autofahrern, je nach Tageszeit und Sonnenstand, nicht möglich, die Farbe der Ampel zu erkennen“, schreiben die Sozialdemokraten in einem Antrag, in dem sie Verbesserungen an der Fußgängerampel fordern.

„Außerdem sind die Wartezeiten für die Fußgänger und Radfahrer zu lang, bis zu fünf Minuten“, beschrieb SPD-Bezirksvertreterin Dunja Engelke auf der jüngsten BV-Sitzung weitere Missstände. „Die grüne Ampelphase für Fußgänger ist dann sehr kurz, so dass es ihnen nicht möglich ist, den Militärring im normalen Tempo zu überqueren.“ Dabei hat die Bedeutung des Überwegs, der auch die Stadtbezirke Ehrenfeld und Lindenthal verbindet, in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Westlich der Militärringstraße führt er auf den Carl-von-Linné-Weg und am Max-Planck-Institut für Pflanzenforschung vorbei. Seine Fortsetzung ist der Weg Auf der Aspel, der in einem ausgedehnten Neubaugebiet im Süden von Widdersdorf endet. Zahlreiche Spaziergänger, Jogger, Rennradler nutzen diese Verbindung mittlerweile.

Deshalb soll die Verwaltung nun die Dauer der Wartezeit an der Fußgängerampel prüfen und „künftig so bemessen, dass für Fußgänger keine unverhältnismäßig langen Wartezeiten entstehen“. Die Grünphase für Fußgänger müsse so verändert werden, dass „ein Wechsel von der einen zur anderen Straßenseite in angemessener Schrittgeschwindigkeit zu schaffen ist.“ Für die Autofahrer soll auf beiden Seiten der Militärringstraße in angemessener Entfernung das Gefahrenzeichen 131 mit dem Hinweis: „Achtung Ampel“ aufgestellt werden. Damit sie sich dem Überweg mit erhöhter Aufmerksamkeit nähern und rechtzeitig die Geschwindigkeit anpassen können.

Der Antrag wurde einstimmig bei Enthaltung der AfD-Fraktion angenommen. Petra Bossinger, Fraktionsvorsitzende der SPD, merkte noch an: „Die Niederländer würden an einer solchen Stelle eine Brücke für Radfahrer und Fußgänger bauen.“ Immerhin deuten sich nun Fortschritte an: Das Amt für nachhaltige Mobilitätsentwicklung teilte den Bezirksvertretern mit, dass eine entsprechende Umstellung der Ampel auf dem Weg sei. Der Umsetzung müsse nun noch der Landesbetrieb Straßenbau NRW, der für die Militärringstraße zuständig ist, zustimmen.