Das Pop-up-Gastronomieangebot auf der Vogelsanger Straße wird in diesem Sommer fortgesetzt. Grüne und SPD hatten sich dafür eingesetzt.
Entlastung für Brüsseler Platz?Apéro Markt im Kölner Grüngürtel geht in die nächste Runde

Der Apéro Markt auf der Vogelsanger Straße im September 2025
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Der Apéro Markt im Kölner Grüngürtel, der im Spätsommer 2025 an vier Wochenenden erstmals stattfand, wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Das hat der Ausschuss für Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen, Vergabe und Internationales (AVR) am Montag beschlossen. Das Angebot soll es von Juli bis September geben.
Für den Apéro Markt soll die Vogelsanger Straße erneut gesperrt werden, damit dort im Grüngürtel Gastro-Stände aufgestellt werden können und eine entspannte Feierabend-Atmosphäre entsteht. Auch das Mitbringen eigener Speisen und Getränke bleibt erlaubt – im Sinne eines „mediterranen Lebensgefühls“ in der Stadt, wie es im vergangenen Jahr hieß.
Den Antrag auf eine Fortsetzung des Pop-up-Angebots hatten die Ratsfraktionen von Grünen und SPD eingebracht, beschlossen wurde er gemeinsam mit Linke und Volt. Christiane Martin, Fraktionschefin der Grünen, erklärte: „Der öffentliche Raum ist für alle da. Wir setzen uns dafür ein, ihn so zu gestalten, dass er für möglichst viele Menschen attraktiv ist.“
Auswirkungen des Apéro Markts auf den Brüsseler Platz werden untersucht
Beschlossen wurde eine Verlängerung bis einschließlich 2028, danach soll es eine Evaluierung seitens der Verwaltung geben. Dabei geht es insbesondere um mögliche Auswirkungen auf den Brüsseler Platz. Denn der eigentliche Gedanke hinter dem neuen Angebot, das im September und Oktober 2025 an vier Wochenenden stattfand, war eine Entlastung des Brüsseler Platzes. Die Probleme dort mit Lärm und Beschwerden der Anwohner hatten die Stadt bewogen, den Grüngürtel an den Wochenenden als eine Art Entlastungsfläche einzurichten.
Allerdings hatte sich herausgestellt, dass die Zielgruppe im Grüngürtel wohl doch eher eine andere als die im urbanen Belgischen Viertel ist. Ratsherr Gerrit Krupp (SPD) erklärte, es sei seiner Fraktion „sehr bewusst, dass die Verwaltung beim ersten Mal zum Schluss gekommen ist, dass die Entlastung nicht funktioniert hat“. Ob der Brüsseler Platz bei jüngeren Menschen an Attraktivität verliert und lieber die Vogelsanger Straße angesteuert wird, wird sich ab Juli erneut zeigen. Für den Brüsseler Platz gilt zumindest seit Oktober 2025 ein Alkoholverbot von 21 bis 6 Uhr, eine entsprechende Verordnung war kürzlich bis zum 31. März 2028 verlängert worden.
Im vergangenen Jahr bespielten Vincent Schmidt und Till Riekenbrauk mit ihrer Agentur „New Food Love“ das Areal an der Vogelsanger Straße. Für den kommenden Zeitraum wird es eine neue Ausschreibung geben, die Frist läuft bis Juli 2026. Falls dies zu kurzfristig sein sollte, würde sich der Start des Apéro Markts auf August oder September verschieben, heißt es in dem Antrag.
Fläche wird wegen Baustelle kleiner
Stadtdirektorin Andrea Blome wies im Ausschuss darauf hin, dass die Stadt dem Markt künftig nur eine „deutlich kleinere“ Fläche zur Verfügung stellen könne, da ein Teil der Vogelsanger Straße „in den nächsten Jahren als Baustellenzugfahrt genutzt“ wird. Der Abschnitt von der Inneren Kanalstraße bis zur Baustellenzufahrt müsse wochentags bis einschließlich samstags 18 Uhr frei bleiben. Danach sei für die Absperrung am Wochenende „ein ziemlicher logistischer Aufwand“ erforderlich. Der Bereich des Gymnasiums Kreuzgasse inklusive Lehrerplatz stehe „anders als im letzten Jahr aufgrund der Baustelle ebenfalls nicht zur Verfügung“, so Blome.
Die Stadtdirektorin erklärte, dass Wirte am Brüsseler Platz gegenüber der Stadt betont hätten, dass ihnen das Pop-up-Angebot auf der Vogelsanger Straße schade. Sie würden befürchten, „dass die Gäste sich gleich umsiedeln, und zwar nicht nur von der Freifläche, sondern auch aus der ganzen Gastronomie“ am Brüsseler Platz. Der Ausschussvorsitzende Bernd Petelkau (CDU) wollte wissen, ob das Angebot angesichts der städtischen Haushaltslage überhaupt finanziert sei. Blome betonte, die Stadt steuere zu dem Apéro Markt finanziell und personell „nichts Weiteres bei, als dass wir das natürlich alles zu überwachen und zu überprüfen haben“.
