Köln – Um in den kommenden Monaten Energie zu sparen, hat die Bundesregierung eine Energieeinsparverordnung erlassen.Öffentliche Gebäude werden seitdem nur noch auf 19 Grad Celsius beheizt, beleuchtete Werbeanlagen sind abgeschaltet und die Beleuchtung von Denkmälern aus ästhetischen Gründen ist ebenfalls untersagt.Im privaten Bereich gibt es demnach bislang keine Einschränkungen - es sei denn man ist Besitzer eines Pools.
Seit dem 1. September ist das Heizen privater Swimmingpools mit Gas oder Strom aus dem Stromnetz verboten. Auch Pools, die über energieeffiziente Wärmepumpen beheizt werden, sind im Verbot inbegriffen. In der Branche stößt dies auf Unverständnis. „Wir werden als Energieschleuder-Branche dargestellt und an den Pranger gestellt“, sagt Ute Wanschura Geschäftsführerin des Bundesverbands Schwimmbad & Wellness. Der in Köln ansässige Verband hatte bereits Mitte August einen Brief an das Wirtschaftsministerium geschickt, in dem er darum bittet, die Verordnung zu überarbeiten. Wanschura stößt vor allem die mangelnde Kommunikation seitens der Regierung negativ auf.
Auch Pools mit effizienten Wärmepumpen betroffen
„Man sollte zuerst mit der betroffenen Branche reden und Dialogbereitschaft zeigen“, sagt sie. In der Verordnung fehlen zudem belastbare Zahlen, die das Verbot rechtfertigen. Es gehe maximal um 156.000 private Pools in Deutschland, von denen man aber nicht wüsste, wie viele davon mit Gas beheizt werden. Demnach sei ungewiss wie groß ein möglicher Energiesparbeitrag aussieht. In dem Schreiben an das Bundeswirtschaftsministerium verweist der Verband auf Elektroheizungen, Heizlüfter, private Fitnessstudios oder Heimkinos, die nicht von Restriktionen betroffen seien. Einseitig die privaten Pools zu fokussieren, heize demnach eine Neiddebatte an, die die sozialen Probleme der Gesellschaft nicht löse.„Es sollte wohl ein bisschen Symbolpolitik sein. Dabei trifft es nicht irgendwelche Superreichen, sondern die Handwerksbetriebe“, so Wanschura.
Kölner Poolbauunternehmen fühlt sich und Kunden an den Pranger gestellt
Einer dieser Betriebe ist das Poolbauunternehmen Giffel aus Köln. „Wir befürchten deutliche finanzielle Einbußen in der nächsten Zeit mit nicht absehbaren Folgen“, sagt Kommunikationsmanagerin Andrea Stifter.Bereits jetzt sei die Verunsicherung bei Pool-Interessenten groß und die Firma würde eine klare Zurückhaltung der Kunden bemerken. Die Kunden würden vermehrt auf die Betriebskosten schauen und nach energie-und ressourcenschonenden Lösungen fragen. „Wir begrüßen die Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit bei privaten Pools sehr, würden demnach aber auch wünschen seitens der Politik Unterstützung statt Restriktionen zu erhalten“, so Stifter. Das Verbot bringe eine Branche in Verruf, die seit Jahren daran arbeitet ihre Produkte energieeffizient zu gestalten und nachhaltig weiterzuentwickeln.
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Die Poolbaufirma schätzt das Einsparpotenzial durch das Verbot als gering ein, da viele Poolbesitzer ihren Pool in den kalten Monaten ohnehin nicht betreiben. Somit werde an einer Stelle gespart, die in den Wintermonaten kaum ins Gewicht falle.Zudem habe die Regierung wichtige Faktoren ausgeblendet.„Menschen wird die Möglichkeit genommen, sich in ihrer Freizeit oder als Therapie sportlich zu betätigen, um gesund, ausgeglichen und glücklich zu bleiben“, so Stifter.


