Der gemeinnützige Verein Tafel Köln macht drei Wochen Sommerpause. Die Vorstandsvorsitzende Karin Fürhaupter erklärt, warum das nötig ist.
„Enormer Organisationsaufwand“Warum die Kölner Tafel Sommerpause macht

Die Vorstandsvorsitzende der Kölner Tafel erklärt, warum die Sommerpause nötig ist.
Copyright: Béla Hardekopf
Wer aktuell bei der Tafel Köln anruft, der erreicht nur eine Ansage vom Band: „Die Kölner Tafel macht vom 25. Juli bis zum 16. August Pause. Lebensmittelspenden können zurzeit nicht angenommen werden.“
Bis auf eine stellen alle 46 Ausgabestellen, mit denen die Tafel zusammenarbeitet, für diese drei Wochen ihre Arbeit ein. Für die 16.000 Menschen, die in Köln für Lebensmittelausgaben registriert sind, ist das eine herausfordernde Zeit. Für die Mitarbeiter der Tafel ist es jedoch eine notwendige Pause, erklärt Karin Fürhaupter, Vorstandsvorsitzende der Tafel Köln.
„Es geht vor allem um Erholung“, sagt Fürhaupter. „Unser Team von fünf hauptamtlich Beschäftigten und rund 200 Ehrenamtlern im Fahrdienst und fast 1000 in den Ausgabestellen macht hier sehr wichtige Arbeit, aber gerade deswegen wollen wir die auch nicht verschleißen.“ Zudem habe sie den Eindruck, dass viele Menschen ein falsches Bild von der Arbeit der Tafel haben.
Lebensmittelrettung mit enormem Organisationsaufwand verbunden
„Wir haben hier beispielsweise einen enormen Organisationsaufwand“, sagt Fürhaupter. Dieser Aufwand werde von drei der Festangestellten getragen, die sich in erster Linie um die Koordination, Planung und Vorbereitung der täglichen Touren kümmern.
Das Organisationsteam stehe dabei immer wieder im Austausch mit den Spendern der Lebensmittel sowie den zu beliefernden Ausgabestellen, um kurzfristige Änderungen der Touren umsetzen zu können. Aber laut Fürhaupter fällt auch die Bearbeitung von Anrufen Bedürftiger, die Suche nach Ersatzfahrern im Krankheitsfall oder die Einarbeitung von Praktikanten und Bundesfreiwilligendienstlern in das Aufgabenfeld der Organisatoren.
Kölner Tafel fungiert auch als Verteilerzentrum für die Region
Neben der Rettung und Auslieferung von Lebensmitteln übernimmt die Tafel Köln zudem die Aufgabe eines Verteilerzentrums für die Tafeln umliegender Regionen. Durch diese Sondertouren falle gerade für das Lager noch zusätzliche Arbeit neben dem alltäglichen Geschäft an, erklärt Fürhaupter. Allein für die Verteilung von Lebensmitteln ins Umland hätten die Angestellten im Lager im Jahr 2025 knapp 1500 Paletten entgegengenommen und weitergegeben.
Die täglichen Touren, bei denen Lebensmittelspender wie Supermärkte, Backstuben und Großhändler sowie die Ausgabestellen angefahren werden, übernehmen hauptsächlich Ehrenamtliche, viele von ihnen Rentner. „Die Touren dauern jeweils bis zu acht Stunden und beinhalten klarerweise körperliche Arbeit“, so Fürhaupter. Insgesamt haben die Fahrerinnen und Fahrer seit Beginn des Jahres eine Strecke von 162.000 Kilometern zurückgelegt worden.
„Zusammen mit den Ausgabestellen überlegen wir uns jedes Jahr wieder sehr genau, ob wir diese Pause machen“, legt Fürhaupter dar. Sie müssten ihren Helfern aber eine Auszeit möglich machen. „Und einen solchen Betrieb wie wir ihn haben, nur teilweise aufrechtzuerhalten, ist logistisch und organisatorisch einfach nicht möglich.“
