Abo

Kölner HaushaltWeniger Geld für Rosenmontagszug und Schull- un Veedelszöch

3 min
Die Schull- un Veedelszöch ziehen jedes Jahr am Karnevalssonntag durch die Stadt.

Die Schull- un Veedelszöch ziehen jedes Jahr am Karnevalssonntag durch die Stadt.

Die Stadt Köln streicht die Sonderzahlungen für den Karneval. Mit diesen Summen können die Jecken rechnen.

Ein Posten im rund 3000 Seiten langen städtischen Haushaltsplan – gelistet unter Produktgruppe 0408 – sorgt in der Kölner Karnevalsszene für Unruhe. Im Entwurf für den Haushalt 2027/2028 fallen die Gesamtzuschüsse für Rosenmontagszug und Schull- un Veedelszöch deutlich niedriger aus als in den Vorjahren.

Für die Gemeinnützige Gesellschaft des Kölner Karnevals mbH, die im Auftrag des Festkomitees den Rosenmontagszug organisiert, sind 160.000 Euro für 2027 und 155.000 Euro für 2028 vorgesehen. 2026 waren es noch 237.011 Euro, 2025 242.500 Euro. Gegenüber 2026 entspricht das einem Rückgang von rund 32,5 Prozent. Auch für den Verein Ähzebär un Ko, der den Geisterzug organisiert, sind keine Mittel mehr eingeplant. 2026 waren noch 2.030 Euro vorgesehen.

Haushaltskrise trifft auch den Karneval: Sondermittel entfallen

Die höheren Gesamtbeträge der vergangenen beiden Jahre resultierten aus einmaligen zusätzlichen Mitteln aus der Kulturförderabgabe. 2025 und 2026 erhielt das Festkomitee jeweils 100.000 Euro zusätzlich. Für die Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums kamen 50.000 Euro im Jahr 2025 und 75.000 Euro im Jahr 2026 hinzu.Ohne diese Sondermittel lag der reguläre Zuschuss für Rosenmontagszug und Straßendekoration bei 142.500 Euro im Jahr 2025 und 137.011 Euro im Jahr 2026. Die für 2027 und 2028 geplanten 160.000 beziehungsweise 155.000 Euro liegen damit sogar über dem regulären Niveau der Vorjahre.Die Stadt betont deshalb, die reguläre Förderung werde ab 2027 nicht gekürzt, sondern gegenüber den regulären Ansätzen 2025/2026 sogar erhöht. Die niedrigeren Gesamtbeträge seien auf den Wegfall der einmaligen Sondermittel zurückzuführen. Mit beiden Gesellschaften stehe die Verwaltung im Austausch. „Gespräche werden derzeit geführt und sollen dazu beitragen, im Rahmen der bestehenden finanziellen Möglichkeiten tragfähige Perspektiven für die kommenden Jahre zu entwickeln“, teilte die Stadt mit.

Der Karneval hat eine enorme Wirtschaftskraft für die Stadt, gleichzeitig haben das Festkomitee und seine ehrenamtlich getragenen Mitgliedsgesellschaften mit stark gestiegenen Kosten zu kämpfen und würden natürlich gern mit höheren Zuschüssen planen.
Lutz Schade, Präsident des Kölner Festkomitees

Lutz Schade, Präsident des Kölner Festkomitees, verweist auf die angespannte Haushaltslage: „Der Karneval hat eine enorme Wirtschaftskraft für die Stadt, gleichzeitig haben das Festkomitee und seine ehrenamtlich getragenen Mitgliedsgesellschaften mit stark gestiegenen Kosten zu kämpfen und würden natürlich gern mit höheren Zuschüssen planen“, sagt er. „Ob die zusätzlichen Sonderzahlungen bestehen bleiben, ist uns derzeit noch nicht bekannt.“

Schull- un Veedelszöch besonders betroffen

Noch größer ist der Rückgang bei den Freunden und Förderern des Kölnischen Brauchtums, die die Schull- un Veedelszöch ausrichten. Der Gesamtzuschuss sinkt von 81.880 Euro im Jahr 2026 auf 21.335 Euro im Jahr 2027 und 20.027 Euro im Jahr 2028. Das entspricht einem Rückgang von rund 74 Prozent beziehungsweise 75,5 Prozent.„Von dem geplanten Zuschuss können wir die Zöch in ihrer heutigen Form nicht finanzieren“, ist sich der Vorsitzende Bernhard Conin sicher. Wegen gestiegener Kosten für Sanitätsdienste und Sicherheit hätten die höheren Zuschüsse der vergangenen beiden Jahre die Finanzierung für mindestens zwei bis drei weitere Jahre gesichert. Was danach geschehe, sei ungewiss.

Über die endgültige Höhe der Karnevalszuschüsse entscheidet der Stadtrat nach den Beratungen im Ausschuss für Kunst und Kultur sowie im Finanzausschuss.