- Vier Tage nach der Wahl sind nun endlich die Ergebnisse zur Wahl des Integrationsrats veröffentlicht worden.
- Die SPD-Liste erreichte 31,7 Prozent der Stimmen und acht der 22 Mandate.
- Der Vorsitzende des Integrationsrats Tayfun Keltek kritisiert die späte Auszählung. „Wir haben es nicht verdient, zweitklassig behandelt zu werden.“
Köln – Die SPD-Liste ist aus den Wahlen zum Integrationsrat als klarer Sieger hervorgegangen. Wie die Stadt am Donnerstagvormittag bekanntgab, erhielt die Liste um den Vorsitzenden des Integrationsrats, Tayfun Keltek, 31,7 Prozent der Stimmen und acht der 22 direkt gewählten Mandate im Gremium. „Ich bin sehr zufrieden und fühle mich geehrt, dass unsere Arbeit anerkannt wird“, sagte Keltek.
Die Grün-offene Liste Migration Köln (GOL) erhielt 13,3 Prozent und drei Mandate. Auf den weiteren Plätzen folgten Dein Köln (4,8 Prozent), die Linke Internationale Liste (LIL, 4,4 Prozent), die Polnisch-Deutsche Liste (4,4 Prozent) und die Liste Kölner Vielfalt mit 4,3 Prozent. Sie entsenden jeweils einen Abgeordneten in den Integrationsrat. Jeweils ein Mandat geht jeweils auch an die Orthodoxen Christen, die Liste Güven, die Liberale Liste, Italia Integra und an den Kölner Verbund der Migrantenorganisationen.
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Insgesamt besteht der Rat aus 33 Mitgliedern, 22 werden direkt von der Bevölkerung gewählt, elf entsendet der Stadtrat. Den Integrationsrat wählen durften Kölner, die über 16 Jahre alt sind, eine Migrationsgeschichte haben und mindestens ein Jahr in Köln leben. 308 000 Kölner waren zur Wahl aufgerufen. Die Wahlbeteiligung blieb mit 14,87 Prozent etwa auf dem Niveau von 2014. In absoluten Zahlen hatten aber mehr Menschen abgestimmt. 45 734 Wahlberechtigte hatten diesmal ihre Stimme abgegeben, rund 34000 waren es 2014 gewesen.
Andere Städte präsentierten die Ergebnisse noch am Wahlabend
Zuvor hatte Keltek in einer Pressekonferenz kritisiert, dass die Wahl zum Integrationsrat, die am Sonntag stattgefunden hatte, erst drei Tage später ausgezählt und das Ergebnis dann noch einmal einen Tag später bekanntgemacht wurde. „Wir haben es nicht verdient, zweitklassig behandelt zu werden“, sagte er. Zahlreiche Städte wie Aachen oder Düsseldorf hätten die Ergebnisse noch am Wahlabend präsentiert. Auch in Köln sei dies 2014 gelungen, so Keltek. In Köln waren zunächst nur die Ergebnisse der Wahlen zum Stadtrat, zum Amt des Oberbürgermeisters und der Bezirksvertretungen veröffentlicht worden.
Die Wahlbeteiligung wollte Keltek dagegen nicht kritisieren. Die Integrationsratswahl sei vielen Kölnern kaum bekannt gewesen. Er wisse zudem von Fällen, in dem die Wahlberechtigten nicht im Wählerverzeichnis eingetragen waren oder keine Wahlunterlagen erhalten hätten. Keltek kündigte an, über die Probleme mit der Stadtverwaltung sprechen zu wollen.



