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Rendezvous mit KalkTänzerinnen treten umsonst und im Freien auf

3 min
Eine Frau liegt halb auf einem Gebilde aus Pappkartons.

Jennifer Döring entfaltet im Kalker Stadtgarten mit einem künstlerischen Modell des Parasympathikus Ruhe und Erholung.

Jennifer Döring, Philine Herrlein und ihr Team gastieren diesen Sommer am „Kalker Laden“, im benachbarten Stadtgarten sowie auf dem Trimbornstraßenfest.

„Wir dürfen gestört werden“, überrascht Jennifer Döring mit einer Aufforderung, die im Rahmen einer Vorführung ungewöhnlich erscheint. Die Tänzerin und Choreografin des Künstlerinnen-Kollektivs „Tun & Lassen“ unterstreicht den kommunikativen Charakter ihrer Produktionen. Mit Tänzerin Philine Herrlein, Dramaturgin Anna-Carolin Weber und weiteren Team-Mitgliedern gastiert das 2014 gegründete Ensemble im August und September dieses Jahres bei freiem Eintritt an markanten Orten des Stadtteils.

Auftritt beim Trimbornstraßenfest

Am „Kalker Laden“ und im benachbarten Park werden dabei die Stücke „Parasymphatikus“, „Wie geht’s dir, Kalk?“ und die neue Arbeit „Gem:einsam:keiten“ vorgestellt. Ferner kommt es zu Darbietungen im Rahmen des Trimbornstraßenfests. „Über allem steht bei uns die Idee von Begegnungen. Unser Zielpublikum sind Menschen, die zufällig in der Nähe sind und sich über das, was da gerade geschieht, wundern“, berichtet Döring. In Form spielerischer Interaktionen sei es in der Vergangenheit immer wieder zu bewegenden Momenten gekommen, die gesellschaftliche Dialoge ermöglichten. „Gelegentlich werden wir auch als verrückt oder bekloppt abgetan. Aber zu Übergriffen ist es bisher noch nie gekommen“, so die Tanzschaffende im Gespräch mit dieser Zeitung.

Neben dem direkten Austausch über das Leben im Veedel beleuchten die Werke Voraussetzungen für Ruhe und Erholung sowie das zunehmende Phänomen Einsamkeit im urbanen Stadtbild. Das höre sich zwar dramatisch an, sei aber äußerst liebevoll inszeniert und um konstruktive Perspektiven bemüht. Dies zeige sich im Zuge von Fragestellungen betreffend den gegenseitigen Umgang ebenso wie im Diskurs über die Ordnung im öffentlichen Raum und damit einhergehender Verbote oder Erlaubnisse, erklärt Döring. „Während unserer Performances sollen im besten Falle neue Kontakte zwischen den Menschen entstehen“, wünscht sich die Absolventin der Hochschule für Musik und Tanz Köln (HfMT).

Voraussetzung für die Konzeption der Performances sind demnach Eindrücke, die im Zuge der Begehung der jeweiligen Viertel entstehen. Diese fließen in den Ausdruck strukturierter Vorstellungen, die jedoch Raum für Improvisationen lassen. „Das Publikum ist während der Aufführungszeiten frei, zu kommen und zu gehen. Die Stücke sind so angelegt, dass jederzeit eine Teilhabe möglich ist. Regen- und Sonnenschirme für die Zuschauer sind vorhanden“, wirbt Jennifer Döring für ein sinnliches Rendezvous mit Kalk.


„Tun & Lassen in Kalk“ („Parasymphatikus“ und „Wie geht’s dir, Kalk?“): Samstag, 8., und Samstag, 22. August, 16 bis 18 Uhr, „Gem:einsam:keiten“: Samstag, 5. September, 16 bis 19 Uhr, Donnerstag, 10. September, 13 bis 16 Uhr, Samstag, 12. September, 16 bis 19 Uhr, Donnerstag, 17. September, 13 bis 16 Uhr, Spielorte: Kalker Laden/Kalker Stadtgarten, Kalker Hauptstraße 214, 51103 Köln, Trimbornstraßenfest (19. September), Eintritt frei für alle Termine, www.tun-und-lassen.com