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Ehrenamtliche gesuchtBürgerverein Neubrück macht aus Kneipe ein Zentrum für alle

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Blick von außen auf die Fassade der ehemaligen Kneipe in Neubrück.

Die ehemalige Kneipe in Neubrück.

Der „Treff im Pavillon“ in Neubrück wird eineinhalb Jahre renoviert. Ehrenamtliche Helfer werden für den Umzug und den Innenausbau gesucht.

Die Veränderung könnte gravierender kaum sein. Der „Treff im Pavillon“ in Neubrück ist Geschichte. Der Bürgerverein hat die Gaststätte „Unser Veedel“ an der Käthe-Schlechter-Straße gemietet. Dort werden ab dem 1. September alle bekannten Angebote gebündelt. Der „Treff im Pavillon“ und der Bürgerladen werden Ende August geschlossen. Der gesamte Gebäudekomplex wird renoviert. Eigentümerin ist die Stadt. Sie rechnet mit eineinhalb Jahren Umbauzeit. Zudem sind die Betriebskosten in der städtischen Immobilie in der jüngsten Zeit derart gestiegen, dass der Bürgerverein an den Rand seiner finanziellen Möglichkeiten geriet. Im Übrigen genügte der Bürgerladen am Straßburger Platz 6 trotz der zentralen Lage nicht mehr den Ansprüchen des Bürgervereins. Es fehlte beispielsweise eine ebenerdige Toilette, die für ältere Menschen und Rollstuhlfahrer nutzbar gewesen wäre.

Ein Mann und eine Frau sitzen an einem Glastisch.

Sylvia Schrage und Lukas Damme organisieren den Umzug und die Renovierung in der ehemaligen Kneipe.

Nun geht es also in die ehemalige Kneipe, die seit eineinhalb Jahren leer stand. Vorher war sie durchaus belebt. „Hier fanden gut besuchte Dart-Turniere statt, zu denen auch Leute aus anderen Veedeln kamen“, erzählt Sylvia Schrage, Vorsitzende des Neubrücker Bürgervereins, bei einem Treffen im Büro von Lukas Damme, Sozialraumkoordinator für Ostheim und Neubrück. Corona und die Folgen hätten dem Gaststättenbetreiber zugesetzt, so dass er sich zu Schließung des Betriebs entschieden habe, fährt Schrage fort.

Neuer Treffpunkt mit viel Eigenleistung

Damme wird das jetzige Büro aufgeben und als Mieter in die ehemalige Kneipe umziehen. „Die Gaststätte gehört der Dewog. Die ist uns bei der Miete sehr entgegengekommen“, fährt Schrage fort. Die Dewog, Deutsche Wohnungsgesellschaft mit beschränkter Haftung, renoviert die Elektrik, tauscht die Schlösser aus und kümmert sich um die Lüftung und die Wasseranschlüsse.

Vieles erledigen Ehrenamtliche in Eigenarbeit. Es gibt noch einiges zu tun. Zurzeit wird jemand gesucht, der für ein herzliches Vergelt’s Gott 45 Quadratmeter Fliesen auf vorbereiteten Boden legt. Schrage und ihre Mitstreiter würden sich auch freuen, wenn ein Fachmann oder eine Fachfrau eine drei mal zwei Meter große Rigips-Wand mit einer Schiebetür einbauen würde. Die Wand soll als Raumteiler dienen, wenn zwei Gruppen gleichzeitig tagen. Das kommt vor allem in den Abendstunden vor, wenn die Berufstätigen Zeit haben. Einzelheiten zu den Arbeiten erfährt man unter der Telefonnummer 0172/28 50 277.

6000 Euro von Bezirksvertretung

An Interessenten für die Räume mangelt es wahrlich nicht. In Neubrück hat sich unter Federführung des Bürgervereins und des Sozialraumkoordinators ein breites zivilgesellschaftliches Engagement entwickelt. Es treffen sich seit Jahren zum Beispiel Menschen aus dem Nahen Osten, aus Afghanistan, aus der Ukraine und aus Russland. „Wir sind ein Ankommenstadtteil. Viele Menschen, die nach Köln kommen, ziehen zu uns und irgendwann danach weiter. Deshalb ist es wichtig, dass sie sich bereits etablierten Gruppen anschließend können“, weiß Lukas Damme.

Jede neue Idee sei willkommen. Damme legt Wert darauf, dass der Bürgerverein die neuen Räume wie gewohnt als konsumfrei betreibt. Trotzdem wird man die Nutzergruppen um einen Obolus bitten, um die Miete finanzieren zu können. Die Bezirksvertretung Kalk hat das Projekt mit 6000 Euro gefördert.

Auch am Wochenende ist jede Menge los in Neubrück. Am Samstag, 30. August, wird auf dem Marktplatz die Grundsteinlegung für das Veedel vor 60 Jahren gefeiert. Ab 16 Uhr gibt es Kuchen und Kinderspiele. Und natürlich ist der Bürgerverein wieder federführend beteiligt.