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Demokratie-AusstellungKölner Kinder zeigen ihre Werke im Kunstraum St. Theodor

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Drei Frauen und vier Mädchen stehen zusammen vor einer Wand, auf der Plakate mit der Aufschrift "Was uns zusammenhält" zu sehen sind.

Sozialarbeiterin Luise Fritsch, die Sozialraumkoordinatorinnen Kerstin Stangier und Sabine Wiegelmann (hinten, v. l.) sowie die Schülerinnen Alina, Laura, Elif und Miri (unten, v. l.) blicken einer spannenden Ausstellung entgegen.

Über 150 Kinder nahmen teil an einem Wettbewerb zum Thema Demokratie. Die Galerie im Vingster Gotteshaus zeigt jetzt die schönsten Entwürfe. 

„Liebe“, „Frieden“, „Fairness“, „Vertrauen“, „Freundlichkeit“, „Mut“ lauten die Antworten von Schülerinnen und Schülern aus Mülheim, Kalk, Humboldt/Gremberg, Ostheim, Höhenberg sowie Vingst zur essenziellen Frage nach dem Kitt, der die Menschen durch alle Krisen zusammenhält. Ihre Werke sind entstanden im Rahmen des letztjährigen Plakatwettbewerbs aller Kölner Sozialraumkoordinationen zum Thema und werden aktuell im Kunstraum St. Theodor präsentiert. Unter dem Leitgedanken „Was uns zusammenhält“ sind 15 Arbeiten von Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Familiengrundschule Lustheiderstraße, der Gemeinschaftsgrundschule Weimarer Straße, dem Rheingymnasium Mülheim, dem Vingster Treff, dem Jugendzentrum HB51 sowie aus dem Coach e.V. zu sehen.

„Zusammenhalt“ in zwölf Sprachen

Darunter ist auch das Bild der 14-jährigen Wettbewerbsgewinnerin Alya aus Mülheim. Ihre Bunt- und Filzstiftzeichnung von Menschen, die sich an den Händen halten, umrandete die Schülerin mit der Übersetzung des Substantivs „Zusammenhalt“ in zwölf Sprachen, darunter Norwegisch, Chinesisch, Rumänisch, Türkisch, Russisch, Koreanisch und Hindi. „Auf unsere Schule gehen viele Jugendliche aus unterschiedlichen Ländern. Obwohl sie woanders herkommen, klappt es eigentlich ganz gut mit dem Zusammenhalt, finde ich“, erklärt die Gymnasiastin, deren Siegerinnen-Beitrag mit einem Einkaufsgutschein in Höhe von 150 Euro für die Köln-Arcaden prämiert wurde. Weitere Preisträgerinnen und -träger erhielten Tickets für den Besuch von Heimspielen des FC Viktoria Köln.

Natürlich weiß ich, was Demokratie ist: wenn viele Menschen mitreden und mitentscheiden können, also auch wir Kinder.
Laura

Rund 150 Kinder, Jugendliche und einige wenige Erwachsene waren dem Aufruf zur Premieren-Veranstaltung im vergangenen Jahr nachgekommen. Die Motive wurden an zentralen Plätzen in den einzelnen Stadtteilen aufgestellt. Über die Gewinnerinnen und Gewinner entschieden die Bürgerinnen und Bürger. „Wir sind sehr glücklich über die zahlreiche Beteiligung. Tatsächlich hatten wir in Höhenberg und Vingst stadtweit die meisten Einsendungen. Einer zweiten Auflage in 2026 sollte nichts im Weg stehen. Der Bedarf ist eindeutig da“, berichtet Mitorganisatorin Kerstin Stangier von der lokalen Sozialraumkoordination.

Neben den leuchtenden Zeichnungen, Malereien und Basteleien finden sich auch Fotografien, etwa die Bilddokumentation eines eingepflanzten Sonnenblumenkerns in sieben Wachstumsstadien (OGS Weimarer Straße) zum Slogan „Wenn wir zusammenwachsen, halten wir zusammen.“ „Mein Plakat geht über die Liebe. Die hält uns doch alle zusammen, oder?“, fragt Künstlerin Miri (10), deren Herz-Signale zum Mitfühlen einladen. Um ihre Botschaften zu betonen, komponierten Laura und Elif von der Band „Die weiße Rose“ gar einen Song: „In unserem Lied ‚Keine weißen Flaggen mehr‘ machen wir klar, dass alle Kriege aufhören müssen. Dann sind auch keine weißen Flaggen mehr nötig“, so die zehnjährige Laura.

Ein Mädchen mit dunklem Haar schaut auf ein Plakat.

Wettbewerbsgewinnerin Alya spricht die Besucherinnen und Besucher der Werkschau in 13 verschiedenen Sprachen an.

Das Leitthema sei ihr bereits im Vorfeld bekannt gewesen: „Natürlich weiß ich, was Demokratie ist: wenn viele Menschen mitreden und mitentscheiden können, also auch wir Kinder“, erklärt Laura selbstbewusst. Ihre Forderung an alle Erwachsenen bekundet nicht minder überzeugt Wettbewerbsteilnehmerin Alina: „Für mich ist es sehr wichtig, dass die Menschen miteinander reden und nicht gegeneinander kämpfen“, so die junge Pazifistin.


„Was uns zusammenhält“, Kunstraum St. Theodor, bis 8. Februar, Burgstraße 42, 51103 Köln, Öffnungszeiten: samstags 13 bis 15 Uhr, sonntags 12 bis 13 Uhr, wp.kkg-hoevi.de