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Wer zahlt wofür?Was Kölner zum Dom-Eintritt wissen müssen

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Menschen strömen am Ostermontag in den Dom (Symbolbild). Ab der zweiten Jahreshälfte wird der Eintritt für Touristen Geld kosten. Gottesdienste bleiben hingegen kostenlos zugänglich.

Menschen strömen am Ostermontag in den Dom (Symbolbild). Ab der zweiten Jahreshälfte wird der Eintritt für Touristen Geld kosten. Gottesdienste bleiben hingegen kostenlos zugänglich.

Das Domkapitel hat eine „touristische Besichtigungsgebühr“ beschlossen. Gilt diese auch für Kölnerinnen und Kölner? 

Das Kölner Domkapitel hat beschlossen, künftig ein Eintrittsgeld für den Dom zu erheben. Wir beantworten in diesem Zusammenhang die wichtigsten Fragen für Kölnerinnen und Kölner.

Warum kostet der Dom künftig Eintritt?

Zwischen Ausgaben und Einnahmen klafft seit Jahren eine Lücke. Mit höheren Zuwendungen des Erzbistums und anderer öffentlicher Geldgeber ist nicht zu rechnen. Hingegen steigen die Kosten unerbittlich. Nach langem Ringen, so Dompropst Guido Assmann, habe das Domkapitel deshalb eine „touristische Besichtigungsgebühr“ beschlossen. Die Entscheidung fiel nach Auskunft von Dom-Sprecher Markus Frädrich einstimmig. Alternativ gab es die Überlegung, lediglich für den Chorumgang und die Besichtigung des weltberühmten Dreikönigenschreins eine Eintrittsgebühr zu erheben. Das, so Frädrich, hätte aber nach allgemein geteilter Prognose nicht zu Einnahmen in gewünschter Höhe geführt, weil sich viele Dombesucher mutmaßlich den Besuch des Binnenchors und die Umrundung des Schreins geschenkt hätten.

Wie setzen sich die Besucher zusammen?

99 Prozent der jährlich rund sechs Millionen Dombesucherinnen und -besucher seien Touristen, rechnete Dompropst Guido Assmann vor. Auf Nachfrage erläuterte er, dass sich das verbleibende eine Prozent (durchschnittlich 200 Besucher täglich) allein aus der Zahl der Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer ergebe. Nicht erfasst sind damit Menschen, die aus nicht-touristischen Motiven in den Dom kommen, etwa Kölnerinnen und Kölner, die zum Beten kommen oder eine Kerze anzünden.

Was soll der Eintritt kosten?

Das wollte Assmann auch auf mehrfache Nachfrage noch nicht sagen und bat „noch um ein bisschen Geduld“. Auf die Bitte, zumindest eine Größenordnung zu nennen, rechnete Assmann vor, dass es mittelfristig darum gehe, einen Fehlbetrag von mehreren Millionen Euro jährlich auszugleichen. Dieser Bedarf müsste also in Beziehung gesetzt werden zu der mutmaßlichen Zahl an Touristen, die künftig zur Kasse gebeten werden sollen.

Vor der Bekanntgabe von Einzelzeiten zum Preisgefüge für die Tickets wolle das Domkapitel zunächst „mit Partnern und Zuschussgebern“ sprechen, erläuterte Assmann.

Müssen Kölnerinnen und Kölner künftig auch Eintritt zahlen?

Wenn sie sich frei im Dom bewegen wollen, offenbar ja. Klar scheint, dass künftig nicht mehr der gesamte Dom frei begehbar ist. Wer im Dom allerdings beten will, soll das auch künftig tun können, ohne dafür zu bezahlen. Auch der Zugang zu Opferlichtern soll kostenlos bleiben. In Planung ist ein „Wege-Leitkonzept“ für den Dom. Dahinter steht die Überlegung, dass diese bestimmten Bereiche weiterhin leicht für alle zugänglich sein sollen. Welche Areale das sind, ließ Assmann ebenfalls offen. Für Gottesdienstbesucher sowie für Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins bleibt der Dom ebenfalls kostenfrei.

Welche Bereiche könnten frei zugänglich bleiben?

Naheliegend wäre es, das zum Hauptbahnhof hin gelegene nördliche Querhaus als frei begehbare Zone zu deklarieren. Hier befindet sich unter anderem die „Schmuckmadonna“, ein Anziehungspunkt für die Gläubigen. Vor der hoch verehrten Marienfigur brennen stets auch besonders viele Votivkerzen. Vom Nordquerhaus aus hat man im Übrigen auch den besten Blick auf die gegenüberliegende Südquerhauswand mit dem „Richter-Fenster“, dem bedeutendsten modernen Kunstwerk im Dom.

Kann ich als Kölner ab Juli nicht mehr mit der Familie kostenlos durch den Kölner Dom schlendern?

Laut Assmann gibt es Überlegungen zu „Aktionstagen“ mit freiem Eintritt, aber auch zu Möglichkeiten für Sammeltickets, die kombiniert zum Besuch der Domschatzkammer und zur Turmbesteigung berechtigen könnten. Gesondert nachgedacht werden müsse auch über den Dombesuch von Familien mit Kindern, hieß es. Hier bleibt also abzuwarten, welche Ergebnisse das Kölner Domkapitel zu diesen Überlegungen in den kommenden Monaten präsentiert.