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Dreigestirn gefeiert
Gelungene Kölner Prinzenproklamation, aber ein Problem bleibt

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2 min
09.01.2026, Köln: KARNEVAL - Proklamation des Kölner Dreigstirns 2026 Prinz Niklas I. (Niklas Jüngling), Bauer Clemens (Clemens von Blanckart) und Jungfrau Aenne (Stefan Blatt) im Gürzenich Köln - Einzug und Proklamation des Dreigestirns.. Foto: Thilo Schmülgen

1300 Gäste feierten im Gürzenich das neue Dreigestirn

Köln hat ein neues Dreigestirn. Die Prinzenproklamation im Gürzenich verlief deutlich besser als in den Vorjahren. 

Programmgestalter Ralf Schlegelmilch war sich schon bei den Proben seiner Sache sicher: „Egal, was ich mache, ich kriege hinterher sowieso nur einen drauf.“ Der Mann spricht aus Erfahrung, schließlich ist es seine Aufgabe, Kölns prunkvollste Gala im Jahreskalender zu komponieren. Aber diesmal hatte sich Schlegelmilch geirrt: 1300 Gäste, viele davon gestandene Karnevals-Profis, Prominente, Politiker und weitere Amtsträger, zeigten sich nach dem Finale der Prinzenproklamation zufrieden bis begeistert.

Prinzenproklamation im Kölner Gürzenich

Wer weiß, wie dieses anspruchsvolle Publikum tickt, muss die Leistung des Orga-Teams umso mehr würdigen. Nicht-Pripro-Gänger müssen nämlich wissen: Zündet ein Programmpunkt nicht, dauert ein Auftritt zu lange, wird es laut im Saal: Dann wird einfach mit den Sitznachbarn gequatscht – und weil es da vorne auf der Bühne so laut ist, muss man umso lauter sprechen, um verstanden zu werden. Respekt vorm Künstler ist in Kölns guter Stube oftmals leider fehl am Platz.

Es wäre daher angebracht, wenn es schon während der Pripro wie bei anderen Sitzungen wieder Kölsch gäbe, so dass gelangweilte Gäste einfach den Saal verlassen können statt zu stören. Aber das sieht natürlich später nicht gut aus, im Fernsehen. Allein dieses Beispiel zeigt den Spagat, den die Pripro-Macher vielfach hinlegen müssen. Nach Jahren mit Ton-Problemen, unglücklichen Kabarettisten in der Bütt und längen im Programm wurde dieser Abend dem hohen Anspruch und unterschiedlichen Geschmäckern des eher konservativen Publikums gerecht.

Es war daher richtig, auf traditionelle Inhalte zu setzen und mit dem Männer-Gesang-Verein den festlichen Charakter der Veranstaltung zu unterstreichen. Dass der neue OB „Pripro“ kann, wurde im Gürzenich geradezu gefeiert. Und wer einen Jahrhundertkölner wie Ludwig Sebus auf der Bühne hat, der kann eigentlich nichts falsch machen. Ralf Schlegelmilch weiß aber nur zu gut, dass es anders ist.