Jan Uwe Disselbeck ist auch Ehrenpräsident der Kölner Traditionsgemeinschaft ehemaliger Prinzen, Bauern und Jungfrauen.
Ein jeckes halbes JahrhundertZwei Kölner Jungfrauen treffen sich auf der Bühne

50 Jahre liegen dazwischen: Die aktuelle Junfgrau Aenne (l.), Stefan Blatt, und die frühere Jungfrau Hanna, Jan Uwe Disselbeck, trafen sich auf der Bühne.
Copyright: Stefan Villinger
Vor 50 Jahren stellte die Kölner Karnevalsgesellschaft „Mer Blieve Zesamme“, kurz MBZ genannt, das Dreigestirn. Prinz Hans I, Lindemann, Bauer Hans, Burkhard und Jungfrau Hanna, Jan Uwe Disselbeck, tourten vergnügt über die jecken Bühnen der Stadt. Und nun kam es im Februar 2026 auf der MBZ-Prunksitzung im Congress-Saal der Messe zu einem außergewöhnlichen Zusammentreffen. Die aktuelle Jungfrau Aenne, Stefan Blatt, traf ihren Amtsvorgänger Jungfrau Hanna aus dem Jahr 1976 auf der Bühne.
Ein halbes Jahrhundert Kölner Karneval liegt zwischen den beiden. Und dass das Jecksein jung hält, sieht man bei Disselbeck, der vergnügt mit blauen Streifenpullover und Frack auf die Bühne kam. Ihm wurde von Sitzungspräsident Veit Wasserfuhr eine Ehrung für sein Engagement in der MBZ verliehen. Sogar Ehrenpräsident der KG ist die ehemalige Jungfrau inzwischen. Und nicht nur diesen jecken Titel hat er in seiner Sammlung. Disselbeck kann sich mit dem Titel Ehrenpräsident der „Traditionsgemeinschaft Prinzen-Bauern-Jungfrauen“ schmücken, in der alle ehemaligen Kölner Dreigestirne Mitglied sind.
Prinz Hans I. stand in der ersten Reihe zum Repräsentieren, wir beide konnten in der Zeit mit den anderen feiern
Im Gespräch mit der Redaktion verriet Disselbeck später ein kleines Geheimnis. „Als Bauer und Jungfrau im Dreigestirn hatten wir es damals gemütlich. Prinz Hans I. stand in der ersten Reihe zum Repräsentieren, wir beide konnten in der Zeit mit den anderen feiern.“ Dass bei der MBZ inzwischen wieder mal Frauen im Elferrat sitzen, findet Disselbeck gut. „Während meiner Zeit als Präsident der MBZ von 1978 bis 1980 gab es das auch schon“, erinnert er sich. „Jan Uwe Disselbeck war Neuerungen gegenüber stets offen, er unterstützte auch die Nachwuchsarbeit“, berichtet Hans-Peter Hecker vom heutigen MBZ-Vorstand.
Alles zum Thema Kölner Dreigestirn
- Zoch bissig wie lange nicht Kölner Zugleiter muss sich gegen Kritik verteidigen
- Ein jeckes halbes Jahrhundert Zwei Kölner Jungfrauen treffen sich auf der Bühne
- Eiszeit zwischen Kardinal und Karneval Kölner Dreigestirn lässt Besuch beim Erzbischof erneut ausfallen
- Viel Tempo Die Sitzung in Blankenheimerdorf ist ein Paradebeispiel für klassischen Karneval
- Jecke Aufnahmezeremonie „Bauernfrühstück“ im Haus Unkelbach – Ex-Bauer als Schneemann
- 760 jecke Wiever Die Damensitzung in Mechernich ist für einige ein Familientreffen
9o Jahre wird die MBZ im nächsten Jahr alt. Gegründet wurde sie 1937 von ehemaligen Aktiven der KG „Die Große von 1823“ und Mitgliedern der von den Nazis verbotenen Katholischen Studentenverbindung. Der Name „Mer blieve zesamme“ stand für eine Möglichkeit getarnter Zusammenkünfte in den Zeiten der Naziherrschaft in Deutschland. Die erste größere Sitzung er MBZ fand am 16. November 1937 in der Wolkenburg statt. Der immer noch von aller Munde gesungene Karnevalsgassenhauer „Dreimol null es null, bliev null“ wurde auf dieser Sitzung vom dem Trio „Drei Laachduuve“ aufgeführt.
Heute steht der Name für den Zusammenhalt in einer jecken Karnevals-Gesellschaft, die inzwischen Mitglieder in ganz Deutschland hat. Legendär ist auch die stets ausverkaufte MBZ-Mädchersitzung im Pullman-Hotel, die mit Live-Musik im Foyer ausklingt. Sie findet nun am 20. Janur 2027 erstmals im Kristall-Saal der Messe statt, weil das Pullmann-Hotel schließt.
