Die Sitzung in Blankenheimerdorf geht bis zum Morgen und hat eine Menge Tempo zu bieten.
Viel TempoDie Sitzung in Blankenheimerdorf ist ein Paradebeispiel für klassischen Karneval

Als „Ne Kleinkarierte“ gibt Elmar Malburg den Sachbearbeiter in Perfektion.
Copyright: Stefan Lieser
Das ist in der Karnevalszeit ein gewohntes Bild in Blankenheimerdorf: Das Bürgerhaus ist ausverkauft, die Stimmung bestens – keine Frage, die KG Gemötliche Dörfer feiert ihre Sitzung. Und dabei kann's schon mal spät – oder früh – werden: Sitzungspräsident Rainer Berlingen moderierte ein Programm, das erst gegen 4 Uhr enden sollte.
Das lag am Ende in erster Linie an Musik-Alleinunterhalter Roland, der auch für die Saalmusik während der Sitzung sorgte. Eine rhetorische Frage war's vom Präsidenten, ob er denn bis 4 machen werde: Das Publikum feierte Roland, der nickte nur, die Sache war geregelt.
Gleich zu Beginn tanzte ein Unsynchrontanzpaar
Vor dieses Vergnügen mit Ansage war ein anderes gestellt. Gut dreieinhalb Stunden Sitzungsprogramm, bei dem Besonderheiten auffielen, wie es sie nur im Dörfer Karneval gibt. Gleich zu Beginn etwa das Unsynchrontanzpaar: Nicole und Josefine alias Nico Lentges und Jost Hinzmann haben die beiden KG-Solomariechen beerbt. Und da sie erkannt haben, dass sie deren Tanzkünste nicht toppen können, weichen sie mutig ins Gegenteil aus. Mit ihrem Auftritt war die Stimmung im Bürgerhaus sofort gesetzt, die von den Super-Uschis, der Showtanzgruppe aus Sistig, noch gesteigert wurde.
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Mal Tempo, mal Schunkelwalzer Elmar Malburg als „Ne Kleinkarierte“ gab den Inbegriff des Bürokraten und kleinen Sachbearbeiters mit Aktentasche, Pullunder, Fliege und dicker Kassenbrille. Durchaus zuträglich ist auch die „Lauch“-Figur, die Malburg einfach hat und an eine Figur wie von Kafka erinnert. Er bietet eine gekonnte Karikatur – wobei man wissen muss, dass Malburg im Hauptberuf bei der Gemeindeverwaltung von Dahlem beschäftigt ist. Spielt er etwa nur, was er im Büroalltag erlebt?
Bürgerhaus wurde in eine Partyhochburg verwandelt
Die Aktiven der „Gemötliche Dörfer Musik“ nahmen sich Querbeat zum Vorbild: Tempo aus Trompeten und Posaunen, was die Lungen hergeben! Zehn Musiker – drei fehlten – verwandelten das Bürgerhaus in eine Partyhochburg. „Das Männerballett, das mir persönlich am besten gefällt“ – so nennen sich die Blankenheimerdorfer, die sich zur Überwindung der Schwerkraft zusammengetan haben, wirklich – waren da nur noch der stimmungsmäßige Topper.
Vor den „Gemötliche Jonge Sketche“, zu denen die Musiker noch mal auf die Bühne kamen, und dem Aufzug der Lommersdorfer samt Dreigestirn und Garde sowie der Blankenheimer samt Tollität Eva I. war Sitzungspause. Die heißt bei den Gemötliche Dörfer einfach und einladend Schunkelwalzer.

