Ricarda Lang veröffentlicht Fotos aus Köln. Auf eine politische Aussage verzichten die Ex-Grünen-Chefin und ihre Parteikolleginnen nicht.
„Bester Lifestyle!“Grünen-Politikerinnen feiern Karneval in Köln – samt Spitze gegen Merz

Ricarda Lang bei der Karnevalsveranstaltung und Verleihung des Orden wider den tierischen Ernst in Aachen. An Weiberfastnacht war die Grünen-Politikerin in Köln unterwegs. (Archivbild)
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Der Straßenkarneval in Köln ist eröffnet – trotz Regenfällen, die ihren Teil zu einem laut Kölner Ordnungsamt „im Vergleich zu den Vorjahren deutlich ruhigeren“ Start in die tollen Tage beigetragen haben dürften. Echte Jecken hält das Schmuddelwetter jedoch nicht ab – und offenbar gehören dazu auch die Grünen-Politikerinnen Ricarda Lang, Katharina Dröge und Katharina Beck.
Ricarda Lang und Katharina Dröge im Kölner Karneval
Auf Instagram teilte Lang an Weiberfastnacht zwei Fotos von sich und ihren Parteikolleginnen. Die ehemalige Grünen-Chefin ist im „Wonder Woman“-Kostüm zu sehen, Dröge trägt ein „Superman“-Outfit und Beck ein grünes Kleid samt Tiara.
Die Politikerinnen verzichten bei ihrem Abstecher in den Kölner Karneval jedoch nicht auf subtile politische Statements. Alle drei tragen Schärpen mit dem Aufdruck „Teilzeit-Heldin“. Lang schrieb zudem bei Instagram „Bester Lifestyle!“ zu ihrem Beitrag – beides kann als Spitze gegen die CDU und Bundeskanzler Friedrich Merz verstanden werden.
Kostüme mit Spitze gegen CDU und Friedrich Merz
Aus der Union hatte es in den vergangenen Wochen immer wieder Forderungen gegeben, dass in Deutschland mehr gearbeitet werden müsse. Zu viele Arbeitnehmer würden in Teilzeit arbeiten oder seien zu oft krank, hieß es aus den Reihen der Christdemokraten mitunter.
Der Wirtschaftsflügel der CDU drängte schließlich sogar darauf, das Recht von Arbeitnehmern auf Teilzeit einzuschränken – und betitelte einen entsprechenden Antrag mit „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“. Auf die folgende Debatte dürfte Lang nun angespielt haben.
Grünen-Politikerinnen kritisieren „Lifestyle-Teilzeit“-Vorstoß
Die ehemalige Grünen-Chefin Lang hatte sich bereits zuvor dazu geäußert. In einem Gespräch mit der „Berliner Morgenpost“ nannte sie das Vorhaben des Wirtschaftsflügels der CDU „ignorant“ und setzte sich für das Recht auf Teilzeit ein.
Viele Menschen in Teilzeit würden sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern, sich in einem Ehrenamt engagieren oder Kinder großziehen, erklärte Lang. Eine Einschränkung der Teilzeit gehe laut ihr an der Lebensrealität der Menschen vorbei.
Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge äußerte sich derweil in der letzten Woche zu der Teilzeit-Debatte. „Dass so viele Frauen sich entschieden haben, Teilzeit zu arbeiten, hat dazu geführt, dass wir mehr Beschäftigte in Deutschland haben“, erklärte die Kölner Politikerin in der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“.
„Die Überschrift unseres Antrags hätte besser eine andere sein sollen“
Eine Einschränkung des Rechtsanspruchs auf Teilzeit würde laut Dröge eher dazu führen, dass weniger Menschen arbeiten gehen. Den mit dem Vorschlag verknüpften Begriff „Lifestyle“ kritisiert Dröge deutlich, obgleich, wie Moderatorin Illner festhielt, das Wort längst gestrichen sei.
Nach der mitunter harschen Kritik an dem Begriff, auch aus den eigenen Reihen, hatte sich die Vorsitzende des CDU-Wirtschaftsflügels, Gitta Connemann, schließlich von der Wortwahl distanziert.
„Die Überschrift unseres Antrags hätte besser eine andere sein sollen, weil dieses Wort eine echte Auseinandersetzung mit dem Thema Teilzeit ganz offensichtlich erschwert hat. Und das bedaure ich“, sagte die CDU-Politikerin Anfang des Monats dem „Tagesspiegel“. (das)


