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Pflasterstein gegen HitzeNeuer Gehweg der Zülpicher Straße speichert Wasser

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Die neuen Betonpflastersteine auf der Zülpicher Straße nutzen das Prinzip der natürlichen Verdunstungskühlung. Aus einer grünen Gießkanne fließt Wasser auf die raue Oberfläche des Steines.

Die neuen Betonpflastersteine auf der Zülpicher Straße nutzen das Prinzip der natürlichen Verdunstungskühlung.

Die Stadt Köln testet auf der Zülpicher Straße sogenannte Klimasteine. Sie sollen im Sommer die Hitze auf der Straße lindern.

An vielen Stellen ließ es sich im Sommer auf den Kölner Straßen kaum aushalten. Gerade wo viel Beton und wenig Grün ist, staut sich die Hitze schneller. Die Stadt Köln hat jetzt eine Gegenmaßnahme vorgestellt: Auf dem Gehweg der Zülpicher Straße haben Bauarbeiter testweise sogenannte Klimasteine verlegt. Wenn genug Regen fällt, könnten sie die Umgebung um mehrere Grad abkühlen. Die Stadt hofft, dass sie Fußgängern zwischen 1,5 und 3 Grad kühlere Lufttemperatur bescheren.

Das Test-Areal ist 350 Quadratmeter groß und befindet sich auf dem Gehweg zwischen dem Alphons-Silbermann-Weg an der Uni-Mensa und der Meister-Ekkehard-Straße. Von außen unterscheidet sich der Bürgersteig kaum von einem herkömmlichen Gehweg: Der Stein ist eine Spezialanfertigung und dem Kölner Stadtstein nachempfunden, der laut den gestalterischen Planungen der Stadt für Gehwege verwendet werden soll.

So funktioniert der Klimastein

Die Stärke des Klimasteins liegt in seinem Inneren: Wenn Wasser auf die Oberfläche des neuen Betonpflastersteins trifft, wird der Stein zum Schwamm. Durch den offenporigen Beton sickert das Regenwasser in den Stein ein und wird dort gespeichert. Bei Starkregen können das bis zu neun Liter pro Quadratmeter sein. Wenn es heiß wird, geben die Steine das Wasser dann langsam wieder ab. Dazu klettert das Wasser durch Kapillarkräfte wieder nach oben an die Oberfläche. Während es verdunstet, entzieht es der Umgebung Wärme und senkt so die Lufttemperatur. 

Ascan Egerer vom Mobilitätsdezernat der Stadt stellte das Pilotprojekt am Montag vor.

Ascan Egerer vom Mobilitätsdezernat der Stadt stellte das Pilotprojekt am Montag vor.

Außerdem kann der Stein dazu beitragen, das Kanalsystem zu entlasten. Ein Problem der Klimasteine: Sie können ihre kühlende Wirkung nur entfalten, wenn es während der Hitzewellen auch Regentage gibt. Denn Wasser, das nie auf die Steine trifft, kann auch nicht wieder abgegeben werden. Während einer langen Trockenheitsphase sind sie also weniger wirksam.

Sechs Prozent teurer

Der neue Gehweg wurde drei Wochen lang gebaut und hat die Stadt 82.000 Euro gekostet. Damit sei der Klimastein etwa sechs Prozent teurer als normaler Stein, so die Stadt. Köln ist eine von nur wenigen deutschen Städten, die die Technologie ausprobieren, darunter beispielsweise auch Nürnberg und München.

Die Stadt Köln prüft derzeit, wie sie die Ergebnisse des Pilotprojekts auswerten will. Parallel messen der Hersteller und die FH Münster auf einer weiteren Teststrecke in Düsseldorf die Wirkung über mehrere Jahre. „Danach wird entschieden, wann und unter welchen Bedingungen der ‚Klimastein‘ eingesetzt wird“, so die Stadt. Wenn sich der versprochene Kühlungseffekt bestätigt, will sie die Steine langfristig auf vielen Flächen in ganz Köln verlegen. Das soll im Zuge von Sanierungs- oder Baumaßnahmen geschehen, die ohnehin geplant waren.