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„Verbrannt & Verbannt“Aktionswoche in Köln erinnert an Bücherverbrennung im Dritten Reich

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Das Archivbild zeigt eine Bücherverbrennung in Deutschland. Hinter einem brennenden Berg mit Büchern sind Menschen zu sehen, die den Hitlergruß zeigen.

1933 ließen die Nationalsozialisten die Bücher geächteter Schriftstellerinnen und Schriftsteller verbrennen. 90 Jahre später soll eine Aktionswoche in Köln an sie erinnern.

Die Nationalsozialisten haben vor 90 Jahren tausende Bücher verbrannt. Eine Aktionswoche in Köln soll an die Schriftsteller erinnern.

Kaum waren die Nationalsozialisten vor 90 Jahren an der Macht, begann die systematische Verfolgung ihrer Gegner. Im März 1933 starteten sie die Aktion „Wider den undeutschen Geist“. Trauriger Höhepunkt dieser Kampagne waren die Bücherverbrennungen. Tausende Werke von Schriftstellerinnen und Schriftstellern wurden öffentlichkeitswirksam verbrannt. Literatur von jüdischen, marxistischen, pazifistischen, oppositionellen und anderen von den Nationalsozialisten geächteten Menschen stand auf den schwarzen Listen.

In Köln geschah diese am 17. Mai am Ort der alten Kölner Universität an der Claudiussstraße. 90 Jahre später, ab dem 10. Mai 2023, wird eine Aktionswoche in ganz Köln zum Gedenken an die Schriftstellerinnen und Schriftsteller stattfinden, deren Bücher damals verbrannt wurden. Organisiert wird die Aktionswoche „Verbrannt & Verbannt“ vom Verein EL-DE-Haus, dem Förderverein des NS-Dokumentationszentrums. Wichtig ist den Verantwortlichen, auch auf die Gegenwart zu schauen. So soll auch über Autorinnen und Autoren gesprochen werden, die heute verfolgt werden und in ihren Heimatländern nicht veröffentlichen dürfen.

NS-Dokumentationszentrum organisiert Aktionswoche zur Bücherverbrennung in Köln

Das Angebot soll niedrigschwellig sein, betont Claudia Wörmann-Adam, Vorsitzende des Vereins EL-DE-Haus. Jede Einrichtung, aber auch Freundeskreise oder Privatpersonen können sich mit Aktionen beteiligen, die dann auf der Homepage beworben werden. Auch Schulen sind angesprochen, das Thema im Unterricht aufzugreifen und etwa Lesungen zu organisieren. An der Aktionswoche beteiligen sich schon jetzt mehr als 80 Kooperationspartner, etwa Institute der Universität, Buchhandlungen, Schulen, die Synagogengemeinde und kirchliche Institutionen.

Es sind zahlreiche Aktionen geplant, unter anderem Lesungen, Diskussionen, Filme, Ausstellungen oder Stadtrundgänge auf den Spuren von Verfolgten. Schirmherrin von „Verbrannt & Verbannt“ ist Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Sie wird bei einer Eröffnungsveranstaltung am 10. Mai, 19 Uhr, in der Zentralbibliothek ein Grußwort sprechen.

Kölner Aktionswoche zur Bücherverbrennung endet am 17. Mai

Moderiert wird die Veranstaltung von Schauspieler Fatih Çevikkollu. Bekannte Kölnerinnen und Kölner wie Journalist Günter Wallraff, Schriftsteller Navid Kermani, SPD-Politikerin Lale Akgün und Autorin Eva Weisweiler werden Bücher sowie Autorinnen und Autoren vorstellen, um die es in der Woche gehen soll. Die Kölner Aktionswoche endet am 17. Mai.

Weitere Informationen für Interessierte und alle, die mitmachen wollen, gibt es im Internet.

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