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Köln in GeldnotBeim Personalabbau in der Verwaltung braucht es mehr Fingerspitzengefühl

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Zu Kleidungsstücken gefaltete Geldscheine

Die Stadt Köln muss sparen, auch am Personal. (Symbolbild)

Die Stadtverwaltung muss sparen, auch an den Kosten für die eigenen Mitarbeitenden. Die Notwendigkeit steht außer Frage, aber das Wie sollte überdacht werden, findet unsere Autorin.  

Die Stadt kappt aktuell offenbar radikal mit der Heckenschere Stellen in der Verwaltung, wo chirurgische Präzision zielführender wäre. Das Einsparziel von drei Prozent der Personalkosten kann so möglicherweise bis zur Aufstellung des städtischen Haushalts für die Jahre 2027/28 im September erreicht werden. Aber der Preis ist hoch: Frust und Verunsicherung bei den Mitarbeitenden in der Stadtverwaltung. Frust und Empörung bei den Kölnerinnen und Kölnern, weil die Stadt bestimmte Leistungen nicht mehr oder nur sehr langsam erbringen kann. Sechs Wochen auf einen Termin zu warten und in einen anderen Stadtbezirk zu müssen, um einen neuen Führerschein zu beantragen, ist da noch das kleinste Problem.

Die Kölner Stadtverwaltung mit ihren mehr als 21.700 Mitarbeitenden ist ein Koloss, gut 1,5 Milliarden Euro kostet das Personal in diesem Jahr. Natürlich gilt es, in Zeiten knapper Kassen zu hinterfragen, ob hier jeder Posten wirklich Sinn macht, ob Abläufe vereinfacht, Abteilungen verschlankt werden können. Den Bürgerinnen und Bürgern eine Erhöhung der Grundsteuer aufzudrücken und dann in den Amtsstuben alles beim Alten zu lassen und hier und da weiter gemütlich Kaffee zu trinken, um es überspitzt zu formulieren, wäre nicht vermittelbar.  

Doch keine Stellenstreichungen beim Drogenkonsumraum am Neumarkt

Das Beispiel Drogenkonsumraum am Neumarkt zeigt allerdings, was die Heckenschere anrichten kann. In einer Stadt, die mit aller Kraft darum ringt, ihr Drogenproblem in den Griff zu bekommen, sind Personaleinsparungen in der Drogenhilfe und daraus resultierende Schließungen an den Samstagen kontraproduktiv. Die Ratspolitiker im Sozialausschuss sind zurecht aktiv geworden und der OB hat es eingesehen. Es wurde nachjustiert, die Stellen sollen nun doch neu besetzt werden. Die Notwendigkeit des Sparens am städtischen Personal steht außer Frage, aber das Wie könnte überdacht werden.

Wie sieht es etwa in der Jugendhilfe oder im Gewaltschutz aus? Dort, wo jeder einzelne Sozialarbeiter Leben entscheidend zum Positiven verändern und zukünftige Desaster verhindern kann? Wo das Fehlen dieser einen Mitarbeiterin möglicherweise verheerende Folgen hat, den Betroffenen Kindern und Frauen aber die Lobby fehlt und die Kraft, Hilfe einzufordern? Hier muss die Stadt die Heckenschere beiseite legen und wirklich Prioritäten setzen. Mit Fingerspitzengefühl, bitte! So, wie es der OB versprochen hat.