Ehrenfeld – Im Streit um die Bebauung am Alpener Platze an der Venloer Straße in Ehrenfeld kommt das schwarz-grüne Ratsbündnis den Kollegen in der Ehrenfelder Bezirksvertretung entgegen: „Die alte preußische Artilleriehalle soll zumindest „komplett oder teilweise erhalten bleiben“, heißt es in einem Antrag von CDU, Grünen und FDP, der am Freitag im Liegenschaftsausschuss des Stadtrates diskutiert wird.
Der Stadtentwicklungsausschuss hat dem Antrag bereits einstimmig zugestimmt. Der Vorschlag der Ratspolitiker ist ein Kompromiss zwischen den gegensätzlichen Positionen der Bezirksvertretung und der Stadtverwaltung, die einen Abriss der Halle wollte, um hier in großem Umfang sozialen Wohnungsbau zu ermöglichen. Das Grundstück ist Teil der so genannten „Wohnungsbauoffensive“. Zwölf Grundstücke in der Stadt waren 2016 für eine dichte Bebauung mit einem hohen Anteil an Sozialwohnungen ausgewählt worden. Das Areal am Alpener Platz gehörte dazu.
Interessenskonflikt um die Artilleriehalle
Ähnlich wie in anderen Stadtteilen regte sich auch in Ehrenfeld in dem Moment Widerstand, wo es konkret werden sollte. Die Artilleriehalle, die nicht unter Denkmalschutz steht, wurde zum Symbol eines typischen Konflikts zwischen gesamtstädtischen Interessen und den Sorgen vor Ort, wenn es um Verdichtung und neue Wohnungen geht. Dem Versuch der Bezirkspolitiker, das Grundstück ganz anders zu nutzen, als in der „Wohnungsbauoffensive“ vorgesehen, erteilen die Ratspolitiker eine Absage. Der Wohnungsbau bleibt vorrangiges Ziel.
„Mit dem Änderungsantrag wird dem Beschluss der BV 4 im Kern nicht gefolgt, sondern dem öffentlich-geförderten Wohnungsbau wieder Vorrang eingeräumt“, so der Vorsitzende des Liegenschaftsausschusses, Jörg Frank von den Grünen. 66 Prozent der Wohnungen sollen im Rahmen des geförderten Wohnungsbaus entstehen, die Hälfte davon als Studentenwohnungen.
Neben dem zumindest teilweisen Erhalt der Artilleriehalle gibt es weitere Zugeständnisse: Es muss keine „höhere bauliche Ausnutzung“ mehr erreicht werden, so steht es im neuen Beschluss des Stadtrats. 25 Prozent der Flächen sollen gewerblich und kulturell genutzt werden können. Das dürfte sich dann vor allem in der Halle abspielen, die im 19. Jahrhundert dem preußischen Militär als Wagenhalle diente.


