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Im 45-Minuten-TaktEinschulung der Kölner i-Dötzchen mit Abstand und Maske

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Einschulung mit Corona 1

I-Dötzchen Amram Wubu mit ihren Eltern am ersten Schultag

Köln – Familie Wubu hat sich schick gemacht. Tochter Amram ist ganz in Gold gekleidet, denn es ist ihr großer Tag, wie für rund 100.00 Kölner i-Dötzchen auch, die am Donnerstag eingeschult wurden. Es ist ein einschneidendes Erlebnis für Eltern und Kind gleichermaßen – die Gefühlspalette reicht von freudig-aufgeregt bis ängstlich-nervös. Und dazu kommen Sorgen der Eltern wegen Corona und der Hygieneregeln.

Die Eltern der sechsjährigen Amram wirken trotzdem entspannt – und den Schulbetrieb kennen sie ohnehin durch ihren älteren Sohn. „Es war sehr schön“, sagt Amrams Vater, der vor 20 Jahren aus Äthiopien nach Deutschland eingewandert ist.

Am Eingang der Rheinschule an der Mülheimer Freiheit warten schon die nächsten Neulinge mit Begleitung; um den Abstand wahren zu können, werden die Erstklässler nicht wie sonst alle gemeinsam begrüßt, sondern in je zwei Gruppen im Dreiviertelstundentakt durchgeschleust. Die Reporterin darf zwar das Schulgelände nicht betreten, das reglementierte Verfahren lässt sich vom Tor aus aber gut beobachten.

Lehrer tragen Mund-Nasen-Schutz

An zwei Tischen dokumentieren Lehrer, wer kommt. Für die Familien gilt die Einschränkung: Mehr als zwei Personen dürfen nicht mit dabei sein – Geschwisterkinder inklusive. Der Schulhof ist mit bunten Luftballons und Wimpeln geschmückt, Lehrer weisen den Eltern ihre Sitzplätze zu. Die Stühle sind paarweise und mit Abstand zueinander aufgestellt. Nach einer kurzen Begrüßung der Schulleitung werden die Kinder direkt in ihre Klassen geführt und die Eltern über den Schulalltag informiert – dabei tragen sie die einen Mund-Nase-Schutz. Als die erste und einzige Schulstunde beendet ist, verlassen die Familien an anderer Stelle das Gebäude.

Der sechsjährige Hüveyda-Can freut sich. In seinem Klassenverband ist ein Mädchen, das er aus der Nachbarschaft kennt. Seine Mutter Vanessa Akgün, die schon ihr älteres Kind zur Einschulung begleitet hat, fand die ausgedünnte Version „sehr ungewohnt. Vieles wird nun über den Postweg geregelt“. Wegen Corona mache sie sich nicht so viele Sorgen. Die Vorstellung eines möglichen zweiten Lockdowns sei jedoch „schrecklich“. Hüveyda-Cans Schultüte ist bis an den Rand mit Überraschungen gefüllt. „Wir machen jetzt erst einmal Fotos und dann darf er die Tüte öffnen“, sagt Akgün.

Einschulung mit Corona

Jedes Kind bekam als Begrüßungsgeschenk eine Sonnenblume.

Auch in der Grundschule Manderscheider Platz in Sülz ist die Zeremonie durchchoreographiert: Mit Flatterband wird der Eingang vom Ausgang getrennt – eine Lehrerin bittet Eltern, ihre Maske aufzusetzen. Ein Vater, der anonym bleiben will, ist mehr aufgeregt als besorgt: „Jetzt beginnt ja etwas völlig Neues. Natürlich hätte man das festlicher haben können mit Großeltern oder einem Chor“. „Aber sie haben das Beste daraus gemacht“, findet eine Mutter. „Wir standen jeweils zu zweit in der Turnhalle auf Abstand und die Kinder saßen vorne auf Sitzmatten“. Der Umgang der Schule sei auch im Vorfeld liebevoll gewesen: Begrüßungen hätten die Erstklässler per Post und E-Mail erreicht.

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Den Schulleitern verlangte die Einschulung Kreativität und logistischen Aufwand ab. Dementsprechend fielen die Lösungen unterschiedlich aus. Es gab Schulen, die aufgrund von Platzmangel nur eine Begleitperson erlaubten. Schulleiter berichteten dieser Zeitung von schwierigen Debatten mit Eltern, die versuchten, doch noch Familienangehörige mitzunehmen.

Vor der Rheinschule in Mülheim ist die Stimmung jedoch ausgelassen – Amram posiert noch schnell für ein Erinnerungs-Selfie mit Mama und Papa.