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Sonnenschutz spielerisch lernenUV-Schutztour zu Gast in Kölner Schwimmbädern

3 min

Immer mehr Menschen erkranken an Hautkrebs. An vier Aktionstagen in den Kölner Schwimmbädern Lentpark und Stadionbad leistet das Programm „Die Sonne und Wir“ Präventionsarbeit. Hier lernen Kinder, wie sie sich am besten vor Sonneneinstrahlung schützen können.

60 Milliliter Sonnencreme: So viel braucht ein erwachsener Mensch nach Angaben von Expertin Debora Grosskopf-Kroiher, um sich im Freibad ausreichend vor der Sonne zu schützen. Und das am besten alle zwei Stunden. Eine große 250-Milliliter-Flasche reicht damit nicht einmal für zwei Tage aus. Damit Sonnenschutz gar nicht erst zur lästigen Pflicht wird, will Grosskopf-Kroiher ihn vor allem bei Kindern früh zur Gewohnheit machen.

Debora Grosskopf-Kroiher klärt über das Thema Sonnenschutz auf.

Debora Grosskopf-Kroiher klärt über das Thema Sonnenschutz auf.

„Wir wollen, dass Sonnenschutz für die Kinder so drin ist wie Zähneputzen“, sagt Grosskopf-Kroiher. Sie ist Geschäftsführerin des Centers für Molecular Medicine Cologne und leitet das Präventionsprojekt „Die Sonne und Wir“. Auf spielerische Weise wollen sie und die anderen Helfer den Kindern zeigen, wie sie ihre Haut vor der UV-Strahlung schützen können. In Zusammenarbeit mit den Kölnbädern haben sie in den vergangenen Tagen einen Stand im Lentpark und im Stadionbad aufgebaut.

Die neunjährige Mila ist mit ihrem Vater Christian in den Lentpark gekommen. Mit einer kleinen Angel fischt sie Bilder aus einer Kiste. Darauf sind zum Beispiel Sonnenbrillen, Hüte oder Sonnenbrand  abgebildet. Zu jedem Bild erklären die Helfer am Stand den Kindern, was das mit Sonnenschutz zu tun hat. „Wir freuen uns, dass wir jetzt im Schwimmbad etwas lernen können, obwohl ja eigentlich gerade Schulferien sind“, sagt Milas Vater.

Sonnenschutz-Projekt seit 2012

Etwa 50 Schwimmbadbesucher schauen am Tag beim Stand vorbei, schätzt das Team. Grosskopf-Kroiher hat das Projekt, an dem auch die Klinik für Dermatologie der Uniklinik beteiligt ist, 2012 gegründet. „Wir haben festgestellt, dass die Hautkrebsrate bei jungen Leuten steigt. Dann haben wir gedacht, wir müssen irgendwas machen, wir müssen früh anfangen, wir müssen rausgehen und Aufklärungsarbeit leisten“, erklärt sie. Die Initiative ist ein Teil der bundesweiten DKMS-Kampagne „Clever in Sonne und Schatten“ und wird unter anderem von der Deutschen Krebshilfe gefördert.

Neben dem Angeln können die Kinder mit sogenannten UV-Perlen experimentieren, die sich bei UV-Strahlung violett einfärben, und am Basteltisch malen. Am Stand steht auch ein Gerät, das testet, ob eine Sonnenbrille wirklich ihren Zweck erfüllt. „Wir ziehen immer wieder gefakte Markenbrillen heraus“, erzählt Grosskopf-Kroiher. „Wer eine dunkle Brille ohne UV-Schutz hat, dessen Pupillen werden groß. Dadurch gelangt erst recht viel UV-Strahlung ins Auge.“

Doppelt so viele Hautkrebspatienten wie vor 20 Jahren

Augenentzündungen sind eine von mehreren gesundheitlichen Folgen, die die Sonne hervorrufen kann. UV-Strahlung führt zu Sonnenbrand und Hautalterung. Über die Zeit sammelt sich die Strahlung auch in der DNA an. „Über viele Jahre kann es kein Problem sein – aber dann kann es dazu führen, dass Hautkrebs entsteht. Das ist im Grunde das Gedächtnis der Haut“, erklärt Grosskopf-Kroiher. In den vergangenen zwanzig Jahren haben sich die Hautkrebs-Zahlen nahezu verdoppelt. Für das Jahr 2026 gehen Hochrechnungen von etwa 350.000 Patientinnen und Patienten aus.

Diese Maßnahmen helfen

Um sich davor zu schützen, helfen die üblichen Maßnahmen: Sonnenbrillen, Sonnenhüte, Sonnencreme. Besonders wichtig sei es auch, sich im Schatten aufzuhalten, so die Projektleiterin. Auch dunkle, dicht gewebte Kleidung helfe viel. Die Maßnahmen wirken einfach, müssen aber korrekt umgesetzt werden, damit der Schutz auch wirklich aktiv wird. Die richtige Sonnenbrille hat eine UV-400-Kennzeichnung, eine gute Sonnencreme ist nicht vom Vorjahr und hat mindestens Lichtschutzfaktor 30. Hüte sind besser als Kappen, weil sie auch Ohren und Nacken schützen. Grosskopf-Kroiher sagt: „Es ist uns wichtig, nicht mit erhobenem Zeigefinger zu sagen: Ihr dürft nicht in die Sonne, dann bekommt ihr Hautkrebs. Wir möchten eher sagen: Eure Haut ist etwas Cooles und Besonderes. Das müssen wir schützen.“