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Neue TechnikKünstliche Intelligenz soll in Kölner Schwimmbädern Leben retten

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Eine Wasserrrutsche im Stadionbad in Köln-Müngersdorf.

Das Stadionbad in Köln-Müngersdorf ist ein beliebtes Freibad.

Die Technik soll künftig dabei helfen, die Sicherheit in Schwimmbädern zu erhöhen und das Aufsichtspersonal am Becken zu entlasten.

Die Köln-Bäder wollen in ihren Schwimmbädern Künstliche Intelligenz  (KI) einsetzen, um die Sicherheit zu erhöhen und das Aufsichtspersonal am Beckenrand zu unterstützen. Überwachungssysteme mit Kameras und Bewegungserkennung sollen Bademeistern dabei helfen, Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Eine Testanlage befinde sich in der Planung und sei bereits im Investitionsplan berücksichtigt, teilten die Köln-Bäder jetzt auf Anfrage der FDP mit. Das städtische Unternehmen beobachte die entsprechenden KI-Systeme bereits seit dem ersten Marktauftritt in Deutschland 2021 mit „hohem Interesse“.

In Fachverbänden seien in der Vergangenheit diverse Unterstützungssysteme für das Aufsichtspersonal getestet und bewertet worden. Nun scheine es so zu sein, dass das KI-System eine richtlinienkonforme Wasseraufsicht ermögliche, da es in diesem Jahr in ein entsprechendes Merkblatt aufgenommen wurde. Die Betreiber von Bädern in Lippstadt und in Wiesbaden, mit denen die Köln-Bäder in einem engen Austausch stehen, hätten das bestätigt. Die Installation sei dort erfolgreich verlaufen. Nach Beseitigung mehrerer Anlaufschwierigkeiten scheine eine weitere Markteinführung auch für die Köln-Bäder Sinn zu machen, so das Unternehmen.

Der bestehende Personalmangel in Schwimmbädern lässt sich mit Hilfe  der Künstlichen Intelligenz allerdings offenbar nicht beseitigen. „Es hat sich allerdings auch herausgestellt, dass das System eine sicherlich wünschenswerte Unterstützung der Wasseraufsicht erfüllen kann, jedoch kaum als Lösung für den aktuellen und bundesweiten Arbeitskräftemangel fungieren kann“, so die Köln-Bäder. Eine KI könne die Kernaufgabe beim Betrieb von öffentlichen Bädern nicht ersetzen.

Diese bestehe darin, verunglückte Schwimmerinnen und Schwimmer zu retten und wiederzubeleben. Dazu benötige man Fachkräfte, die lebensrettende Maßnahmen durchführen können. „Allerdings besteht  die Chance, dass mit dem Einsatz einer KI in der Wasseraufsicht die Personalstärke in Starklastzeiten positiv beeinflusst werden kann“, so das Unternehmen.

Die Köln-Bäder planen zunächst einen ersten Testeinsatz in einem Freibad. Ein späterer flächendeckender Einsatz würde einen hohen sechsstelligen Betrag kosten.

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