In Köln und ganz Deutschland werden diese Woche Sirenen, Warn-Apps und Handys getestet. Alles Wichtige zum bundesweiten Warntag.
Warntag in NRWDarum schrillen am Donnerstag in Köln Handys und Sirenen

Eine Sirene ist auf einem Dach in Köln zu sehen. (Archiv)
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Am Donnerstag, 12. März, findet wieder der NRW-weite Warntag statt. Auch in Köln werden um 11 Uhr alle verfügbaren Warnmittel gleichzeitig ausgelöst – von klassischen Sirenen über Warn-Apps, „Cell Broadcast“ bis zu digitalen Anzeigetafeln und dem Rundfunk. Erstmals wird in diesem Jahr auch über „Cell Broadcast“ entwarnt. Die Stadt bittet Bürger und Bürgerinnen, sich mit den Warnkanälen vertraut zu machen.
Der Warntag dient dazu, die Bevölkerung auf mögliche Gefahrenlagen vorzubereiten und gleichzeitig die technische Infrastruktur des Bevölkerungsschutzes zu testen. In Köln koordiniert die Feuerwehr die Auslösung aller Warnmittel und überprüft deren Funktion.
Die Sirenen werden um 11 Uhr ausgelöst. Dabei wird zunächst der Ton „Dauerentwarnung“ zu hören sein. Nach fünfminütiger Pause folgt ein auf- und abschwellender Ton für den Katastrophenschutzalarm. Ebenfalls nach fünfminütiger Pause ist wieder der Ton „Dauerentwarnung“ zu hören. Alle Alarmierungstöne haben eine Dauer von einer Minute. Sollten Sirenen im Stadtgebiet nicht auslösen, bittet die Feuerwehr Köln um eine entsprechende Information.
Warntag in NRW: Wie wird in Köln gewarnt?
Wie gewarnt wird, hängt vom jeweiligen Schadensereignis ab. Nicht bei jedem Schadensfall ist eine Aktivierung aller Warnmittel erforderlich oder sinnvoll. Ausschlaggebend dafür, welche genutzt werden, ist unter anderem, wie viele Menschen betroffen sind und um welche Gefahr es sich handelt.
Neben der Einsatzleitung der Feuerwehr können unter anderem das Amt für öffentliche Ordnung, das Gesundheitsamt und das Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln, aber auch die Stadtentwässerungsbetriebe in besonderen Situationen Warnsignale auslösen lassen.
Die Leitstelle der Feuerwehr Köln kann auch im Auftrag der Polizei und anderer Kommunen warnen. Sollte im Ernstfall ein Warnmittel ausfallen, kann das durch andere zur Verfügung stehende Warnmittel kompensiert werden.
Warntag 2026: Apps Nina und Katwarn
Die kostenlosen Warn-Apps NINA und Katwarn senden Push-Benachrichtigungen auf Smartphones. Wer die Apps noch nicht installiert hat, sollte dies vorab tun. Sie sind im App Store und Google Play Store verfügbar.
Ohne App und auch ohne vorherige Registrierung erhalten alle Mobiltelefone in der betroffenen Funkzelle eine Warnnachricht direkt auf das Gerät. Der Empfang ist bei modernen Smartphones automatisch aktiv. Erstmals erfolgt am 12. März auch eine Entwarnung über Cell Broadcast.
KVB-Anzeigetafeln und Werbeflächen
Die digitalen Fahrgastinformationsanzeigen der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) an Haltestellen zeigen die Warnmeldung im gesamten Streckennetz an. Digitale City-Light-Poster und Informationsbildschirme im öffentlichen Raum schalten auf die Warnmeldung um.
Die Stadt veröffentlicht die Warnmeldung auf ihren offiziellen Social Media-Kanälen, auf Facebook, Instagram, Threads, X und WhatsApp. Auf der Website der Stadt Köln werden Eilmeldungen geschaltet.
Die Feuerwehr Köln schaltet sich testweise direkt ins laufende Programm von Radio Köln (107,9 MHz) ein. Einsatzkräfte übermitteln die Warnmeldung live auf Sendung.
Was tun, wenn die Warnung im Ernstfall ertönt?
Im Ernstfall gilt: Wenn die Sirenen auslösen, sind alle Menschen in Köln angehalten, geschlossene Räume aufzusuchen, Passanten und Passantinnen bei sich aufzunehmen, Türen und Fenster geschlossen zu halten, Lüftungsanlagen ab- und das Radio einzuschalten. Sirenen werden grundsätzlich in einem Radius von drei Kilometern um den Gefahrenbereich ausgelöst.
Die Feuerwehr Köln empfiehlt außerdem folgende Maßnahmen:
- Ruhe bewahren und anderen helfen: Informieren Sie Nachbarinnen und Nachbarn, die möglicherweise keine Warnung empfangen haben – insbesondere ältere Menschen oder Personen ohne Smartphone.
- Gebäude aufsuchen und Türen sowie Fenster schließen: Bei Gefahren wie einem Chemieunfall oder gefährlichen Gasen schützt ein geschlossener Raum besser als der Aufenthalt im Freien. Lüftungsanlagen und Klimaanlagen abschalten.
- Radio einschalten: Schalten Sie Radio Köln (107,9 MHz) ein. Offizielle Durchsagen liefern konkrete Handlungsanweisungen zur aktuellen Lage. Im Ernstfall kann sich die Feuerwehr ins laufende Programm aufschalten.
- Warn-Apps und Nachrichten verfolgen: Halten Sie NINA oder Katwarn geöffnet und prüfen Sie regelmäßig neue Meldungen. Vertrauen Sie nur offiziellen Quellen.
- Notruf freihalten: Rufen Sie den Notruf 112 nur bei echter Gefahr für Leib und Leben an. Straßen freihalten: Vermeiden Sie unnötige Fahrten mit dem Auto, damit Einsatzkräfte und Rettungsfahrzeuge ungehindert fahren können.
- Notfallvorrat bereithalten: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, zu Hause einen Notfallvorrat für mindestens zehn Tage anzulegen: Wasser (zwei Liter pro Person und Tag), haltbare Lebensmittel, Taschenlampe, Batterien, Erste-Hilfe-Material und wichtige Dokumente.
