Die Zahl der Temposünder auf der A4 in Köln steigt. In der Baustelle am Eifeltor gelten 60 km/h.
Binnen zwei MonatenNeue Blitzer zählen 24.000 Tempoverstöße im Kölner Süden

Ein Säulenblitzer ist auch auf der A4 bei Köln in Höhe Eifeltor im Einsatz. Neben dem Tempo aller Fahrzeuge misst er auch das Gewicht von Lkw. (Symbolbild)
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Mehr als 24.000 Tempoverstöße haben die neuen Blitzer auf der A4 im Kölner Süden in weniger als zwei Monaten registriert. Das zeigt eine neue Auswertung der Stadt Köln. Die mobilen Blitzeranlagen stehen seit dem 18. Dezember 2025 an der Anschlussstelle Eifeltor – denn dort gilt wegen einer maroden Eisenbahnbrücke nur noch Tempo 60.
Schon Anfang Januar waren nach Angaben der Stadt mehr als 9100 Fahrzeuge geblitzt worden, und das binnen 22 Tagen. Im Schnitt gab es also rund 416 Verstöße pro Tag.
Vor allem in eine Fahrtrichtung sind die Menschen zu schnell unterwegs
Mittlerweile hat sich diese Zahl auf mehr als 450 pro Tag erhöht. In Fahrtrichtung Olpe wurden bislang 14.342 Temposünder registriert, in Richtung Aachen lösten die Blitzer 9697 Mal aus. Während die Zahl in westlicher Richtung dabei von durchschnittlich 187 auf 175 Fälle pro Tag sank, stieg sie in der Gegenrichtung von rund 230 auf etwa 290 täglich an.
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Den unrühmlichen Spitzenwert erreichte ein Fahrer mit 110 km/h bei erlaubten 60, der aufs Autobahnkreuz Köln-Süd zusteuerte. In der westlichen Gegenrichtung lag die Höchstgeschwindigkeit eines Fahrzeugs bei 105 km/h. In beiden Fällen stehen jetzt 320 Euro Bußgeld, ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg an.
Baustelle auf der A4 führt zu Verdopplung der Unfälle
Die Baustelle rund um die marode Eisenbahnbrücke am Eifeltor war der Auslöser für strengere Kontrollen. Denn in den ersten Wochen hatte es mehrere schwere Unfälle gegeben – vor allem mit Lkw. Daraufhin wurden die temporären Messanlagen installiert.

Die neuen Blitzer auf der A4 sind von demselben Hersteller wie die auf der Zoobrücke in Köln. Dort gilt 50 km/h als Tempolimit.
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„Baustellen sind eine neue Verkehrssituation, das kann zu vermehrten Unfällen führen“, sagt eine Polizeisprecherin. Seit Baustellenbeginn (5. April 2025) bis Ende Januar 2026 sei es zu rund 20 Unfällen in diesem Bereich gekommen. Die häufigste Ursache: zu geringer Abstand. Auf Platz zwei folgte überhöhte Geschwindigkeit, danach Fehler beim Spurwechsel.
Blitzer messen auch Gewicht der Lkw – jeden Tag mehrere Verstöße
Zum Vergleich: In den Vorjahreszeiträumen – ohne Baustelle – waren es nach Angaben der Polizei 10 bis 12. Die Statistik verzeichnet allerdings nur Unfälle der Kategorien 1 bis 4, also mit Verletzten oder schwerem Sachschaden. Ist das Fahrzeug noch fahrbereit, gibt es keinen Eintrag.
In der Baustelle gilt übrigens nicht nur Tempo 60, sondern auch eine Gewichtsbeschränkung: Der Schwerlastverkehr darf jeweils die mittlere und linke Spur nicht nutzen – doch in Richtung Olpe halten sich täglich im Schnitt vier Lkw nicht an das Durchfahrtverbot, in Richtung Aachen sind es fünf. Das Bußgeld beträgt 100 Euro.
Die Stadt Köln hat die Blitzer-Anlagen für zunächst 15 Monate gemietet. Das System misst nicht nur Geschwindigkeit, sondern auch das Gewicht der Fahrzeuge. Ein ähnliches Modell kommt auf der Zoobrücke zum Einsatz.


