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Teile Berlins tagelang ohne StromDas ist der Kölner Notfallplan für einen flächendeckenden Stromausfall

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Eine dunkle Straßenlaterne in Berlin-Zehlendorf wird vom Mondlicht erhellt, im Hintergrund sind die Umrisse von Häusern zu sehen.

Im Südwesten Berlins gibt es seit Tagen keinen Strom. Die Stadt Köln hat für solche Fälle einen Notfallplan.

Berlin erlebte den längsten Stromausfall der Nachkriegsgeschichte. Die Stadt Köln informiert, wie sie in einem solchen Fall reagieren würde.

Nach dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz hat die Stadt Köln mitgeteilt, dass sie für einen Ausfall des Stromnetzes in Köln gut vorbereitet sei. Während in der Bundeshauptstadt tagelang tausende Haushalte und Betriebe ohne Strom waren, erklärt die Kölner Verwaltung, wie sie in einem ähnlichen Fall vorgehen würde.

Die Maßnahmen beziehen sich sowohl auf einen Blackout, bei dem das Stromnetz deutschland- oder sogar europaweit ausfällt, als auch auf größere lokale Störungen, die nicht kurzfristig behoben werden können. In den betroffenen Stadtgebieten würde die Verwaltung dann sogenannte Katastrophen-Leuchttürme aktivieren.

Stromausfall in Köln: Leuchttürme und Wärmeinseln für den Notfall

Die Leuchttürme dienen als Anlaufstelle für Hilfesuchende. Im Bedarfsfall können hier Trinkwasser und Lebensmittel ausgegeben oder Energie erzeugt werden. Auch kleinere medizinische Versorgungen könnten hier gewährleistet werden. Beleuchtete Ballons sollen es Hilfesuchenden erleichtern, die Leuchttürme zu finden. Wer zur Sicherheit schon im Vorfeld wissen möchte, wo sich die Leuchttürme befinden, findet sie auf der Website der Stadt Köln unter koelngis.stadt-koeln.de/koelngis/portale/leuchttuerme.

Kölner Schulen sollen derweil als sogenannte Wärmeinseln dienen – ähnlich wie bei Blindgänger-Funden aus dem Zweiten Weltkrieg, wenn Kölnerinnen und Kölner evakuiert werden müssen. Bei Bedarf könnten weitere Einrichtungen zur Unterbringung eingerichtet werden. Notstromaggregate von Energieversorgern, Feuerwehr und THW sollen aus nicht betroffenen Stadtteilen oder aus anderen Städten versorgt werden. Kritische Infrastruktur sei laut Stadt Köln in der Regel mit solchen Netzersatzanlagen ausgestattet oder verfüge über entsprechende Konzepte zur Evakuierung. Eine operative Führung durch die Einsatzleitung der Feuerwehr sowie eine administrative Führung durch einen Krisenstab der Stadt Köln seien für den entsprechenden Ernstfall bereits geplant.

Stromausfall in Köln: Stadt gibt Tipps zu Information und Vorbereitung

Während eines Stromausfalls oder ähnlicher Ereignisse empfiehlt die Stadt Köln, sich über die städtische Website, Radio Köln (UKW 107,1 MHz) oder die Social-Media-Kanäle von Stadt, Polizei und Feuerwehr zu informieren. Außerdem sollten Kölnerinnen und Kölner entsprechende Warn-Apps auf ihren Smartphones oder anderen digitalen Geräten installieren. Dort seien im Notfall „weitergehende Verhaltenshinweise abrufbar“.

Zur Vorbereitung gehört es laut Stadt Köln auch, sich wichtige Gegenstände zusammenzusuchen. Dazu zählen Bargeld, Medikamente und ein Erste-Hilfe-Kasten, Kerzen, ein Feuerzeug sowie ein Feuerlöscher, eine Taschenlampe, ein Radio sowie Ladeakkus wie Powerbanks und Batterien. Zudem empfiehlt die Stadt, einen Vorrat von Lebensmitteln und Wasser für bis zu zehn Tage zu Hause zu haben.

Der Südwesten Berlins war mehrere Tage ohne Strom. Nach einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Samstagmorgen waren zunächst 45.000 Haushalte und 2200 Unternehmen ohne Stromversorgung. Am vierten Tag danach waren nach Angaben des Betreibers noch rund 25.500 Haushalte und 1200 Geschäfte und Firmen betroffen. Damit erlebte Berlin den längsten Stromausfall der Nachkriegsgeschichte. (tli)