Zum niederländischen Königstag stellte die Honorarkonsulin in Köln die Zusammenarbeit in den Wissenschaften in den Mittelpunkt.
Empfang zum KoningsdagSo kooperiert die Universität zu Köln mit den Niederlanden

Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (links) beim Empfang zum Koningsdag in der Wolkenburg mit Prof. Dr. Mukherjee
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Die Universität zu Köln arbeitet zu diversen Themen eng mit niederländischen Forscherinnen und Forschern zusammen. Bei einem Empfang der Honorarkonsulin Rafaela Wilde anlässlich des niederländischen Königstags standen diese Kooperationen im Mittelpunkt. Der Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) sagte am Dienstag in der Wolkenburg: Dass Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ganz selbstverständlich „über alle Grenzen hinweg“ denken und arbeiten, sei „gelebte europäische Integration“.
Der Einladung der Honorarkonsulin zum Koningsdag, an dem die Niederländer den Geburtstag von König Willem-Alexander feiern, waren rund 150 Personen gefolgt. In Zeiten, in denen Fakten geleugnet würden und die Offenheit gegenüber anderen Kulturen schwinde, sei er wichtiger denn je, sagte Wilde. Die Verbindungen der Kölner Universität, deren Institut für Niederlandistik eines der größten Institute für niederländische Sprache und Literaturwissenschaft im deutschsprachigen Raum ist, seien traditionell eng.
Joybrato Mukherjee, Rektor der Kölner Universität, gab drei Beispiele für Forschungskooperationen seiner Hochschule mit niederländischen Partnern: Im interdisziplinären Forschungsverbund CECAD, einem ihrer fünf sogenannten Exzellenzcluster, untersucht die Universität zu Köln, welche molekularen Mechanismen dem Altern zugrunde liegen, um neue Behandlungen für Krankheiten wie Alzheimer, Diabetes und Krebs zu entwickeln. In diesem Rahmen ist Jan Hoeijmakers, Professor am Princess Máxima Zentrum für pädiatrische Onkologie in Utrecht, zusammen mit seinem Kollegen Björn Schumacher von der medizinischen Fakultät zentral daran beteiligt, die Rolle von DNA-Schäden und Reparaturmechanismen im Alterungsprozess besser zu verstehen.
Köln und die Niederlande forschen unter anderem an der Entstehung des Universums
Die weiteren Beispiele aus der Forschung, die Mukherjee nannte, sind Kooperationen innerhalb des Exzellenzclusters „Dynaverse“, in dem mit Methoden der Astrophysik Fragen nach der Entstehung und den Eigenschaften des Universums geklärt werden sollen, sowie bei einem Forschungsschwerpunkt im Bereich Linguistik. Auch in der Lehre seien die Beziehungen intensiv. So unterhält die Kölner Uni mit neun niederländischen Universitäten „Erasmus+“-Partnerschaften für den Austausch von Studierenden, und in einigen Programmen können Studenten und Studentinnen auch Abschlüsse von zwei Universitäten in den beiden Staaten erhalten. Insgesamt sei die Bedeutung des Bildungslandes Niederlande für Deutschland groß, sagte Mukherjee. Aktuell bestünden 860 Kooperationen zwischen deutschen und niederländischen Hochschulen. Mehr als 21 000 Deutsche studierten in den Niederlanden. Bei niederländischen Studierenden, die ins Ausland gehen, belegt Deutschland Platz drei unter den bevorzugten Studienländern.
Der Wissenschaftsbetrieb mache vor, welchen Wert die grenzüberschreitende Kooperation habe, sagte der Rektor. „Wir können nur durch Zusammenarbeit über fachliche, institutionelle und politische Grenzen hinweg die besten Forschungsergebnisse erzielen.“ Die Wissenschaft sei ein „wesentlicher Motor in der europäischen Einigung“ und stehe dafür, wie der krisengeschüttelten Welt am besten zu begegnen sei.
Ellen Tomesen, niederländische Botschaftsrätin für Bildung und Wissenschaft, sagte, die neue Regierung in Den Haag sei „deutlich offener für die Länder um uns herum“. Auch sie betonte den Wert von Bildung und Wissenschaft, etwa im Bemühen, den Klimawandel zu bewältigen und die Demokratie zu stärken.
