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„Viel zu spät“Umbauten für Starbucks starten endlich auf Hohe Straße

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Im Leerstand an der Ecke Hohe Straße/ Brückenstraße beginnen nun endlich die Umbauten.

Im Leerstand an der Ecke Hohe Straße/ Brückenstraße beginnen nun endlich die Umbauten. 

Hauseigentümer und Architektin klagen über viel zu langes Genehmigungsverfahren.

Die Eigentümerfamilie hat nur eine einzige Immobilie in Köln: das Eckhaus Hohe Straße/Brückenstraße. Doch mit dem hat sie in den vergangenen zehn Jahren schon Einiges erlebt. Der erste Mieter, die Mode-Kette Hallhuber, ging insolvent. Dann eröffnete mit großem Tamtam der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi eine Niederlassung. Die Firma zog aber nach zwei Jahren 2023 wieder aus. Seitdem stand das Gebäude leer.

Lange haben die Hausbesitzer nach einem neuen solventen Mieter gesucht. „Und das ist längst nicht mehr so leicht wie früher“, sagt ein Vertreter der Familie. Im Sommer 2025 war dann verkündungsreif, dass die amerikanische Kaffee-Kette Starbucks hier einziehen wird. Erfahrungsgemäß laufen solche Verhandlungen lange im Voraus unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Doch dann tat sich erstmal gar nichts.

Baugenehmigung für Starbucks kam erst nach zwölf Monaten

Nun, fast ein Jahr später, kam endlich die Baugenehmigung für die nötigen Umbauten. Für die Eigentümer viel zu spät. „Wir hatten eine Ausstiegsklausel im Mietvertrag. Wenn das noch ein paar Wochen länger gedauert hätte, wäre der Mieter eventuell abgesprungen, weil wir den Umbau nicht fristgerecht hätten liefern können“, sagt er. Die Genehmigungsprozesse dauerten zu lange, was zu einem finanziellen Verlust für die Familie geführt habe. Und auch Starbucks hätte gerne viel früher eröffnet. „Die Vermieter sind leider abhängig von der Arbeitsweise der Stadt.“

Die Kölner Architektin Claudia Pannhausen hat den Umbau geplant. Sie hat schon viele Bestandsgebäude in der City für die Zukunft fit gemacht – gerade arbeitet sie auch an der Umgestaltung des ehemaligen Deichmann-Hauses auf der Schildergasse. Außerdem ist sie Vorständin der Klimagenossenschaft „Heute Stadt Morgen“. Wofür sie sich einsetzt: Dass die vielen Bestandsgebäude in der City, die oft in den 1950er Jahren hochgezogen wurden, modernisiert werden, statt dass ressourcenaufwendig neu gebaut wird.

Allerdings sei der Umbau von bestehenden Gebäuden baurechtlich wesentlich komplizierter als ein Neubau, vor allem bei Umnutzungen wie in diesem Fall vom Handyverkauf zu Kaffeekette. „Das fängt damit an, dass Hausbesitzer oft keine vollständigen Unterlagen darüber haben, welche Genehmigungen für das Gebäude früher erteilt wurden.“ Viele seien keine Immobilienprofis oder hätten die Unterlagen schon von den Vorbesitzern unvollständig bekommen. „Keiner kauft ein Auto ohne Fahrzeugbrief, Gebäude ohne Genehmigung aber schon.“

Kölner Innenstadt wird für Investoren unattraktiver

Das bedeutet: Brandschutz, Technik, Abluft, Müllräume, Statik, WC-Anlagen – alles muss thematisiert werden, Dokumente, Rückfragen gehen hin und her. Beim Starbucks-Haus ging es zum Beispiel um Zentimeterabweichungen bei den Fluchtwegen. Und: Gilt der Bestandschutz für die Fassade auch, wenn eine neue Tür eingesetzt wird? „Für alles müssen neue Anträge gestellt werden. Das ist ein unglaublicher Zeitfresser.“

Für Baugenehmigungen muss man in Köln generell mit mindestens zwölf Monaten Bearbeitungszeit rechnen. Das ist nach der Erfahrung von Claudia Pannhausen auch in anderen Großstädten nicht anders. „Das darf aber nicht so bleiben, die Mieter müssen einfach zu lange warten. Für Bestandsgebäude sollte es andere Prozesse geben. Vor allem sollte es möglich sein, direkt miteinander und ämterübergreifend zu sprechen. Dies ist derzeit aber nicht möglich.“ Die ersten drei Monaten kann ein Antragsteller noch nicht einmal beim Bauamt nachfragen. „Das ist unwirtschaftlich. Insgesamt macht das die Kölner Innenstadt für Investoren und gewerbliche Mieter immer unattraktiver.“

Ihr Vorschlag: Miteinander reden, zum Beispiel in einer Task Force zu Bestandsgebäuden, in der direkt nach Lösungen gesucht wird, anstatt alles im Papier- und Email-Krieg enden zu lassen. Schließlich sei das erklärte Ziel der Stadt, Leerstände möglichst schnell zu beseitigen und eine vielfältige Nutzung in der City zu ermöglichen. Starbucks hat es nun endlich geschafft, voraussichtlich im August soll eröffnet werden.