Auf einer der Hauptverkehrsachsen in der Kölner Innenstadt wird es rund ein Jahr lang zu erheblichen Einschränkungen durch Bauarbeiten kommen.
Neues NadelöhrKölner Universitätsstraße wird für ein Jahr zur Baustelle
Wer mit dem Auto auf der Kölner Universitätsstraße unterwegs ist, braucht zurzeit viel Geduld. Seit Montag gibt es auf der vielbefahrenen Straße eine neue Engstelle. An der Unterführung am Albertus-Magnus-Platz lässt die Stadt Köln die Stützwände sanieren. Deshalb kommt es in dem Bereich aktuell zu Verkehrsbehinderungen. Vor allem im Berufsverkehr bilden sich längere Rückstaus. Und das wird noch eine ganze Weile so bleiben: Nach Angaben der Stadt werden die Einschränkungen rund ein Jahr lang dauern.
Die sanierungsbedürftigen Stützmauern sind aus Stahlbeton und stammen aus dem Jahr 1966. Sie stehen an beiden Seiten der Universitätsstraße und tragen die 90 Zentimeter dicke Brückenplatte der Unterführung. Das 60 Jahre alte Bauwerk weist zum Teil erhebliche Schäden auf. Es gibt Risse im Beton und schadhafte Abdichtungen, an manchen Stellen ist der Beton abgeplatzt. Dort liegt der Bewehrungsstahl frei und ist korrodiert. Bei der letzten Bauwerksprüfung nach DIN 1076 wurde der Zustand der Stützwände und der Brückenplatte nur noch mit „ausreichend“ bewertet. Demnach ist eine Instandsetzung erforderlich, weil sonst auf Dauer die Standfestigkeit des Bauwerks gefährdet sein könnte.
Stadt Köln will Universitätsstraße für je sechs Monate pro Fahrtrichtung sperren
Zum Teil sind die Stützwände als bepflanzte Terrassen ausgeführt – mit großen Trögen, in denen zahlreiche Büsche und Bäume wachsen, die sich größtenteils selbst gesetzt haben. Auf der Westseite werden die Stützwände von einem großen Regenwasser-Kanal unterquert, der in die Konstruktion integriert ist. Wie das Amt für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau erläutert, werden die Trogwände im Rahmen der Sanierung bis in 50 Zentimeter Tiefe freigelegt, instandgesetzt und neu abgedichtet. An den Stützwänden wird der schadhafte Beton mit Hilfe eines Hochdruckwasserstrahls abgetragen und der korrodierte Bewehrungsstahl ersetzt. Danach wird die Oberfläche mit Spritzbeton erneuert.
Die Unterseite der Brückenplatte muss ebenfalls auf diese Weise erneuert werden. Die Bauwerksfugen werden ausgeräumt und mit einem neuen witterungs- und tausalzbeständigem Dichtstoff abgedichtet. Auch die Geländer auf den Stützwänden werden ausgetauscht und bei dieser Gelegenheit auf 1,30 Meter erhöht. Die Arbeiten laufen parallel zur Neugestaltung des Albertus-Magnus-Platzes, der zurzeit einen neuen Natursteinbelag erhält.
Wegen der Bauarbeiten an der Universitätsstraße wird die Hauptverkehrsachse über längere Zeit von starken Einschränkungen geprägt sein. Die Stadt Köln rechnet mit einem Jahr Bauzeit. Sie teilte mit: Pro Fahrtrichtung sollen die Arbeiten an der Stützwand und der Brückenplatte etwa sechs Monate dauern. In dieser Zeit werde die jeweilige Fahrtrichtung für den Verkehr gesperrt, die Autos würden dann über die Gegenspur umgeleitet.
Universitätsstraße bleibt für Autofahrer bis Mitte 2027 ein Nadelöhr
Am Montag sah das zunächst noch anders aus. In jede Fahrtrichtung war jeweils die rechte der beiden Fahrspuren gesperrt. Auch das führte zu Verkehrsbehinderungen und Staus. An den Stützwänden waren noch keine Arbeiter zu sehen. Die Straßensperrung stand offenbar in Zusammenhang mit der benachbarten Baustelle an der Kreuzung von Universitätsstraße und Bachemer Straße. Dort wird momentan der Asphaltbelag erneuert.
Der Stadtrat hatte die Instandsetzung der Stützwände vor einem Jahr beschlossen. Die Arbeiten sollen rund 2,8 Millionen Euro kosten. Autofahrer müssen sich in diesem Streckenabschnitt auf erhebliche Einschränkungen einstellen: Voraussichtlich bis Mitte 2027 wird die Universitätsstraße zum Nadelöhr.
